Grosser Aufwand ohne Ertrag: die 1. Mannschaft unterliegt Küsnacht
Die erste Mannschaft verliert das Derby gegen den FC Küsnacht mit 2:3. Obschon Zollikon die bessere Mannschaft ist, führen Unvermögen im Abschluss, drei Unkonzentriertheiten und Pech zur Niederlage.
Von Oliver Aeschimann
Mannschaft, Trainer und Zuschauer waren sich nach der Partie einig: Die Leistung war gut, das Resultat blanker Hohn. Schon in der Vorsaison hatte der Sportclub zwei Mal gegen seinen Nachbarn verloren, doch die Niederlagen waren auf Grund des Gebotenen auch verdient. Durch den Ansporn, im Derby gegen Küsnacht endlich zu punkten, startete die Zolliker Mannschaft furios in die Partie. Nach zwei Minuten kam sie durch Sandro Camichel zum ersten Abschluss, der nur knapp das Ziel verfehlte.
Fortan erspielte sich der SCZ Chancen im Minutentakt, doch es fiel kein Treffer für die Heimmannschaft. Der Führung am nächsten waren Yves Rämi mit einem Lattenkopfball, Sean Winkler, der seinen unkonventionellen Abschluss mit dem Rücken vom Torwart abgewehrt sah, Andrea Schärer nach einem Dribbling und Oliver Aeschimann, dessen Schuss aus zwanzig Metern ans Aluminium prallte.
Wer vorne keine Tore schiesst…
Postwendend traf der ehemalige SCZ-Junior Patrick Aeschbacher für den FCK in kurzem Abstand (34./38.) gleich doppelt. Beide Tore – zumal ihnen keine zwingenden Aktionen zu Grunde lagen – wären aus Zolliker Sicht leicht zu verhindern gewesen: Beim ersten Treffer stellte sich die Defensive des Sportclubs wenig energisch dem Zweikampf und dem zweiten Treffer war ein missglückter Rückpass vorangegangen. Da in der Folge auch Marco Schärer und Sean Winkler keine Fortune im Abschluss hatten, ging der SCZ mit einem 0:2 in die Pause.
Mit neuem Mut und stürmisch erschien die Heimmannschaft aus der Garderobe, die Trainer Merkli und Kienle hatten offenbar die richtigen Worte gefunden. In der 47. Minute erzielte Winkler nach einem langen Ball von Innenverteidiger Tomás Hermida den hochverdienten Anschlusstreffer. Es war dies in seinem fünften Meisterschaftseinsatz sein Treffer Nummer sieben.
Zwei Chancen – drei Tore
Fortan völlig auf die Defensive fixiert, stand Küsnacht tief und konzentrierte sich auf das Konterspiel. Dies führte zu einem Freistoss aus circa dreissig Metern, welcher – als Flanke gedacht – seinen Weg an Freund und Feind ins Tor fand. Torwart Guy Rämi ist auch beim dritten Gegentor von jeder Schuld frei zu sprechen, denn zu spät sah er, dass der Ball direkt Richtung Tor fliegen würde.
Dass die junge Zolliker Mannschaft trotz des erneuten Rückschlags weiterhin den Angriff suchte, spricht für ihren Charakter. Als dann in der 62. Minute ohrenbetäubender Applaus auf dem Riet ertönte, hatte der SCZ nicht etwa vor dem Küsnachter Tor reüssiert, sondern die Einwechslung von Captain Alessandro Felder stand bevor. Nach langer Verletzung gab er während des letzten Drittels der Partie sein Comeback und deutete schon an, welchen immensen Wert seine Präsenz, Technik und Übersicht für die Zolliker Mannschaft hat.
Fehlende Cleverness
Küsnacht verteidigte in der Schlussphase zwar geschickt, aber nicht immer mit fairen Mitteln. Der manchmal orientierungslos wirkende Schiedsrichter annullierte zudem noch ein Zolliker Tor nach einem Freistoss, weil er den Abstand der Mauer abmessen wollte, ohne dass je ein Spieler danach verlangt hatte. Diese Szene schien perfekt zur Geschichte dieses Spiels zu passen. Der zweite Zolliker Treffer durch Tomas Hermida nach einem an Kaspar Burger verschuldeten Foulelfmeter kam zu spät und war schlussendlich nur noch Resultatkorrektur.
Der FCK wurde für eine mässige Performance dank Effizienz und Einsatz mit drei Punkten fürstlich belohnt. Zollikon hatte über neunzig Minuten eine gute Leistung gezeigt, muss sich aber eine sündhafte Chancenverwertung vorwerfen lassen. Die besten Leistungen der Gäste zeigten mit Torwart Pfenninger, Wiki und Aeschbacher drei junge Spieler, die allesamt dem erweiterten Kader der ersten Mannschaft angehören. Ohne ansonsten aufzufallen agierten sie in den entscheidenden Momenten cleverer als die Akteure des Sportclubs.
Im anstehenden Spiel gegen Racing Club Zürich (Sonntag, 10.15 Uhr, Hochschulsportanlage Fluntern) muss der Sportclub Zollikon durch eine Bestätigung der Leistung und etwas mehr Cleverness das fehlende Glück erzwingen, sofern man den dritten Tabellenrang verteidigen und den Anschluss an die Spitzenteams Young Fellows und Männedorf halten will.
Das Telegramm
3. Liga, Gruppe 3: SC Zollikon – FC Küsnacht II 2:3 (0:2). Riet, 100 Zuschauer. Tore: 34. Aeschbacher 0:1. 38. Aeschbacher 0:2. 47. Winkler 1:2. 62. Wiki 1:3. 90. T. Hermida 2:3 (Foulelfmeter).
SCZ: G. Rämi; Bühlmann, Girod, T. Hermida, Martin; Aeschimann (62. A. Felder), Y. Rämi (39. Burger); Winkler, A. Schärer, Camichel; M. Schärer (55. Gubler).
Bemerkungen: 20. Lattenkopfball Y. Rämi, 21. Pfostenschuss Aeschimann, 85. Tor des SCZ aberkannt (unbekannter Grund). Ohne Einsatz im Aufgebot: F. Hermida, Hugentobler. SCZ ohne M. Felder, Kälin, Niederhauser, Stengele (verletzt) Azarnait (abwesend), Lionzo, Weber, Saliji, Lang, Dugandzic (Einsatz in 2. oder 3. Mannschaft), Kajan, Einstein, Bircher, Leumann (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 55. Aeschimann.
