Dank grossem Kampfgeist siegt die 2. Mannschaft in Herrliberg 1:0

Chris Musa Muhammed erzielt den einzigen Treffer beim Seederby zwischen den beiden zweiten Mannschaften von Herrliberg und Zollikon und sichert dem Team von Trainer Ben Crawshaw die ersten drei Punkte nach dem Aufstieg in die 4. Liga.

Von Dennis Bühler

Der Saisonauftakt war der 2. Mannschaft des Sportclubs Zollikon misslungen: Gegen den Gruppenfavoriten aus Pfäffikon hatte sie nach durchschnittlicher Leistung 0:2 verloren. Im zweiten Saisonspiel wollten es die Zolliker, die sich nach der Aufstiegssaison kaum mehr an Niederlagen gewohnt waren, besser machen. „Für mich zählt heute nur der Sieg“, sagte Trainer Ben Crawshaw in seiner Ansprache vor dem Spiel. Der 27-jährige Engländer konnte auf eine gut besetzte Mannschaft zurückgreifen, auch wenn mit Kevin Spalinger, Rolf Oberhänsli oder Michael Kuhn noch immer einige wichtige Stammspieler fehlten.

In der ersten Halbzeit war das Spielgeschehen ausgeglichen. Beide Mannschaften standen auf dem sehr engen Herrliberger Kunstrasenspielfeld in der Defensive gut und liessen die gegnerischen Angriffsreihen nicht agieren. Die Zolliker Abwehr, erstmals seit längerer Zeit wieder organisiert von Captain René Kaiser, wurde von den Mitspielern der beiden vorderen Reihen ausgezeichnet unterstützt. Keiner war sich zu schade für die defensive Arbeit. Insbesondere die beiden zentralen Mittelfeldspieler Oliver Aeschimann und Ismail Seven verloren kaum einen Zweikampf.

Nach gut zwanzig Minuten erzielte der SCZ mit seiner einzigen guten Torchance des ersten Durchgangs den Führungstreffer. Martin Schmitz hatte sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt und perfekt in die Mitte geflankt, wo Chris Musa Muhammed den Ball ohne grosse Gegenwehr ins Tor ablenken konnte. Herrliberg kam danach etwas besser ins Spiel, konnte bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichterin Gaby Schallenberg aber keine eindeutige Torchance verzeichnen.

Die Zolliker bildeten eine echte, solidarische Mannschaft

In der zweiten Hälfte zog die Schiedsrichterin durch einige höchst zweifelhafte Entscheidungen den Unmut beider Mannschaften auf sich. Leider verzichtete sie konsequent darauf, bei Freistössen oder Einwürfen die Richtung anzuzeigen, was dazu führte, dass sich jeweils Spieler beider Teams auf den Ball stürzten. Auch pfiff sie während neunzig Minuten kaum einmal Offside. Die seltsamste Entscheidung aber traf sie nach rund 70 Minuten, als sie einen Herrliberger Stürmer für ein angebliches Foul mit der gelb-roten Karte bestrafte. Dumm nur, dass dieser Spieler in diesem Moment etwa zwanzig Meter vom Spielgeschehen entfernt gestanden hatte. Nach lautstarken Protesten der Herrliberger nahm die Spielleiterin den offensichtlichen Fehlentscheid zurück.

Die Zolliker verpassten es in der zweiten Halbzeit, aus mehreren guten Konterchancen das 2:0 zu erzielen. So waren die Gastgeber dem Ausgleich stets näher. Einmal trafen sie nur die Querlatte, mehrmals rettete SCZ-Goalie Guy Rämi gekonnt, immer wieder konnte die Zolliker Hintermannschaft die Gastgeber im letzten Moment am Torschuss hindern. Einmal hätte die Schiedsrichterin nach einem Gewühl im Zolliker Strafraum durchaus auf Strafstoss entscheiden können. So war der Zolliker Sieg letztendlich etwas glücklich, trotz allem aber keineswegs unverdient. Die Gäste spielten clever, sie kämpften solidarisch, sie bildeten eine echte Mannschaft. Und sie hatten mit sechs Spielern auf der Ersatzbank die nötige Breite und Qualität im Kader, um die wegen längerer Ferienabwesenheiten teilweise noch ungenügende Kondition zu kompensieren.

Telegramm

FC Herrliberg II – SC Zollikon II 0:1 (0:1).

Fussballplatz Langacker, 50 Zuschauer. SR: Schallenberg.

Tore: 20. Musa Muhammed 0:1.

SCZ: Guy Rämi; Fabian von Rechenberg, Jakub Vanek, René Kaiser, Dennis Bühler; Martin Schmitz, Ismail Seven, Oliver Aeschimann, Musa Muhammed; Christian Stengele, Jan Burkhalter. Im Laufe der Partie eingewechselt: Florian Rohrer, Luis Salinas, Philip Lang, Ruben Fernandes, Severin Winkler, Elias Grisoni.