„Es macht einfach Freude, als Fan ein Teil dieser Gruppe zu sein“

7 Fragen an… Marco „Carlos“ Müller.
Er ist der wohl grösste Anhänger des Sportclubs Zollikon. Ein Spiel der 1. Mannschaft verpasst er nie, und auch dem „Zwei“ jubelt er regelmässig zu. Im Interview erklärt Marco Müller, was ihn am SCZ so fasziniert, wer für ihn Favorit auf den Aufstieg in die 2. Liga ist – und wie er zu seinem Übernamen kam, unter dem ihn heute jeder auf dem Sportplatz Riet kennt. 

 

Mit Marco Müller sprach Dennis Bühler

Du bist der wohl treueste Fan der 1. Mannschaft des SCZ und verpasst seit Jahren keines ihrer Spiele. Weshalb hat es dir dieses Team derart angetan?

Es gibt verschiedene Gründe und es hat nicht nur mit der 1. Mannschaft alleine zu tun. Zum einen bin ich, seit ich selber einen Ball vorwärts bewegen kann, ein SCZ’ler. Zum anderen ist seit der Übernahme der 1. Mannschaft durch das Trainerduo Alain Merkli und Nicolas „Füri“ Fürer vor rund zweieinhalb Jahren im ganzen Verein ein Wille zu spüren, etwas gemeinsam erreichen zu wollen. Und vor allem ist die jetzige 1. Mannschaft menschlich einfach eine super geniale Truppe die sogar noch Fussball spielen kann. Es macht einfach Freude als Fan ein Teil dieser Gruppe zu sein.

Am vergangenen Sonntag gewann die 1. Mannschaft in Unterstrass 5:0, heute Abend spielt sie in Fällanden erneut gegen einen Aufsteiger. Wie stufst du die bisherigen Leistungen in dieser Saison ein?

Da sehe ich noch Potenzial nach oben. Es fehlt im Moment noch ein wenig die Konstanz, zum Teil auch innerhalb einer einzelnen Halbzeit eines Spiels. Aber seien wir ehrlich, es ist im Moment ein Jammern auf relativ hohem Niveau. Bis auf das Spiel gegen Egg, als alle – inklusive Zuschauer (schmunzelt) – neben den Schuhen standen, mussten wir uns von keinem der Gegner über 90 Minuten dominieren lassen. Aber ich denke, die potenziell schwersten Gegner folgen alle erst noch, und es braucht von jedem noch einen Zusatzeffort will man das von den Trainern Alain Merkli und Werner Kienle formulierte Ziel erreichen. Möglich ist es auf alle Fälle, und mit der baldigen Rückkehr der beiden Felder-Brüder wird noch mehr Breite und Qualität in das Kader zurückkehren.

In der vergangenen Saison klassierte sich die 1. Mannschaft nach dem Aufstieg in die 3. Liga auf Anhieb auf dem sehr guten dritten Tabellenrang. Die Trainer Alain Merkli und Werner Kienle haben dennoch darauf verzichtet, in dieser Spielzeit den Aufstieg zum Ziel zu deklarieren und sprechen lieber davon, die Tabellenspitze angreifen zu wollen. Was traust du dem „Eis“ in dieser Saison zu?

Die Gruppe erscheint mir sehr ausgeglichen dieses Jahr. Ich persönlich sehe YF Juventus als Favoriten für den Aufstieg. Dahinter ein breites Verfolgerfeld mit Chancen, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Zu diesem Verfolgerfeld zählt unbestritten auch unsere 1. Mannschaft, zumal ich im letzten Spiel gegen Unterstrass, mal abgesehen von den ersten 20 Minuten, schon wieder sehr viele Sachen gesehen habe, die mich an die fantastische erste Saison in der 3. Liga erinnert haben.

Du hast selbst früher in der 1. Mannschaft des SCZ gespielt. Hier ein Ausschnitt aus der anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums des Vereines vor anderthalb Jahren erschienenen Chronik:

Nach der Trennung der erst vor kurzem zum Verein gestossenen Spieler ohne jeden Bezug zum SCZ musste der Kader 1992 durch junge Eigengewächse aufgestockt werden. Max Herter, Marco Müller, Markus Spiess, Luca Tonet und Michael Weisser erwiesen sich jedoch noch als zu wenig reif. Nach einer desolaten Saison, während der Spiele gegen Urdorf und Dietikon jeweils 0:9 verloren gegangen waren, stiegen die Zolliker in die 4. Liga ab. Das Entscheidungsspiel in Höngg hatten sie gegen Young Fellows durch ein Tor in der 87. Minute 0:1 verloren. Torhüterlegende Peter Ruckstuhl, der für diese Partie reaktiviert wurde, weil Stammgoalie Chris Stettler verletzt war, zeigte eine starke Partie, konnte das Gegentor aber nicht verhindern.

Mit welchen Erinnerungen denkst du an deine Anfangszeit im Fanionteam zurück?

Grundsätzlich mit guten Erinnerungen. Ich konnte von den erfahrenen Spielern sehr viel profitieren. Ich durfte ja zusammen mit Max Herter schon vor der Abstiegssaison 3.-Liga-Luft schnuppern, und wir hatten mit Richi Bauer und nachher mit Zlatko Dupovac zwei Trainer, die im absoluten Spitzenfussball tätig gewesen waren. Da gab es schon sehr viele Tricks und Finessen, die man mit auf den eigenen Weg nehmen konnte. Leider wurden zu dieser Zeit im SCZ sehr viele Fehler gemacht, es wurde „blind“ auf die 1. Mannschaft gesetzt mit vielen externen Spielern ohne Bezug zum SCZ, die A-Junioren wurden aufgelöst und der Zusammenhalt in der 1. Mannschaft war dementsprechend zu wenig gut um erfolgreich zu sein. Die Quittung folgte ja dann, und man dümpelte jahrelang in den Niederungen der 4. und sogar 5. Liga rum.

