3. Mannschaft verliert Test trotz ansprechender Leistung knapp
Obwohl das letzte Spiel der Hinrunde im November knapp 1:2 verloren gegangen war, herrschte vor dem ersten Testspiel gegen den FC Fällanden (5. Liga) eine grosse Zuversicht in der 3. Mannschaft des SC Zollikon. Man konnte auf eine erfolgreiche und arbeitsreiche Winterpause zurückblicken und hoffte, dass man dadurch im Vergleich zu den anderen 5.-Liga-Teams ein wenig Boden gut machen konnte.
Von Dimitri Witzig
Dank des grossartigen Organisationstalentes unseres Teammanagers Tarik Azarnait stand uns im Dezember und Januar jede Woche eine Halle zum Training zur Verfügung. Diese wurde von vielen Spielern der dritten Mannschaft und einigen Spielern der zweiten Mannschaft rege genutzt, so dass praktisch den ganzen Winter über immer um die 15 Leute pro Training anwesend waren. Auch im ersten Training nach dem Hallentraining am letzten Mittwoch waren bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 20 Leute im Training anwesend, was doch sehr erfreulich ist.
Zusätzlich stiessen gegen Ende der Hinrunde beziehungsweise im Hallentraining mit Christian da Silva, Emanuel Telmo und Peter Schawalder neue Leute zum Team, die sich sofort durch gute Trainingspräsenz und grosses Engagement auszeichneten und die Mannschaft deutlich verstärkten. Ebenfalls wurde mit dem Rückrunden-Transfercoup von Altmeister Davide Guido etwas in die junge und motivierte Mannschaft gebracht, was ihr bisher noch gefehlt hatte: grosse Erfahrung.
Die Schaufelfähigkeiten der Eis-Spieler
Der FC Fällanden ist in seiner 5.Liga Gruppe zur Winterpause in der oberen Tabellenhälfte klassiert und war deshalb der optimale Testspielgegner: er befindet sich bereits dort, wo die 3. Mannschaft des SCZ in der Rückrunde hin will.
Zuerst muss an dieser Stelle noch ein grosses Dankeschön an die 1. Mannschaft des SCZ ausgesprochen werden, die den Platz vor ihrem Testspiel vom Neuschnee befreite, der in der Nacht gefallen war. Ohne die starken Schaufelfähigkeiten des „Eis“ wäre unser Spiel vermutlich ins Wasser resp. in den Schnee gefallen. Immerhin bewies das „Drü“, dass es auch über gewisse Schaufelfähigkeiten verfügt, indem es den kleinen Nebenplatz vom Schnee befreite.
Verschlafen, unglücklich und kämpferisch
So wurde um 15:30 Uhr das erste Testspiel der Rückrunde bei frostigen Temperaturen angepfiffen (Trainer Fabian von Rechenberg nennt dies meist „optimales Fussballwetter“). Dem Zolliker Team war in den ersten Minuten deutlich anzumerken, dass der letzte Ernstkampf über drei Monate zurücklag. Der Beginn war sehr unkonzentriert und wurde total verschlafen. Der Gegner kam mit viel mehr Wille und Feuer aus der Kabine und so geschah schon nach einigen Minuten, was man unbedingt vermeiden wollte: Nach einer halbhohen Hereingabe des rechten Flügelspielers von Fällanden wollte der sonst so fehlerfreie Maik Panter befreien und lenkte den Ball unglücklich ab, so dass der Ball am chancenlosen Vitor Soares vorbeikullerte und es bereits nach ungefähr fünf Minuten unglücklich 0:1 stand.
Nach diesem unglücklichen Gegentor gestand die Abwehr des „Drü“ dem Gegner jedoch während der gesamten Spielzeit nicht mehr viele Chancen zu. Ab der 10. Minute fing sich die gesamte Mannschaft und der SC Zollikon war für das restliche Spiel die bessere Mannschaft. Das Mittelfeld um Captain Cédric Hofstetter stand gegen hinten sehr kompakt und konnte auch gegen vorne einige Angriffe einleiten. Durch die Einwechslungen von Lukas Eichhorn und Dimitri Witzig und die Versetzung von Chrigi da Silva kam einiges an Schwung in den Angriff und man kam durch zwei Weitschüsse von da Silva zu ersten respektablen Chancen.
