Die 3. Mannschaft gewinnt nach 0:2-Rückstand 4:2 gegen Stäfa
Auch in ihrem dritten Saisonspiel blieb die dritte Mannschaft des SC Zollikon ungeschlagen. Nach zwei unglücklichen Kontergegentoren erzielten Renato Lionzo und Elias Grisoni je zwei Treffer zum letztlich souveränen 4:2-Sieg gegen den FC Stäfa. Mit sieben Punkten aus drei Spielen steht das neu formierte Team an der Tabellenspitze der 5. Liga.
Von Cédric Hofstetter
Die 3. Mannschaft des Sportclubs Zollikon startete sehr motiviert in die Partie gegen die dritte Stäfner Mannschaft. Sofort konnten die Gäste durch deutlich mehr Ballbesitz den Gegner unter Druck setzen und die eine oder andere Halbchance verzeichnen, etwa durch einen Kopfball von Cédric Hofstetter oder einen Schuss von Elias Grisoni. Doch die Bemühungen der Zolliker sollten vorerst nicht belohnt werden.
In der 10. Minute ging der FC Stäfa durch einen gut gefahrenen Konter unerwartet 1:0 in Führung. Der SCZ war zu weit aufgerückt und hatte seine rechte Aussenbahn völlig entblösst, was das Heimteam kaltblütig ausnutzte. Zollikon verstärkte daraufhin den Druck und kam zu nennenswerten Abschlüssen durch Renato Lionzo, Elias Grisoni und Matthias Stettler, allerdings noch ohne Erfolg. Als der SCZ vehement den Weg zum Tor suchte und die Defensive wieder weit vorgerückt war, konnte erneut der FC Stäfa seine Stärke ausspielen: Wieder konterte der Gastgeber erfolgreich über die rechte Flanke, und so stand es nach 17 Minuten und zwei Stäfner Torschüssen 2:0 für das Heimteam.
Lionzo kann 0:2-Rückstand noch vor der Pause ausgleichen
Die Zolliker, nun sichtlich genervt, verloren nicht den Mut und griffen unnachgiebig weiter an. Die Angriffe waren beherzt, fanden aber immer ein unglückliches Ende, bis Renato Lionzo in der 28. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Der Angreifer setzte sich auf der linken Seite gegen einen Verteidiger durch und schloss erfolgreich mit einem präzisen Schuss in die nahe Ecke ab. Schon ein paar Minuten zuvor hatte Lionzo die halbe Verteidigung stehengelassen, war aber am Stäfner Torwart gescheitert.
Der SC Zollikon liess weiterhin nicht locker und gönnte dem Gegner kaum eine Verschnaufpause. Nach der Einwechslung der beiden Offensivkräfte Kevin Rocha und Luca Mazzola (für Elias Grisoni und Nagip Hakimi) konnte der Druck abermals erhöht werden. Leider fand der Einsatz von Mazzola nach einem unglücklichen Zweikampf ein jähes Ende. Er musste mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden. Zehn Minuten vor der Pause bediente Rocha den in die Mitte gestürmten Lionzo, der dem Torwart abermals keine Abwehrchance liess und das 2:2 erzielte.
In der zweiten Halbzeit hielt Zollikon an seinem Konzept fest und konnte mit seinem Passspiel und erfolgreichen Einzelaktionen immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Der in der ersten Halbzeit eingewechselte Sebastian Oettli stach dabei besonders positiv hervor. Der Mittelfeldspieler schlenzte den Ball um Haaresbreite am weiten Pfosten vorbei, nachdem er zwei Gegner mühelos stehen gelassen hatte.
Grisoni trifft, fällt, fällt ein zweites Mal – und trifft dann erneut
Eine bizarre Situation ereignete sich in der 55. Minute. Der ebenfalls bereits in der ersten Halbzeit eingewechselte Ivo Dugandzic eilte vom Spielfeld in Richtung Kabine. Nach einigen Minuten war er zurück auf seiner Position. Offensichtlich hatte er seine Fussballshorts gewechselt. Dugandzic wollte keinen Kommentar zu dieser Szene abgeben. Abgesehen davon spielte er eine souveräne Partie.
Der Höhepunkt der Partie ereignete sich in der 60. Minute, als Nicky Crawshaw sein Können mit einem herrlichen Pass aufblitzen liess. Der gebürtige Engländer lancierte von der Mittellinie aus den wieder eingewechselten Elias Grisoni, der den Ball durch die Beine des Torwarts zum 3:2 ins Netz schob. Es war der gleiche Grisoni, der zehn Minuten später nach einer Showeinlage einen Elfmeter forderte. Der Schiedsrichter liess weiterspielen – und dies völlig zu Recht.
Der unermüdliche Einsatz des Auswärtsteams und die spielerische Überlegenheit führten den FC Stäfa langsam aber sicher arg in Bedrängnis. Die Zolliker konnten die Offensivaktionen der Gastgeber beinahe vollständig neutralisieren. In der 77. Minute fiel Grisoni erneut im Strafraum, und dieses Mal entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. Auch dies wiederum ein korrekter Entscheid. Grisoni lief gleich selber an und verwandelte den Strafstoss mit viel Glück zum 4:2 – der Torhüter war in der Mitte stehen geblieben und Grisoni hatte den Ball tief in die Mitte geschossen. Trotzdem vermochte der Goalie diesen schwach getretenen Elfmeter nicht zu halten.
Ein rundum positives Fazit, auch wenn Hofstetter kläglich vergibt
Co-Trainer Tarik Azarnait Oumouloud, der in Abwesenheit von Cheftrainer Maroin Lahyani das Team von der Seitenlinie aus dirigierte, gab nun Anweisungen, um das Spiel zu beruhigen. Der SCZ liess den Ball gefahrlos in den eigenen Reihen zirkulieren. Cédric Hofstetter hatte die letzte grosse Chance des Spiels: Nach einem Abwehrfehler konnte der Brüttiseller alleine auf das gegnerische Tor zustürmen, vergab aber kläglich. Kurz darauf pfiff der Unparteiische nach zwei Nachspielminuten ab.
Das Fazit dieses dritten Saisonspiels fällt rundum positiv aus: Die 3. Zolliker Mannschaft zeigte nach ein paar Fehlern zu Beginn des Spiels eine souveräne und abgeklärte Leistung, der Sieg war trotz zeitweiligem Zwei-Tore-Rückstand mehr als verdient. Mit sieben Punkten aus drei Partien steht das im Sommer neu gegründete „Drü“ an der Spitze der Tabelle der 5. Liga.
