Die 1. Mannschaft schlägt Srpska trotz vieler vergebener Torchancen
Das Fanionteam schiesst gegen den FC Republika Srpska lange keine Tore, gewinnt letztlich aber doch überlegen 4:0. Der eingewechselte Sandro Camichel sorgt für viel Schwung und erzielt den Führungstreffer, zum Schluss trifft sogar Verteidiger Nicolas Girod.
Von Dennis Bühler
In der Startviertelstunde dominierte der Sportclub das Spiel, scheiterte aber mehrmals aus aussichtsreicher Position. Einem Torerfolg am nächsten kam Andrea Schärer, dessen Schuss in der 10. Minute von der Latte ins Feld zurücksprang. Michael Hugentobler wurde zwölf Minuten später penaltyreif umgeschubst, der Pfiff des Schiedsrichters Mustafai Ermir blieb jedoch aus. Danach bauten die Gastgeber unerklärlicherweise ab. Die Mannschaft von Republica Srpska, bestehend grösstenteils aus Spielern jenseits der 30 Jahre, konnte nicht, die Zolliker schienen nicht richtig zu wollen. So enervierte sich SCZ-Trainer Alain Merkli nach einer halben Stunde zu Recht über „Sparflammen-Fussball“ und forderte seine Spieler auf, energischer den Torabschluss zu suchen.
Kurz vor der Pause schoss Marco Schärer, der Goalie der Gäste liess abprallen, den Nachschuss von Hugentobler aber konnte er im Nachfassen behändigen. Zu Beginn der zweiten Hälfte kamen beide Mannschaften zu je einer guten Gelegenheit. Erst passte Marco Schärer von der Grundlinie zurück auf Sean Winkler, der den Ball freistehend aus vier Metern genau in die Arme des Torhüters schoss. Danach musste SCZ-Verteidiger Nicolas Girod zwei Mal innert dreissig Sekunden auf der eigenen Torlinie klären.
Hugentobler, Schärer und Winkler scheitern gleich mehrmals
Nun übernahm Zollikon wieder das Zepter, die Kräfte der Gäste schwanden sichtlich. In der 63. Minute lancierte Andrea Schärer Hugentobler, seinen wuchtigen Schuss von der Strafraumgrenze wehrte der Goalie der Gäste jedoch mit einer starken Parade ab. Drei Minuten später setzte sich der kurz zuvor eingewechselte Sandro Camichel auf dem rechten Flügel durch und passte quer vor dem gegnerischen Tor durch, Hugentobler aber kam einen Schritt zu spät und konnte den Ball nur noch unkontrolliert ins Aussennetz lenken. Wiederum drei Minuten später liess Schiedsrichter Ermir nach einem Foul an Kaspar Burger Vorteil laufen, Camichel übernahm den Ball und schloss einen sehenswerten Alleingang mit einem platzierten Schuss ins untere rechte Eck zum 1:0 ab.
Srpska kam nun kaum mehr gefährlich vors Zolliker Tor. Einzig der miserablen Chancenauswertung der Gastgeber war es geschuldet, dass das Spiel nicht längst entschieden war. Winkler vergab aus fünf Metern ein zweites Mal kläglich nach einem Rückpass von Andrea Schärer, dieselben beiden Zolliker Angreifer vertändelten kurz darauf den Ball, nachdem sie ohne Gegenwehr der Verteidigung auf den Goalie hatten zulaufen können. Hugentobler und der eingewechselte Dario Leumann droschen den Ball nach Rückpässen von der Grundlinie freistehend übers Tor.
Trainer Merkli: „Ein besserer Gegner bestraft unsere Fahrlässigkeit“
So musste der Sportclub völlig unnötig um den Sieg zittern. Erst fünf Minuten vor Schluss entschied Andrea Schärer die Partie mittels Elfmeter. Hugentobler war nach einem Solo gefoult worden. Nun fiel Srpska komplett auseinander. Nach einem Querpass des jüngeren der beiden Schärer-Brüder schoss ein Verteidiger der Gäste einen seiner Mitspieler an, der Ball kullerte über die eigene Torlinie. Und in der letzten Spielminute hatte auch Girod noch seinen grossen Auftritt: Hugentobler setzte den Verteidiger mit einem Aussenristpass mustergültig ein, und Girod markierte den 4:0-Endstand.
Trainer Merkli sprach nach der Partie von einer ordentlichen Leistung. „Wir haben uns zahlreiche Torchancen erarbeitet, aber viel zu lange keinen Treffer erzielt“, sagte er. „Ein stärkerer Gegner als Srpska nützt unsere klägliche Chancenauswertung zu seinen Gunsten.“ Besonders zufrieden war Merkli mit seinem zentralen Mittelfeld, das erstmals aus Yves Rämi und Kaspar Burger bestand. Tatsächlich hatten die beiden die schwierige Aufgabe, die verletzten Alessandro und Matteo Felder zu ersetzen, mit Bravour gelöst. Ebenso strich Merkli die guten Leistungen der Innenverteidiger Girod und Oliver Aeschimann heraus.
Nach dem spielfreien Pfingstwochenende tritt die 1. Mannschaft am Sonntag 3. Juni auswärts bei YF Juventus an. Die Stadtzürcher liegen drei Punkte hinter dem SCZ auf dem 4. Tabellenrang, tragen ihre Partie der 19. Runde aber erst übermorgen Dienstag gegen den FC Männedorf aus. „In den verbleibenden drei Spielen wollen wir das Ziel erreichen, das wir uns im Winter gesetzt haben“, sagte Merkli. „Wenn wir bis zur Sommerpause nicht mehr verlieren, sollten wir den dritten Platz verteidigen können.“
Telegramm
SC Zollikon – FC Republika Srpska 4:0 (0:0). Riet, 40 Zuschauer. SR: Ermir.
Tore: 69. Camichel 1:0. 85. A. Schärer (Penalty) 2:0. 87. Eigentor Srpska 3:0. 90. Girod 4:0.
SCZ: Niederhauser; Azarnait, Aeschimann, Girod, I. Dugandzic (38. Martin); Burger, Y. Rämi (67. Leumann); Winkler, A. Schärer, Hugentobler; M. Schärer (58. Camichel).
Bemerkungen: Beim SCZ überzählig auf der Ersatzbank: Saliji (Ersatzgoalie), Bühlmann, T. Hermida. SCZ ohne A. Felder, M. Felder, Gubler, F. Hermida (alle verletzt) sowie Einstein, Kajan und Stengele (alle abwesend). Gelbe Karte: 43. A. Schärer (Schwalbe). Niederhauser erstmals SCZ-Captain.