Welches waren die Höhe- und welches die Tiefpunkte deiner langen Zeit im SCZ, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind?

Einer der Höhepunkte war sicherlich meine Juniorenzeit. Wir hatten durchwegs hervorragende Mannschaften die immer um den Aufstieg mitspielen konnten. Die Derbys gegen den FC Seefeld stellten dann immer den Saisonhöhepunkt dar. Da ging es um mehr als nur um Punkte. Ebenso unvergessen bleibt die Zeit mit der 5.-Liga-Mannschaft unter Trainer Valerio Boschet: Eine Mannschaft mit unglaublichem Teamgeist und auch fussballerischem Talent, die ja dann auch den lang ersehnten Aufstieg in die 4. Liga schaffte. Der Tiefpunkt war ganz klar der Abstieg aus der 3. Liga, als wir im Entscheidungsspiel kurz vor Schluss den Gegentreffer hinnehmen mussten. Da brauchte ich lange, bis ich das verarbeitet hatte.

In den vergangenen Jahren hast du im SCZ als Seniorentrainer gewirkt. In deinen Dribbling-Berichten war aber je länger desto öfter vor allem zu lesen, wie schwierig es sei, an den Freitagabenden wenigstens elf Spieler für die Meisterschafsspiele zu motivieren. Nun gibt es seit anderthalb Jahren keine Senioren- und auch keine Veteranen mehr. Wie traurig stimmt dich diese Entwicklung, und kannst du Hoffnung auf baldige Besserung ausmachen?

Tja, das ganze stimmt mich sehr traurig. Aber leider haben wir derzeit definitiv zu wenig Spieler im Seniorenalter welche körperlich und mental in der Lage sind eine Saison anständig und seriös zu absolvieren. Dies dürfte sich kurzfristig auch nicht ändern, aber es würde mich natürlich persönlich sehr freuen, in ferner Zukunft wieder ein Senioren- und/oder Veteranenteam auf dem Riet am Werk zu sehen.

Seit es keine Senioren mehr gibt, trittst du – abgesehen von deinen Fanaktivitäten – nur noch als Organisator des traditionellen Bettags-Apéros im Zolliker Wald in Erscheinung. Wie kam es eigentlich zu dieser Tradition?

Diese Tradition geht weit zurück. Da war ich selber noch nicht mal in Planung (lacht). Als der Anlass vor ein paar Jahren aber plötzlich fast untergegangen wäre, entschied ich mich die Organisation zu übernehmen, damit der Bettags-Apéro weiter am Leben bleibt. Es würde mich sehr freuen, wenn wir im kommenden September auch vermehrt Spieler der 2. und 3. Mannschaft sowie die A-Junioren im „Chüele Grund“ begrüssen düften.

Und zu guter Letzt: Die wenigsten nennen dich – bei deinem richtigen Namen – Marco. Auf dem Riet bist du als Carlos viel bekannter. Weshalb eigentlich?

Das ist eine lustige, aber lange zurückliegende Geschichte. Sagen wir es mal so: Jemand der sich wegen zu heftigen Bierkonsums den Namen Marco nicht merken konnte machte einfach mal Carlos draus. Und da sich fast alle darüber amüsierten, blieb das ganze bis heute so.

 

*****
Steckbrief

* Geburtsdatum: 13.01.1974

* Beruf: Kaufm. Angestellter, Investment Management

* Spitzname: Carlos

* Bevorzugte Spielfeldposition früher als Spieler: Mittelfeld rechts

* Lieblingsverein: GCZ, Schalke 04 und SC Zollikon

* Vorbild (als Spieler): Marco Van Basten

* Der perfekte Spieler… stellt seine persönlichen Interessen immer in den Hintergrund

* Bisherige Vereine: SC Zollikon

* Mein aktueller Lieblingsspieler im SCZ: da gibt’s einige, ich sage aber mal Andrea Schärer

* Mein liebster SCZ-Spieler aller Zeiten: Dominique Häubi

* Mit ihm/ihr schaue ich am liebsten den SCZ-Spielen zu: allen die den SCZ lieben

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 1. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: Rang 2

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 2. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: obere Tabellenhälfte

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 3. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: im Tabellenmittelfeld

* Da steht der SCZ in fünf Jahren: mit der 1. Mannschaft in der 2. Liga regional und auf jeder Juniorenstufe mit einem Team in der Promotionsklasse

*****

Die Mittwochsserie „7 Fragen an…“ geht wegen Ferienabsenz des Interviewers in eine verfrühte Winterpause. 2013 startet die Serie neu. Alle bisherigen Interviews können auf dieser Seite abgerufen werden: Interviews April bis September 2012.

„Sechs Punkte aus drei Spielen sind gut – doch wir wollen mehr“

7 Fragen an… Albert Gubler.
Vor knapp einer Woche hat der Stürmer mit zwei Toren seinen Beitrag zum 6:3-Sieg der 1. Mannschaft gegen den FC Morava geleistet. Nach langer Verletzungspause ist der 23-Jährige auf dem besten Weg zurück zu alter Stärke – und eine grosse Hoffnung im SCZ-Angriff. Im Interview blickt er zurück auf den durchzogenen Saisonstart, „erklärt“ den neuen Eis-Trainer Werner Kienle – und kündigt an, im nächsten Jahr werde das Zolliker Grümpelturnier von Bernern erobert.

 

Mit Albert  Gubler sprach Dennis Bühler

Albi, du hast im letzten Spiel gegen den FC Morava erstmals seit langer Zeit wieder ein Tor erzielt – und hast dann gleich zwei Mal getroffen. Wie war es für dich, nach einer langen Verletzungspause endlich wieder jubeln zu können?

Nach der langen Verletzungspause macht mir Fussball jetzt so viel Spass wie noch nie zuvor. Dass es gleich so früh wieder mit dem Toreschiessen geklappt hat, war befreiend und gut fürs Selbstvertrauen.

