Die 2. Mannschaft spielt 1:1 gegen Italia Zurigo und legt Protest ein

Die 2. Mannschaft spielte am Donnerstagabend auswärts gegen den FC Italia Zurigo 1:1. Mit diesem Punktgewinn muss sie nach einer schlechten Leistung und einer turbulenten Schlussphase zufrieden sein – auch, weil sie vom Schiedsrichter krass benachteiligt wurde.

Von Dennis Bühler

Die Anfangsphase des Spiels zwischen dem FC Italia Zurigo und dem SC Zollikon in Zürich-Oerlikon war geprägt von Nervosität, Abspielfehlern und Unkonzentriertheit. Der Gastgeber präsentierte sich behäbig, die Gäste hatten trotz drei Trainingseinheiten auf Naturrasen offensichtlich Mühe, sich an die ungewohnte und überdies äusserst holprige Unterlage zu gewöhnen. Das Niveau und Tempo beider Mannschaften war einer 4.-Liga-Partie nicht angemessen. Nach einer Viertelstunde erzielte Italia Zurigo das 1:0: SCZ-Innenverteidiger Jakub Vanek hatte zu wenig energisch eingegriffen und der Stürmer Goalie Mauro Eichin keine Abwehrchance gelassen.

Von den 17 Zollikern, die Trainer Ben Crawshaw an diesem Donnerstagabend in seinen Kader berufen hatte, konnte keiner seine Bestleistung abrufen. Die Abwehr hatte Schwierigkeiten mit der Abstimmung und der plötzlichen Devise, stets bis zur Mittellinie aufzurücken. Den zentralen Mittelfeldspielern Ismail Seven und Renato Lionzo fehlten oft die Anspielstationen, da weder die Flügelläufer Chris Musa Muhammed und Marc Schöpfer noch die Angreifer Jan Burkhalter und Michael Kuhn richtig ins Spiel fanden. So versuchte es der SCZ immer wieder mit Distanzschüssen, die das gegnerische Tor aber allesamt deutlich verfehlten.

Der Schiedsrichter rückt immer stärker ins Zentrum

Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff trat der kurz zuvor eingewechselte Ruben Fernandes, der neuen Schwung ins lethargische Zolliker Spiel brachte, einen stehenden Ball aus rund zwanzig Metern über die Freistossmauer zum 1:1-Ausgleich. Mit dem Unentschieden zur Pause war der SCZ gut bedient, Crawshaw kritisierte seine Spieler in seiner Ansprache folgerichtig harsch.

In der zweiten Halbzeit rückte der Schiedsrichter, der schon zuvor einige fragwürdige Entscheidungen getroffen hatte, immer stärker ins Zentrum. Jedes Zolliker Foulspiel bestrafte er mit einer gelben Karte, mit den Spielern Italia Zurigos besprach er sich immer wieder in einer fremden, für die Zolliker unverständlichen Sprache. Den grössten, spielentscheidenden Fehlentscheid traf der Schiedsrichter, als er den enteilten Renato Lionzo aus einer vermeintlichen Abseitsposition zurückpfiff. Der Zolliker aber war – nicht übertrieben – fünf Meter hinter seinen zwei Gegenspielern gestartet. Lionzo erzielte das 2:1, dem Treffer jedoch verweigerte der Schiedsrichter die Anerkennung.

Fast ein Dutzend Karten trotz freundschaftlichen Spiels

Nach 75 Minuten verwies der „Unparteiische“ SCZ-Mittelfeldspieler Ismail Seven wegen Ballwegschlagens des Feldes. Trainer Ben Crawshaw monierte einen technischen Fehler – Ballwegschlagen kann laut Reglement nur mit einer gelben Karte bestraft werden –, weshalb er seinen Captain Jakub Vanek (René Kaiser war bereits ausgewechselt worden) anwies, beim Schiedsrichter Protest einzulegen. Letzterer reagierte mit einem Sprint zur Zolliker Coachingzone, wo Crawshaw in ruhigem Ton wiederholte, ab sofort unter Protest zu spielen. Der Schiedsrichter zeigte ihm die rote Karte und brüllte wutentbrannt, er habe ihn beleidigt und solle sofort von der Sportanlage verschwinden.

Crawshaw folge der Anweisung des Schiedsrichters, und Chris Johnson, der Crawshaw schon im Frühjahr während dessen Ferienabwesenheit ersetzt hatte, übernahm für die Schlussviertelstunde das Coaching. Der SCZ erspielte sich in Unterzahl noch einige Torchancen, Italia Zurigo aber war dem Sieg näher. Mehrmals rettete SCZ-Goalie Eichin mit starken Paraden, einmal stand der Pfosten dem Glück der Gastgeber im Wege.

Nach Spielschluss bekräftigte SCZ-Captain René Kaiser den Protest, der nun insbesondere auch der roten Karte gegen Trainer Ben Crawshaw galt. Ob der Fussballverband den SCZ mit Strafpunkten in der Fairnesstabelle sowie einer Geldbusse ein zweites Mal bestraft, nachdem die Mannschaft bereits vom Schiedsrichter benachteiligt wurde und das Spiel ungerechtfertigterweise in Unterzahl und ohne Cheftrainer beenden musste, bleibt abzuwarten. Festzuhalten bleibt, dass das Einverständnis mit dem Heimklub gut war und die Partie zu keinem Zeitpunkt gehässig gewesen war. Dass der Schiedsrichter dennoch eine fast zweistellige Anzahl gelbe sowie zwei rote Karten zeigte, beweist: An diesem Donnerstagabend hätten sich Italia Zurigo und der SC Zollikon besser ohne Schiedsrichter zum Fussball getroffen.

Telegramm

4. Liga: FC Italia Zurigo I – SC Zollikon II 1:1 (1:1). Sportanlage Neudorf, 30 Zuschauer.

Tore: 15. 1:0. 44. Fernandes 1:1.

SCZ: Mauro Eichin; Johann Weiss, Jakub Vanek, René Kaiser, Dennis Bühler; Chris Musa Muhammed, Ismail Seven, Renato Lionzo, Marc Schöpfer; Jan Burkhalter, Michael Kuhn.

Im Laufe der Partie eingewechselt: Ruben Fernandes, Nicky Crawshaw, Fabian von Rechenberg, Davide Guido, Elias Grisoni, Vitor Soares.