2. Mannschaft verliert 1:3 – Pech und Unvermögen im Abschluss
Die 2. Mannschaft verliert in Oberwinterthur trotz grosser Überlegenheit 1:3. Das Zolliker Tor erzielt Ismail Seven, der beste Spieler an diesem Sonntagvormittag.
von Fabian von Rechenberg
Die 5.-Liga-Equipe des Sportclubs trat gestern Sonntag beim drittplatzierten FC Oberwinterthur an, zum ersten Mal betreut von Chris Johnson, der Trainer Ben Crawshaw während dessen Ferien vertritt. Chris hatte bereits das Training am Donnerstag geleitet und dank seiner Kompetenz und seiner positiven Ausstrahlung rasch die Akzeptanz der Spieler gewonnen. Wir freuen uns, wenn er sich als wichtiger Bestandteil in „la familia“ integriert.
Chris fand vor dem Spiel offensichtlich die richtigen Worte, denn die Mannschaft dominierte das Heimteam von Beginn weg. Nach zehn Minuten wurde Chris Musa Muhammed steil lanciert, und der afrikanische Mittelfeldspieler liess sowohl den Gegenspieler als auch den Torwart sehenswert aussteigen. Umso erstaunlicher war es, dass er dann das fast leere Tor verfehlte – doch mit dieser tollen Einzelleistung war das Feuerwerk der Zolliker in der ersten Halbzeit gezündet. Leider sündigten in der Folge aber auch seine Mitspieler im Abschluss und verpassten einige gute Chancen zum Führungstor.
Ismail Seven, der zweikampfstarke Ballverteiler
Die Erlösung kam nach einer halben Stunde, als Ismael Seven nach einem Corner einköpfte. Seven war wie so oft die herausragende Figur in den Reihen der 2. Mannschaft, er verteilte gekonnt die Bälle, er war immer anspielbar und gewann etliche Zweikämpfe. Kurz darauf bejubelten die Zolliker auch das vermeintliche 2:0. Jan Burkhalter hatte sich von der Seite in den Strafraum gedribbelt, wo er den heraneilenden Rolf Oberhänsli bediente, welcher ins leere Tor einschob. Doch Schiedsrichter Armin Kradolfer sah eine Abseitsstellung, was sogar die Gegenspieler erstaunte.
Die ersten 45 Minuten waren ein einziges Schaulaufen der Gäste. Einzige Tiefpunkte waren eine schwere Knieverletzung von Flavio Moccetti sowie etliche verpasste Torchancen. Mit einem aus Sicht der Oberwinterthurer sehr glücklichen 0:1-Rückstand begaben sich die Spieler zur Pause in die Kabinen.
In der zweiten Halbzeit ging es im gleichen Stil weiter: Die Oberwinterthurer wussten sich nur noch mit weiten Bällen zu helfen. Einen solchen schlugen sie auch in der 70. Minute. Dieser war aber viel zu weit geraten, so dass ihn SCZ-Goalie Swen Mäder locker aufnehmen konnte. In derselben Szene liess sich der gut abgedeckte Stürmer, der keine Chance hatte, den Ball zu erreichen, zwischen René Kaiser und Nicky Crawshaw an der Strafraumgrenze fallen. Eine äusserst dürftige Vorstellung – doch Schiedsrichter Kradolfer gab den Freistoss. Umso sehenswerter war die Ausführung: Die Nr. 10 der Oberwinterthurer knallte den Ball unhaltbar in die hohe Ecke.
Die Handschrift von Ben Crawshaw: nur der Sieg zählt
Das Unentschieden war für das Heimteam zu diesem Zeitpunkt mehr als schmeichelhaft, und dementsprechend versuchten sie es auch mit allen Mitteln zu verteidigen. Bei den Zollikern hingegen zeigte sich nun die Handschrift ihres Trainers Ben Crawshaw: Alles ausser einem Sieg ist inakzeptabel. Der SCZ warf alles nach vorne und wurde anfällig für Konter. In der 75. Minute wusste Ismael Seven einen rasch vorgetragenen Angriff der Gastgeber nur mit einem Foul zu stoppen. Aus ähnlich aussichtsreicher Position wie beim 1:1 trat wiederum die Nr. 10 an – und erneut war Swen Mäder chancenlos geschlagen.
Nach diesem Gegentreffer fiel die 2. Mannschaft auseinander. Positionen wurden kaum noch eingehalten, alle stürmten nach vorne. Jeder wollte unbedingt die drohende Niederlage abwenden. Das Spiel wurde extrem gehässig. Auch wenn die Partie fast ausschliesslich in der Platzhälfte des Heimteams stattfand, brachten die Zolliker den Ball nicht mehr im Tor der Oberwinterthurer unter. Kurz vor Schluss holte der ansonsten hervorragend spielende René Kaiser nach einem langen Ball der Platzherren den Stürmer von hinten von den Beinen. Auch wenn er dabei auch den Ball gespielt hatte, war der Elfmeterpfiff des Schiedsrichters folgerichtig. Auf die logische rote Karte verzichtete Kradolfer – scheinbar liess er Gnade vor Recht ergehen und sah die Zolliker mit dem Penalty, den Oberwinterthur zum 3:1-Endstand verwertete, schon genügend bestraft.
Und so verloren die Zolliker vor den Augen ihres Präsidenten Tresi Roca ihr erstes Pflichtspiel in dieser Saison etwas überraschend. Der stellvertretende Trainer Chris Johnson fand auch nach der Partie und trotz der Niederlage die treffenden Worte: „Wir hatten einfach nur Pech heute!“