Der Sieg gegen den FC Morava war sehr wichtig, denn der Saisonbeginn verlief mit der Cupniederlage, dem knappen Sieg gegen Meilen und der klaren Niederlage gegen Egg nicht wunschgemäss. Wie bist du bis anhin mit der Leistung der Mannschaft zufrieden?

Sechs Punkte aus drei Spielen sind ein guter Anfang, aber wir haben als Mannschaft sehr hohe Ansprüche. Das merkt man immer wieder. Wir geben uns nicht mit mittelmässigen Leistungen zufrieden und wollen auch in dieser Saison noch besser spielen als wir es bisher gezeigt haben.

Du hast im Interview vor der Saison gesagt, du würdest auf „eine möglichst attraktive und offensive Spielweise“ deines Teams hoffen. Ein 6:3-Sieg deutet auf Spektakel hin, in der Offensive wie in der Defensive. Innerhalb einer Woche trefft ihr nun nach Meilen und Morava mit Unterstrass und Fällanden auf zwei weitere Aufsteiger. Worin müsst ihr euch verbessern, damit ihr euch an der Tabellenspitze festsetzen könnt?

Die ganze Mannschaft muss wieder ein wenig schneller umschalten und unsere Defensive besser unterstützen. Wir haben die letzten zwei Spiele mehr Tore erhalten als wir uns gewöhnt sind. Zudem fehlt uns nach einigen enttäuschenden Ergebnissen in der Vorbereitung und gegen Egg ein wenig die Spielfreude, um in der Offensive unberechenbarer und flexibler zu sein. Doch insgesamt sind wir nach den sechs Toren am vergangenen Donnerstag wieder auf einem guten Weg. Nun gilt es, auch auswärts zu punkten.

Seit Anfang August trainiert Werner Kienle als Assistent von Alain Merkli die 1. Mannschaft. Du kennst Werner so gut wie kein anderer deiner Mitspieler, da du im vergangenen Jahr mit ihm zusammen die D-Junioren betreut hast und nun ebenfalls gemeinsam die C-Junioren trainierst. Was macht Werner als Trainer aus?

Werner ist bis in die Haarspitzen motiviert und gibt immer vollen Einsatz, sei das in der Vorbereitung des Trainings oder während des Spiels. Zudem gibt er sich nicht mit Niederlagen oder schlechten Leistungen zufrieden und ist sehr ehrgeizig. Dies spürt man sowohl als Co-Trainer als auch als Spieler und das treibt einen auch an.

Ist es speziell für dich, dienstags und donnerstags zuerst mit Werner gemeinsam die Juniorentrainings zu leiten, und dann ab Beginn der Einheiten des Fanionteams plötzlich seine Direktiven entgegennehmen zu müssen?

Nein, für mich ist die Umstellung keine grosse Sache. Bis 20 Uhr konzentriere ich mich voll darauf, die Junioren zu trainieren. Danach freue ich mich darauf, selbst zu spielen und etwas Neues zu lernen.

Du bist vor dreieinhalb Jahren als erster Berner zum SC Zollikon gekommen. Nun spielen mit Kaspar Burger, Nicolas Girod, Michael Hugentobler, Dario Leumann und dir fünf Berner in der 1. Mannschaft und nochmals etwa gleich viele in der 3. Mannschaft. Hört das denn nie auf?

Ich kann dich beruhigen, mittlerweile spielen wohl die meisten Berner, die wir kennen, auch beim SCZ. Wir kennen zwar noch einige gute Berner Fussballer in der Zürcher Umgebung, aber die werden ihren Bezug zum SCZ wohl auf die jährlichen Grümpis beschränken. Dank der grossen Präsenz in den Aktivmannschaften erhoffen wir uns am nächsten Grümpi mit unserem Berner Team „Schlicher“ ein besseres Abschneiden als dieses Jahr, als ich als Torwart zwei- oder dreimal danebengriff und unser Ausscheiden in der Gruppenphase verursachte. Im Sturm bin ich deutlich besser aufgehoben.

Ausser Nicolas Girod hat sich bisher keiner von euch fünf Bernern zum unumstrittenen Stammspieler in der 1. Mannschaft gemausert. Daher die Frage: Ist er der mit Abstand Beste von euch – oder hat er auf seiner Position einfach am wenigsten Konkurrenz?

Nicolas ist sicherlich der mit Abstand beste Innenverteidiger von uns allen. Er hat sich seinen Stammplatz durch seine sehr guten Leistungen in den letzten zwei Jahren mehr als verdient. Bei uns vieren fehlt ja nicht viel, um zur regelmässigen Startformation zu gehören. Ich würde mich natürlich freuen, wenn in dieser Saison einmal vier oder gar fünf Berner gleichzeitig auf dem Feld stehen würden.

 

 

 *****

Steckbrief

* Geburtsdatum: 27.02.1989

* Beruf/Studium: In der Ausbildung zum Wirtschaftsprüfer

* Bevorzugte Spielfeldposition: Sturm

* Lieblingsverein: Arsenal London und Eintracht Frankfurt

* Vorbild (als Spieler): Thierry Henry und Eric Cantona

* Vorbild (als Trainer): Arsène Wenger und José Mourinho

* Der perfekte Spieler… macht seine Mitspieler besser

* Bisherige Vereine: FC Bolligen, PSV Blau-Gelb Frankfurt, TSG Nieder-Erlenbach, FC Bolligen, SCZ

* Trainer seit: Sommer 2010

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 1. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: 3.