Auch sonst spielte sich das Spiel nun vermehrt in der gegnerischen Hälfte ab und die Zolliker kombinierten sich teilweise locker bis zum Strafraum durch die gegnerischen Reihen. Dort offenbarte sich jedoch eine fehlende Entschlossenheit diverser Spieler den Abschluss konsequent zu suchen. Eine Schwäche, welche schon in anderen Spielen sichtbar gewesen war. Kurz vor der Pause wurde ein letztes Mal Peter Schawalder auf dem linken Flügel lanciert. Sein Abschluss kurz vor der Strafraumgrenze knallte jedoch gegen die Querlatte und sollte leider sein Ziel nicht finden. Deshalb ging man mit der Erkenntnis in die Pause, dass man jetzt zwar die bessere Mannschaft war und hinten sehr kompakt stand, aber mit 0:1 zurücklag.
Verbessert, aber inkonsequent
Zur Halbzeit wurden ebenfalls Fabian Schwab und Davide Guido eingewechselt und dem sichtlich erschöpften Captain Cédric Hofstetter wurde eine kurze Ruhepause eingeräumt. Nach der Pause war der SC Zollikon weiterhin die bessere Mannschaft und liess dem Gegner weiterhin wenige Chancen zu. Lange Bälle des FC Fällanden wurden entweder von den Verteidigern oder dem sehr hoch stehenden Vitor Soares abgelaufen. Die sehr offensive Spielweise von Soares (z.B. linkische Lobs über die Angriffsreihe, Kopfball-Befreiungsaktionen zwanzig Meter vor dem Tor) bereitete Coach von Rechenberg zwar einige Kopfschmerzen, blieben jedoch ansonsten ohne Konsequenzen. So ist dem Schlussmann der Zolliker eine sehr starke Leistung anzurechnen. Er parierte zwei gefährliche Freistösse von der Strafraumgrenze mirakulös und war auch sonst ein sicherer Rückhalt.
Der SC Zollikon machte weiter Druck und war durch die Einwechslung des erfahrenen Davide Guido im Mittelfeld jetzt wesentlich ballsicherer und abgeklärter. So kamen die Zolliker mehrmals in den gegnerischen Strafraum, wo jedoch erneut die Konsequenz im Abschluss vermisst wurde und deshalb keine absolut zwingenden Chancen entstehen konnten. Kurz vor Schluss kam der SCZ noch zu seiner deutlichsten Chance. Auf dem rechten Flügel setzte sich der kurz zuvor eingewechselte Luka Demsar gegen zwei Gegenspieler durch und konnte auf Eichhorn weiterleiten, welcher den Ball gefährlich zur Mitte brachte. Dort setzte Telmo aus aussichtsreichster Position zum Kopfball an. Leider konnte er den Kopf nicht richtig zum Ball bewegen, weshalb daraus leider nur ein halbgefährlicher Brust-Ball resultierte. In den letzten Minuten versuchte der SCZ alles um die unnötige Niederlage abzuwenden. Doch auch die Sturmläufe von Innenverteidiger Maik Panter, der sein Eigengoal ausbügeln wollte, blieben ohne Erfolg und so stand es zum Schluss immer noch 0:1.
Fazit
Das „Drü“ zeigte eine kämpferische Leistung und stand (abgesehen von den ersten zehn Minuten) hinten sehr kompakt. Man merkte dem „Drü“ die fehlende Spielpraxis zwar deutlich an und diverse Leute waren mit der Umstellung auf das grosse Feld teilweise überfordert. Ich bin jedoch sehr optimistisch, dass durch fokussiertes Training in den nächsten Wochen und die restlichen Testspiele diese Mängel bis zum Beginn der Rückrunde behoben werden können. Das Ziel für die Rückrunde muss sicher sein, dass man in dieser zweigeteilten Gruppe zum Saisonende weiterhin an erster Stelle der zweiten Tabellenhälfte steht und den Rückstand gegen oben wenn möglich verkleinern kann.
Aufstellung SCZ
Vitor Soares; Daniel Christen, Maik Panter, Marcel Kaiser, Dario Ciurlia; Christian da Silva, Cedric Hofstetter, Peter Schawalder, Emanuel Telmo; Davide Giampa, Matthias Bircher.
Ersatzspieler: Dimitri Witzig, Davide Guido, Fabian Schwab, Lukas Eichhorn, Luka Demsar.
Bemerkung: Alle Spieler kamen auf eine Einsatzzeit von mindestens 45 Minuten. Nur die deutsche Abwehr-Mauer (und der bisherige Top-Torschütze(!) der Rückrunde) Maik Panter sowie der sichere Rückhalt Vitor Soares durften/mussten 90 Minuten ran.
