Keine Belohnung für gute zweite Halbzeit: 1. Mannschaft spielt remis gegen Racing
Nachdem das Spiel lange unentschieden stand, erzielt der SCZ in der letzten Minute den vermeintlichen Siegtreffer. In der Nachspielzeit folgt aber der Ausgleich per Penalty
Von Ferry Hermida
„Wir spielen nicht schlecht, aber wir sind zu faul!“ Das war Alain Merklis Fazit nach 45 Minuten. Der Zolliker Trainer forderte nach einer eher trägen ersten Halbzeit mehr Bewegung von seinen Spielern. Zuvor hatten diese sich gegen Racing ziemlich schwer getan. Die Gastgeber hatten die Räume im Zentrum geschickt zugestellt und der SCZ konnte dadurch kaum kombinieren. Da man auch nicht auf die Flügel auswich, waren Chancen Mangelware. Auffällig war, dass der Regen und der Wind ein sehr erschwerendes Element für die beiden Teams, respektive deren Torhüter war. Vorerst bei mehreren Eckbällen der Gastgeber, bei denen die Zolliker Verteidigung die Kopfballduelle beinahe ausschliesslich verlor. Ein weiteres Mal in der 16. Minute, als ein Mittelfeldspieler von Racing ungestört aus knapp 20 Metern auf Guy Rämis Tor schiessen konnte. Der auf dem nassen Boden aufsetzende Ball rutschte dem Zolliker Schlussmann unter dem Arm hindurch ins Netz. Merkli beklagte sich daraufhin darüber, dass der SCZ einmal mehr einem Rückstand hinterher rennen musste. Glücklicherweise konnte sein Team aber schon bald wieder ausgleichen. Andrea Schärer drang nach einem Steilpass in den Strafraum und spitzelte dem herauseilenden Torwart den Ball vor den Händen weg. Der daraufhin zugesprochene Penalty wurde von Yves Rämi souverän verwandelt. Nach dem Ausgleich plätscherte das Spiel wieder vor sich hin, bis Guy Rämi vor der Pause noch einmal für einen Aufreger sorgte: Dem Zolliker Keeper flutschte ein Flankenball aus den Handschuhen, doch der frei liegende Ball wurde nur an den Aussenpfosten spediert.
Pausenansprache scheint Wirkung zu zeigen
Im zweiten Durchgang vermochte sich der SC Zollikon zu steigern. Plötzlich gewann man die Zweikämpfe und ein guter Spielfluss kam auf, sodass die Gäste die Partie komplett zu dominieren vermochten. In der letzten halben Stunde folgten auch noch die guten Torchancen und die Zolliker hätten schon bald in Führung gehen können. Allerdings brachten weder Sean Winkler, noch der eingewechselte Ferry Hermida genügend Druck hinter ihre Kopfbälle aus 10 Metern. Zudem verpasste Schärer nur knapp eine Flanke. So kam der vermeintliche Siegtreffer der Zolliker aber erst in der letzten Spielminute. Nicolas Girod lancierte Renato Lionzo mit einem langen Ball. Der Zolliker Flügelspieler spielte unter Druck eine hohe Bogenlampe in den 5-Meter-Raum, wo der Ball eine leichte Beute für den Racing-Torwart zu sein schien. Doch dieser liess während seines Sprungs den Ball fallen und Hermida, der die Aktion begleitet hatte, konnte praktisch auf der Torlinie einschieben. Der Schlusspfiff und somit auch die drei Punkte waren dem Greifen nah, doch noch sollte der Schiedsrichter ein Wörtchen mitreden. In der Nachspielzeit entschied dieser nämlich auf einen umstrittenen Elfmeter für die Gastgeber. Die Aktion, welche zum Elfmeter führte, war praktisch identisch mit jener von Schärer in der ersten Halbzeit. Bloss war diesmal der Stürmer aus abseitsverdächtiger Position gestartet und Rämi berührte beim Abwehrversuch klar den Ball. Der Referee liess sich jedoch nicht auf die Zolliker Reklamationen ein und Racing glich nur drei Minuten nach der Zolliker Führung aus. Dieses Resultat war zu wenig Lohn für die gute zweite Halbzeit des SCZ. Schliesslich hatte man dem Gegner keine Torchance zugelassen und mit einer letzten Aktion hätten die Seebuben beinahe doch noch die drei Punkte nach Hause mitgenommen. Schärer setzte sich über den Flügel durch und flankte zur Mitte. Hermida traf den Ball aus zehn Metern jedoch nicht richtig und verfehlte dabei knapp das Tor.
Erneut fehlende Cleverness?
Noch vor einer Woche hatte sich die erste Manschaft von Küsnacht übertölpeln lassen. Spieler und Zuschauer waren sich nach jenem Spiel einig, dass mangelnde Cleverness zur Niederlage geführt hatte. Nach dem Schlusspfiff auf der Sportanlage Fluntern war Cleverness beim Auslaufen der Mannschaft erneut ein Thema. Der Tenor war, dass der Führungstreffer so kurz vor Schluss über die Zeit hätte gebracht werden müssen. Tatsächlich hätten die Zolliker in der Nachspielzeit dem Ball mehr Sorge tragen können. Der Ausgleich war in der Entstehung allerdings dermassen zerfahren, dass er zu Stande kommen musste. Bleibt zu hoffen, dass die erste Mannschaft aus diesem erneuten Rückschlag die richtigen Lehren für kommende Spiele ziehen kann.
Das Telegramm
3. Liga, Gruppe 3: Racing Club ZH – SC Zollikon 1 2:2 (1:1). Sportanlage Fluntern, 20 Zuschauer.
Tore: 16. 1:0; 22. Y. Rämi (Pen.) 1:1; 89. F. Hermida 1:2; 90. (Pen.) 2:2.
SCZ: G. Rämi; Bühlmann, Aeschimann, Girod, Martin; Y. Rämi, A. Felder (75. Burger), Winkler; A. Schärer, Hugentobler (70. Lionzo); Gubler (62. F. Hermida).
Bemerkungen: Es fehlten: M. Schärer (nicht eingesetzt), F. Weber, V. Kälin (2. Mannschaft), Dugandzic, Einstein, Leumann, Kajan, Lang (nicht im Aufgebot), T. Hermida, S. Camichel (abwesend), B. Niederhauser, M. Saliji, A. Azarnait, M. Felder (alle verletzt).