* Auf diesem Tabellenrang klassieren sich die C-Junioren des SCZ zum Ende dieser Saison: In der oberen Tabellenhälfte

* Da steht der SCZ in fünf Jahren: Mit der ersten Mannschaft in der zweiten Liga, mit allen Juniorenteams hoffentlich mindestens in der Promotion

* Das ist beim SCZ besser als beim FC Bolligen: Die Jugendarbeit

* Das ist beim FC Bolligen besser als beim SCZ: Die Trainingslager

* So würde ein Duell zwischen dem SCZ und dem FC Bolligen enden: 3:2 für den SCZ

„Wie in einem Orchester: Bei uns kann jeder Beethoven spielen“

7 Fragen an… Alain Merkli.
Der 34-jährige Trainer der 1. Mannschaft blickt zurück auf die vergangene Saison 2011/12 und betont, wie wichtig gute Stimmung für den Erfolg ist. Er nennt das Ziel für die vor kurzem angelaufene Saison – und er erklärt, weshalb ihn sein Team manchmal an ein Orchester erinnert.

 

Mit Alain Merkli sprach Dennis Bühler

Sprechen wir zuerst über die vergangene Saison, die erste 3.-Liga-Saison nach 18 Jahren in den Niederungen der zwei tiefsten Spielklassen. Alain Merkli, wie zufrieden bist du mit den Leistungen der 1. Mannschaft?

 „Ich bin sehr zufrieden. Die Ausgangslage zu Beginn der vergangenen Saison war für alle schwierig: Das Kader war gross, neu durften wir nur noch drei Mal auswechseln. Dennoch gab es sehr wenig Unstimmigkeiten. Keiner ist davon gelaufen, alle wollten Teil der 1. Mannschaft bleiben, auch wenn sie zu wenigen Einsätzen in der Meisterschaft gekommen sind. Das alleine ist ein grosser Erfolg.“

Gute Stimmung ist erfolgsabhängig. Seit du zusammen mit Nicolas Fürer vor zwei Jahren das Traineramt des „Eis“ übernommen hast, gab es kaum Rückschläge: Im ersten Jahr seid ihr in die 3. Liga aufgestiegen, in der zweiten Saison war rasch absehbar, dass der Klassenerhalt nicht gefährdet sein würde. Am Ende habt ihr euch auf dem hervorragenden dritten Tabellenrang klassiert. So ist die gute Stimmung doch ein Selbstläufer.

„Natürlich ist es einfacher, die Stimmung hochzuhalten, wenn man gewinnt. Die gute Stimmung hat bei uns aber nicht erst nach den Erfolgen Einzug gehalten – sie stand vielmehr am Anfang unseres Aufschwungs. Als wir das Traineramt übernahmen, verwendeten Nicolas und ich sehr viel Energie darauf, eine eigentliche Stimmungsmaschinerie in Gang zu setzen. Die zweite Mannschaft um Trainer Ben Crawshaw war dann massgeblich daran beteiligt, dass die Stimmung rasch so gut war und den ganzen Verein erfasste. Auch in Zukunft wird gute Stimmung grundlegend sein für weitere Verbesserungen. Wir haben es vor ein paar Wochen bei unserer Teamansprache zu Beginn unserer Trainingseinheiten nach der Sommerpause angesprochen: Zum Ende der vergangenen Saison hat die Stimmung ein bisschen nachgelassen – und genau da müssen wir ansetzen: Auch wenn einmal zwei, drei Spiele nicht nach Wunsch laufen, müssen wir positive Energie ausstrahlen und das Spielfeld immer mit breiter Brust betreten.“

Der 3. Platz am Ende der vergangenen Saison war sicherlich viel mehr, als man von einem Aufsteiger erwarten kann. Warst du von deiner Mannschaft auch hin und wieder überrascht?

„Ich war nicht überrascht von den Resultaten und auch nicht vom Schlussrang. Abgesehen von ganz wenigen Spielen traute ich meiner Mannschaft jeweils auch in der Schlussphase noch den Sieg zu, auch wenn wir zurücklagen. Der dritte Rang war ein hochgestecktes Ziel, aber wir sind an dieser Zielsetzung gewachsen. Die Vorzeichen waren gut, die Qualität stimmte, alle haben mitgezogen – ich wäre eher überrascht gewesen, hätten wir unser Ziel verpasst. Überraschung stellt sich höchstens ein, wenn ich nun auf die vergangenen zwei Jahre zurückblicke, auf diese grosse Entwicklung, die die Mannschaft und jeder einzelne Spieler hinter sich haben. Im Tagesgeschäft fehlt einem ja oft der Blick fürs grosse Ganze.“

Welches sind die grössten Stärken dieser Mannschaft?

„Auf mentaler Ebene ist es die Freundschaft, man kann fast von einer Bruderschaft sprechen. Der SCZ hat in dieser Hinsicht vielen Vereinen etwas voraus. Wir sind nicht einfach eine Fussballmannschaft, in der die ersten Elf spielen und die restlichen Spieler Lückenfüller sind. Wir sind – ich habe es schon im Dribbling-Interview im Winter gesagt – ein Unternehmen, in dem jeder seine Aufgaben hat. Nur gemeinsam funktionieren wir. Taktisch ist es unsere Stärke, dass wir verschiedene Spielsysteme anwenden können, dass das Spielverständnis der einzelnen Spieler wie auch der Mannschaft als Ganzes sehr ausgeprägt ist. Hier vergleiche ich uns mit einem Orchester: Die Spieler können ein Stück umsetzen wie es die Trainer vorgesehen haben. Es kommt nicht einer, und spielt eine Sonate von Beethoven, als ob sie von Chopin wäre, und ein anderer, als wäre sie von Mozart. Technisch beeindruckt mich unsere Ballsicherheit.“

19 Punkte in der Vorrunde, 19 Punkte in der Rückrunde – das deutet auf Kontinuität hin. Dennoch, scheint mir, waren die Leistungen im Herbst 2011 besser als im vergangenen Frühling. Wie fällt dein Vergleich der beiden Saisonhälften aus?

