1. Mannschaft verliert hitziges Derby gegen Küsnacht 2:3

Die Zolliker lagen durch Tore von Sean Winkler und Marco Schärer zwei Mal in Führung, unterlagen einem durch sechs Spieler aus der 2. Liga interregional verstärkten FC Küsnacht letztlich aber unglücklich 2:3.

Von Dennis Bühler (Text) und Wendy Winkler (Fotos)

Die drei Aktivmannschaften des FC Küsnachts, eigentlich mit viel höheren Ambitionen in die Saison gestartet, darben in ihren jeweiligen Ligen dahin. Das Team in der 2. Liga interregional hat sich erst mit zwei Siegen in den letzten beiden Spielen aus der Abstiegszone verabschiedet, die 3. Mannschaft liegt in der 4. Liga abgeschlagen auf dem letzten Rang. Und auch die 2. Mannschaft befand sich vor dem 3.-Liga-Duell mit dem SC Zollikon in akuter Abstiegsgefahr, auf Platz 10 gleich über dem Trennstrich klassiert.

Auch deshalb entschieden die Verantwortlichen des FCK, ihre Mannschaft im Derby mit sechs Spielern aus der 1. Mannschaft zu verstärken: Die Abwehr organisierte Jure Mioc, der Captain der 1. Mannschaft, als Aussenverteidiger lief Orhan Cavgin auf. Im Mittelfeld kamen Jan Wiki, Tiago Alves da Silva und Adrian Meili zum Einsatz, im Angriff wurde Arbnor Thaqi in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Und doch konnten die Zolliker mithalten und hätten zumindest einen Punkt verdient gehabt. In der ersten Hälfte war der SCZ sogar die klar bessere Mannschaft.

Küsnachter gleichen zwei Mal postwendend aus

In der 11. Minute passte der mitgelaufene Aussenverteidiger Carlo Bühlmann vor dem gegnerischen Tor quer, Marco Schärer liess durch für den besser postierten Sean Winkler, und der Flügelspieler schob an FCK-Goalie Dominic Böni vorbei zum 1:0 für die Gäste. Sechs Minuten später gelang dem FCK der Ausgleichstreffer: Nach einem Angriff über die rechte Seite kam ein FCK-Spieler zum Abschluss, SCZ-Torhüter Benjamin Niederhauser erreichte den Ball nicht, und am hinteren Pfosten konnte der Küsnachter Marco Elmer ungedeckt einschieben.

In der 32. Minute sah der Schiedsrichter ein Stürmerfoul von Andrea Schärer, weshalb er dem Distanztor von Winkler die Anerkennung verweigerte. Drei Minuten später gelang dem SCZ der verdiente neuerliche Führungstreffer. Andrea Schärer war nach einem Sololauf an der Strafraumgrenze von Mioc gefoult worden. Winkler trat den fälligen Freistoss scharf aufs Küsnachter Tor, Böni parierte ungenügend zur Mitte, und Marco Schärer war da, wo ein Torjäger stehen muss: Unbedrängt schoss er zum 2:1 ein.

Wiederum aber dauerte es nur wenige Minuten, bis der FCK auszugleichen vermochte. Nach einem Eckball hatte Tomas Hermida zuerst auf der eigenen Torlinie klären können, Sekunden später aber köpfte FCK-Captain Yves Schneuwly eine Flanke wuchtig ein.

Hugentoblers Sololauf wird nicht belohnt

Nach dem Seitenwechsel kamen die Küsnachter, die mit dem Unentschieden zur Pause gut bedient gewesen waren, besser ins Spiel. In der 53. Minute lenkte SCZ-Verteidiger Christian Stengele den Ball nach einem Eckball an den eigenen Pfosten. Kurz darauf schoss Mioc von der Strafraumgrenze, und Niederhauser konnte nur nach vorne abprallen lassen. Doch Daniel Dasala Sousa geriet in Rücklage und schoss freistehend übers Tor. Drei Minuten später dribbelte sich Wiki auf dem rechten Flügel an Stengele vorbei und passte zur Mitte, wo Meili das 3:2 erzielte.

Die Gastgeber zogen sich fortan immer weiter zurück und versuchten, die knappe Führung über die Zeit zu retten. In der 74. Minute setzte sich der zehn Minuten zuvor eingewechselte Michael Hugentobler auf der linken Flanke gegen drei Gegenspieler durch, zog in den Strafraum ein und geriet ins Straucheln. Statt sich fallen zu lassen und auf einen Elfmeterpfiff zu hoffen, passte er mit letzter Kraft zur Mitte, ein Abwehrspieler konnte aber vor Sandro Camichel klären. In der 85. Minute schoss Tomas Hermida, Stengele lenkte den Ball ab, doch Böni konnte den Ball im Nachfassen behändigen.

Hitzige Schlussphase: Tätlichkeit und Zeitverzögerungen

In der Schlussphase liess sich ein Küsnachter Angreifer zu einer perfiden Tätlichkeit gegen SCZ-Goalie Niederhauser hinreissen, die der schwache Schiedsrichter jedoch nicht ahndete. Die Küsnachter verzögerten das Spiel in einer Art und Weise, die man – je nach Sichtweise – als unfair oder clever bezeichnen könnte. Jedenfalls gelang es ihnen, die Zolliker weit vom eigenen Tor entfernt zu halten. Auch wenn bei einem Eckball in der 94. Minute selbst Niederhauser mitstürmte, kam der SCZ kaum mehr gefährlich vors Küsnachter Tor.

SCZ-Trainer Nicolas Fürer war ob der Niederlage gegen den FCK enttäuscht, mit seinen Spielern aber nicht unzufrieden. „Fussballerisch war das heute nicht schlecht“, sagte er. „Wir hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt, vielleicht sogar den Sieg.“

Am kommenden Sonntag empfängt die 1. Mannschaft um 13.30 Uhr den FC Männedorf auf dem Riet. Will sie die Männedörfler noch vom 2. Tabellenrang verdrängen, ist sie zum Siegen verdammt. Durch die Niederlage ist der SCZ hinter YF Juventus, das in Egg ein 3:3 erreichte, auf den vierten Platz zurückgefallen. Fünf Runden vor Saisonende liegt er vier Punkte hinter dem Zweiten Männedorf zurück, der Republika Srpska 3:1 besiegte.

Telegramm

FC Küsnacht – SC Zollikon 3:2 (2:2). Sportplatz Heslibach, 80 Zuschauer.

Tore: 11. Winkler 0:1. 17. 1:1. 35. M. Schärer 1:2. 40. 2:2. 56. 3:2.

SCZ: Niederhauser; Bühlmann, T. Hermida, Girod, Stengele; Y. Rämi (72. Burger), M. Felder; Camichel, A. Schärer, Winkler (77. Kajan); M. Schärer (64. Hugentobler).

Bemerkungen: 32. Schiedsrichter aberkennt Tor von Winkler wegen Stürmerfouls. Beim SCZ nicht eingesetzt: Saliji (Ersatzgoalie), Aeschimann und Azarnait. Es fehlten A. Felder, Gubler, F. Hermida (alle verletzt), Leumann (krank), Einstein (abwesend) sowie Martin, Dugandzic und G. Rämi (alle nicht im Aufgebot).