„Wir haben in der Rückrunde mehr Gegentore kassiert, wir hatten mehr Abnützung in den Beinen. Wir mussten auch mehr verletzungsbedingte Ausfälle hinnehmen, unter anderem mussten wir lange auf unser Herzstück im Zentrum verzichten, Alessandro und Matteo Felder. Die Rückrunde war nicht einfach. Trotzdem aber haben wir uns gut geschlagen. Gegen den FC Küsnacht beispielsweise haben wir auswärts eine ausgezeichnete Leistung gezeigt. Auch wenn wir nach einem Abnützungskampf knapp verloren, war dies eine unserer besten Darbietungen. Gegen Ende der vergangenen Saison haben wir die gute Stimmung leider ein wenig eingebüsst. Es war eine lange, harte Saison, die an allen gezehrt hat. Und die kommende Spielzeit wird noch intensiver: Wir spielen gegen einen zusätzlichen Gegner, wir haben mehr Spieler im Kader, der Konkurrenzkampf wird heftiger. In der nächsten Saison werden wir einen enorm langen Atem brauchen.“

Eine Fussballweisheit besagt ja ohnehin, dass die zweite Saison nach einem Aufstieg schwieriger wird als die erste, weil die Euphorie des Aufstiegs fehlt. Wird das auch auf euch zukommen?

„Der Weg wird länger, wir werden noch mehr investieren müssen, um erfolgreich zu bleiben. Aber wenn wir so fokussiert weiter arbeiten wie bisher, werden wir weiterhin Fortschritte erzielen. Und diese werden sich auch in der Tabelle niederschlagen.“

Als Aufsteiger lautete die Zielsetzung in der vergangenen Saison, die Klasse zu halten. Die Mannschaft wurde Dritter. Welches Ziel setzt ihr euch in der kommenden Spielzeit?

„Wenn wir uns zu stark auf einen konkreten Tabellenrang fokussieren, laufen wir Gefahr, uns zu verkrampfen, falls dieses Ziel plötzlich ins Wanken gerät. Dann bringen wir den sauberen Pass nicht mehr hin, bleiben nach einem Abspiel stehen, dann funktionieren auf einmal die einfachen Automatismen nicht mehr. Wir müssen am unsichtbaren Erfolg arbeiten, wir müssen die Grundlagen in jedem Spiel sauber und souverän bewältigen. Zuerst müssen wir ein gutes Wurzelwerk schaffen, dann können wir schauen, welche Früchte wir Ende Saison ernten können. Ein Baum, der auf gutem Boden wächst, trägt selten schlechte Früchte – und doch kann es mal ein faules Ei dabei haben. Unsere Zielformulierung ist, am unsichtbaren Erfolg zu arbeiten, immer besser und besser zu werden. Wenn wir unser gegen aussen unsichtbares Ziel erreichen, ist es mit Sicherheit so: Wir greifen die Tabellenspitze an.“

*****

Dieses Interview ist ein Ausschnitt des ausführlichen Gesprächs mit Alain Merkli und Werner Kienle, das vor der Saison geführt wurde und im Dribbling erscheint. Das SCZ-Vereinsheft wird in diesen Tagen an alle Mitglieder ausgeliefert.

„Leider beendete ich meine Fussballkarriere ohne Torerfolg“

7 Fragen an Sascha Gojkovic.
Der 30-jährige Hombrechtiker spielte bis vor zwei Jahren als Linksverteidiger für die 1. Mannschaft des SC Zollikon. Dann machte er sich auf, in einer noch unbekannten Sportart die Weltspitze zu erobern.

Mit Sascha Gojkovic sprach Dennis Bühler

Du spielst seit zwei Jahren nicht mehr beim SC Zollikon, zuvor warst du unter den Trainern Graziano Cocchiarella und Ferry Hermida einige Jahre Teil der 1. Mannschaft. Welche Erinnerungen verbinden dich mit dem SCZ?

Die schönen Erinnerungen sind noch präsent, jedoch mehrheitlich von den intensiven Trainings und Trainingslagern. An die Matches habe ich meist keine guten Erinnerungen, zumal ich ohne Torerfolg meine Aktivlaufbahn beendet habe.

Als du noch beim SCZ spieltest, wurde der angestrebte Aufstieg in die 3. Liga jeweils knapp verpasst. Kaum warst du weg, gelang die Promotion. Besteht da ein direkter Zusammenhang?

Definitiv (schmunzelt). Der Bau des neuen Kunstrasenspielfeldes hatte da aber ebenfalls einen Einfluss.

Du hast zwar deine Fussballschuhe an den Nagel gehängt, sportlich untätig aber bist du nicht geworden. Was fasziniert dich so an der Sportart Speedbadminton?

Diese Sportart ist schnell, fast überall spielbar, und man kann sich innerhalb einer Stunde voll auspowern.

Du hast im Speedminton in kurzer Zeit sehr viel erreicht: nach gerade mal zwei Jahren bist du bereits die Nummer 1 der Schweiz und weltweit die Nummer 18. Welches waren deine bis anhin grössten Erfolge und welche Ziele setzt du dir für die Zukunft?

Im Juni habe ich an der Europameisterschaft den damaligen Weltranglistenersten geschlagen. Auch zwei, drei weitere Topspieler konnte ich bereits besiegen. Internationale Turniere spiele ich aber nur selten, weil diese oft nicht gleich um die Ecke stattfinden. Und leider kann ich solch grosse Turniere noch nicht gewinnen. Falls ich aber in den nächsten Monaten noch stärker werden sollte, würde ich dann wohl einige Male die lange Anreise in Kauf nehmen und mein Glück versuchen.

Dein Trainingsgegner ist häufig dein Vater. Wer entscheidet die Testspiele für gewöhnlich für sich – und ist Speedbadminton in der Schweiz momentan eine Familienshow der Gojkovics?

Bis vor kurzem war mein Vater der einzige starke Trainingspartner, der mir in der Nähe zur Verfügung stand. Mittlerweile sind die Vereinsmitglieder der speederszurich.ch aber ebenfalls herangereift, und so kann ich auch mit anderen Spielern trainieren. Die Duelle entscheide ich aber meist noch zu meinen Gunsten. Im Doppel war es am vergangenen Weekend wirklich eine Familienshow: Mit meinem Vater gewann ich die Doppel-Schweizermeisterschaften.

Wie beurteilst du die Chancen des Speedbadmintons, in der Öffentlichkeit bald vermehrt wahrgenommen zu werden? Wird  diese Sportart dereinst vielleicht sogar olympisch?

In der Öffentlichkeit wird der Sport je länger, je mehr wahrgenommen – oft in Verbindung mit dem verwandten Blackminton, das im Dunkeln gespielt wird. Olympisch wird unsere Sportart allerdings wohl noch lange nicht. Wenn überhaupt mal.

Wenn du die Fähigkeiten vergleichst, die man im Fussball und im Speedbadminton braucht: Hätte auch einer deiner früheren SCZ-Mitspielern das Potenzial, um in deiner neuen Sportart mitzuhalten? Und kannst du dir vorstellen, dereinst wieder zum SCZ zurückzukehren – oder hast du definitiv mit dem Fussball abgeschlossen?

Die Fähigkeit, gutes Speedbadminton zu spielen, hätten wohl einige meiner früheren Mitspieler. Viele von ihnen spielten zu Juniorenzeiten wie ich auch Tennis, was für diesen Sport die wohl beste Voraussetzung ist. Leider sind meine physischen Voraussetzungen nicht mehr die besten, um wieder mit Fussball zu beginnen. Speedbadminton schont da meine Fussgelenke und die Knie doch etwas besser.

 

*****

Was überhaupt ist Speedminton?

Die Spielregeln.

Sascha Gojkovics Verein.

Kurzbericht von Sascha Gojkovics erstem Meistertitel.

 

*****

Steckbrief

* Geburtsdatum: 14.07.1982

* Beruf: Schreiner

* Bevorzugte Spielfeldposition früher als Fussballer: linker Verteidiger

* Lieblingsverein: FCZ

* Vorbild (als Spieler – egal ob im Fussball oder im Speedbadminton): Fussballtechnisch die Gebrüder Hermida

* Bisherige Vereine (sportartenübergreifend): TC Frohberg, TC Sonnenfeld, SC Zollikon, TC Bülach, TC Bührle

* Auf diesem Rang klassiere ich mich bei meinem nächsten grossen Speedbadminton-Turnier, dem Swiss Open: Rang 1

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 1. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: Rang 3

* Da steht der SCZ in fünf Jahren: in der 3. Liga

„Wie mein Vater werde auch ich den SCZ unterstützen – nur leiser“

7 Fragen an… Yves Rämi.
Der 24-jährige Mittelfeldspieler war am vergangenen Sonntag der beste Zolliker beim Startsieg gegen den FC Meilen – trotz Eigentor und Platzverweis. Trotz seines jungen Alters ist der Ältere der beiden Rämi-Brüder schon seit acht Jahren Nachwuchstrainer. Seit Anfang August betreut er die Zolliker A-Junioren. Dafür hätte er eigentlich gar keine Zeit, wie er im Interview sagt. „Aber ich kann es einfach nicht lassen. So bin ich halt.“

 

Mit Yves Rämi sprach Dennis Bühler

Am vergangenen Sonntag habt ihr euer erstes Saisonspiel gegen den FC Meilen nach einem 0:1-Rückstand noch gedreht und knapp 2:1 gewonnen. Wie schwer fiel euch dieser Sieg? 

Wie man am Resultat sieht, war es ein extrem schweres Spiel. Nicht zu unterschätzen ist aber die Tatsache, dass es das erste Saisonspiel war. Das Spiel war extrem hart umkämpft, zum Glück mit dem besseren Ende für uns. Wichtig für unsere Moral war vor allem, dass wir dieses Spiel in den Schlussminuten noch zu unseren Gunsten wenden konnten.

Du hast im Spiel gegen Meilen eine spezielle Rolle gespielt: Zuerst hast du ein Eigentor erzielt, dann wurdest du wegen Reklamierens mit einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt. Trotz dieser zwei negativen Aktionen warst du einer der besten Spieler und hast im Mittelfeld unzählige Bälle erobert. Wie hast du selbst dieses Spiel erlebt und wie bist du mit deiner Leistung zufrieden?

Für mich war es ein sehr unglückliches Spiel mit zwei unnötigen Szenen. Beim Eigengoal habe ich den Ball unterschätzt und somit aufs eigene Goal abgelenkt. In dieser Szene hätten wir uns besser absprechen müssen – mein Mitspieler Nicolas Girod war besser platziert und hätte den Ball ohne Probleme befreien können. Die gelb-rote Karte ärgert mich extrem, da ich in der Schlussminute keinen Grund mehr gehabt hätte zu reklamieren. Aber es war eine sehr hektische Schlussphase und ich hatte für einen Moment meine erste gelbe Karte vergessen, die ich zehn Minuten zuvor für ein Foul erhalten hatte. Im Grossen und Ganzen bin ich mit meiner Leistung zufrieden, aber ich muss noch viel und hart arbeiten.

Das zweite Jahr in der 3. Liga werde schwerer für euch, hast du in der Saisonvorschau gesagt. Dies, weil euch jetzt die Aufstiegseuphorie fehle. Nach Meilen trefft ihr am kommenden Sonntag mit dem FC Fällanden erneut auf einen Aufsteiger. Sind solche Spiele, in denen ihr der Favorit seid, für euch besonders schwer?

Das Spiel gegen den FC Fällanden wird auf jeden Fall kein normales Spiel – da spielt es gar keine Rolle, wer Favorit ist. Die Fällandner Spieler haben mit uns noch eine Rechnung offen, da wir vor einem Jahr vor ihnen aufgestiegen sind. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir den FC Fällanden diese Rechnung nicht begleichen lassen. Nur schade kann ich in diesem Spiel wegen meiner gelb-roten Karte nicht dabei sein.

In der Saisonvorschau hast du ebenfalls gesagt, in der zurückliegenden Vorbereitung habe die Freude am Fussball gefehlt. Weshalb ist dies so und wie könnt ihr die Freude wieder zurück gewinnen?

In der Vorbereitung hatten wir meiner Meinung nach zu wenig Trainingseinheiten, in denen wir alle Freude am Fussball hatten. Es lag nicht an den Trainern, sondern an jedem Spieler selbst sich motivieren zu können. Vielleicht hatten wir noch schwere Beine von einer langen und harten ersten 3.-Liga-Saison. Aber in der Woche vor dem Saisonbeginn ging ein riesiger Schub durch unser Team und wir freuten uns alle auf das erste Spiel. Wahrscheinlich hatten uns die Ernstkämpfe gefehlt. Am Sonntag konnte man sehen, dass wir ein Team sind und alle für einander gehen wollen. Genau das braucht es für eine erfolgreiche Saison.

Seit einigen Wochen bist du auch als Trainer der A-Junioren aktiv. Du trainierst Spieler, die nur wenige Jahre jünger sind als du. Ist dies eine Schwierigkeit oder vereinfacht dies deine Aufgabe? Und was hat beim ersten Saisonspiel nach dem Aufstieg in die Promotionsklasse am vergangenen Sonntag zum Sieg gefehlt?

Ich denke, es ist eher von Vorteil, da ich genau weiss was die A-Junioren wollen. Ich bin ein sehr offener Trainer und versuche es allen Recht zu machen, aber die Junioren wissen, dass ich als Trainer nicht immer der Kumpel sein kann. Ich muss als Coach die richtige Basis zwischen Kumpel und Trainer finden. Es bereitet enormen Spass diese motivierte Truppe zu trainieren. Am vergangenen Sonntag verloren wir leider knapp 1:2 und konnten keine Punkte aus Stäfa mit nach Hause nehmen. Da ich gleichzeitig selbst ein Spiel mit der ersten Mannschaft hatte, kann ich dazu nur antworten, was ich von meinem Trainerkollegen Mirsad Kadic gehört habe. Er sagte mir, dass das Spiel sehr eng umkämpft war und wir auch als Sieger vom Platz hätten gehen können. Es habe an der Präzision und der letzten Entschlossenheit vor dem Tor gefehlt.

Nachdem die A-Junioren im November 2010 in die Promotionsklasse aufgestiegen waren, stiegen sie im Frühling 2011 gleich wieder ab. Droht euch jetzt nach dem Aufstieg das gleiche Schicksal, oder als wie realistisch beurteilst du eure Chancen auf den Klassenerhalt?

Ich bin überzeugt und werde alles daran setzen, dass wir uns in der Promotionsklasse halten können. Wir haben ein extrem gutes und breites Kader, das über das Potenzial verfügt um in der Promotion zu bestehen. Wenn das ganze Team weiter so hart arbeitet wie in der Vorbereitung, dann bin ich mir sicher, dass wir nicht wie in der Vorsaison gleich wieder in die 1. Stärkeklasse absteigen werden.

Dein Vater hat jahrelang für den SCZ gespielt und ist als lautstarker Zuschauer noch immer bei fast jedem Spiel der 1. Mannschaft an der Seitenlinie, deine Mutter war jahrelang im Vereinsvorstand und ist das erste weibliche Ehrenmitglied, dein Bruder spielt mit dir als Torhüter in demselben Team. Die Familie Rämi ist die SCZ-Familie schlechthin. Hast du deine Liebe für den SCZ in die Wiege gelegt bekommen?

Wenn man sieht, wie lange ich schon beim SCZ bin, kann man dies sicherlich so sagen. Ich denke, ich werde den SCZ auch so lange unterstützen wie mein Vater – einfach nicht so lautstark. „La Familia“ ist für mich zu einer zweiten Familie geworden. Im Moment hätte ich eigentlich gar keine Zeit, um selbst Fussball zu spielen und auch noch Trainer der A-Junioren zu sein, aber ich kann es einfach nicht lassen. So bin ich halt.

 

Steckbrief

* Geburtsdatum: 27. März 1988

* Beruf: Sanitärmonteur

* Bevorzugte Spielfeldposition: Zentrales Mittelfeld

* Lieblingsverein: SCZ, Arsenal, FCZ

* Vorbild (als Spieler): Xavi

* Vorbild (als Trainer): Lucien Favre

* Der perfekte Spieler… stellt sich nicht in den Mittelpunkt

* Bisherige Vereine: SCZ

* Trainer seit: 2004

* Auf diesem Tabellenrang klassiert sich die 1. Mannschaft des SCZ zum Ende dieser Saison: 2. Platz

* Auf diesem Tabellenrang klassieren sich die A-Junioren des SCZ zum Ende dieser Saison: 5. Platz

* Da steht der SCZ in fünf Jahren: mit jeder Mannschaft eine Liga weiter oben

„Wir wollen die guten Leistungen bestätigen oder sogar verbessern“

7 Fragen an… die 1. Mannschaft.
Am kommenden Sonntag startet das Fanionteam des Sportclubs Zollikon in seine zweite Saison in der 3. Liga. Gegen den Aufsteiger Meilen werden die Zolliker, die eine unbefriedigende Vorbereitung mit dem Cup-Out in der ersten Runde und zwei Testspielniederlagen hinter sich haben, gleich gefordert sein.
Für diese spezielle Ausgabe der Interview-Serie „7 Fragen an…“ haben sieben Spieler der 1. Mannschaft die jeweils gleiche Frage beantwortet: Welche Zielsetzung setzt du dem Team und welche dir persönlich für die bevorstehende Saison 2012/13?

 

 

Oliver Aeschimann, Jahrgang 1988, Verteidiger:

Wenn wir so spielen wie in der Vorbereitung, kann unser Ziel nur Klassenerhalt lauten. Grundsätzlich verfügen wir allerdings über die Qualität, um uns auf einem mindestens so guten Rang zu klassieren wie in der vergangenen Spielzeit. Auch wenn die Gebrüder Felder zum Saisonbeginn und auch in der Rückrunde fehlen werden, will ich unter die Top drei. Persönlich möchte ich so oft wie möglich auf meiner bevorzugten Position in der Innenverteidigung zum Einsatz kommen.

Carlo Bühlmann, 1989, Verteidiger:

„Meine Zielsetzung für die 1. Mannschaft ist, dass wir uns nach dieser doch langen Sommerpause als Mannschaft möglichst schnell finden und harmonieren werden, um bis zur Winterpause einen Platz im vorderen Drittel der Tabelle erkämpft zu haben. Meine persönliche Zielsetzung ist es – wie für jeden Fussballer – verletzungsfrei zu regelmässigen Einsätzen in der 1. Mannschaft zu kommen und aktiv zum Erfolg des Teams beizutragen. Doch wäre ich natürlich auch bereit, gegebenenfalls die Mannschaft von der Seitenlinie aus so gut wie möglich zu unterstützen, damit wir viele siegreiche Sonntage erleben werden.“

Richard Einstein, 1984, Verteidiger:

Mit dem Team möchten wir die gute letzte Saison bestätigen und auch bei allfälligen Rückschlägen nicht nachlassen. Wenn ich einigermassen regelmässig vor Ort bin, möchte ich schnell wieder in den Rhythmus und zum einen oder anderen Einsatz kommen. So möchte ich meinen Beitrag leisten, damit wir weiterhin Fortschritte erzielen.

Christian Stengele, 1986, Verteidiger:

Das Ziel der Mannschaft muss es sein, einen weiteren Schritt vorwärts zu kommen. Das zweite Jahr nach einem Aufstieg ist meistens nicht einfach, trotzdem sollten wir uns das Ziel setzen, besser abzuschneiden als in der vergangenen Saison. Meine persönlichen Ziele sind, richtig fit zu werden und mit guten Leistungen der Mannschaft zu Siegen zu verhelfen.

Yves Rämi, 1988, Mittelfeldspieler:

„Am wichtigsten finde ich, dass wir die letztjährige Leistung bestätigen oder gar verbessern. Das zweite Jahr in der 3. Liga wird für uns sicher schwieriger, da uns die Aufstiegseuphorie nicht mehr trägt. Wir müssen auch wieder mit mehr Freude Fussball spielen – ich finde, in der Vorbereitung hat dies bisher gefehlt. Mein Ziel ist es, mir in diesem extrem breiten und guten Kader einen Stammplatz zu erkämpfen.“

Andrea Schärer, 1990, Angreifer:

Ich erwarte, dass wir uns gegenüber der vergangenen Saison steigern können, bessere Leistungen zeigen und dumme Niederlagen verhindern, wie es sie im letzten Jahr gegeben hat. Gelingt uns all dies, sollte es zu einem Tabellenplatz unter den ersten drei reichen. Ich persönlich möchte allerdings den Meistertitel holen. Mir ist bewusst, dass alles stimmen muss, damit wir in die 2. Liga aufsteigen – vor allem müssen wir während zehn Monaten konstant gute Leistungen zeigen. Doch wir haben das Potenzial dazu! Momentan bin ich gerade bemüht, wieder richtig gut in Form zu kommen nach meinem längeren Aufenthalt in Amerika. Erst dann kann ich wieder richtig angreifen.

Albert Gubler, 1989, Angreifer:

„Mit der Mannschaft wollen wir uns stetig verbessern, deshalb wünsche ich mir, dass wir mehr Punkte holen als in der Vorsaison. Zudem erhoffe ich mir eine möglichst attraktive und offensive Spielweise. Für mich persönlich geht es nach der wegen einer Verletzung verpassten letzten Spielzeit darum, möglichst viel Einsatzzeit zu erhalten um der Mannschaft helfen zu können. Ich möchte sicher wieder einmal ein Spiel durchspielen und einige Tore erzielen.“

/Antworten gesammelt von Dennis Bühler/

„Die 2. Mannschaft beginnt, eine neue Geschichte zu schreiben“

7 Fragen an… Ben Crawshaw.
Der 27-jährige gebürtige Engländer hat mit der 2. Mannschaft im Juni den Aufstieg in die 4. Liga geschafft. Im Interview blickt er zurück auf die vergangenen drei Jahre, setzt seinem Team ein hohes Ziel für die kommende Saison und erklärt, weshalb er so gerne Trainer dieser Mannschaft ist. „Meine Spieler sind für mich zu einer Familie geworden“, sagt er. „Ich gehe mit ihnen durch dick und dünn.“

Mit Ben Crawshaw sprach Dennis Bühler


Ben Crawshaw, du bist seit drei Jahren Trainer der 2. Mannschaft. In der vergangenen Saison hat es endlich mit dem schon zuvor angestrebten Aufstieg in die 4. Liga geklappt. Was lief in der letzten Saison besser als in den beiden Spielzeiten zuvor?

Ganz ehrlich: In jeder der vergangenen drei Saisons war mein Team die beste Mannschaft der Gruppe. Im ersten Jahr hatten wir ein wenig Pech, weil die zweite Mannschaft des FC Mönchaltorf im entscheidenden Duell auf Spieler der ersten Mannschaft zurückgriff und uns so um den Aufstieg brachte. Im zweiten Jahr scheiterten wir an uns selbst. Die Disziplin war mangelhaft, dementsprechend viele Strafpunkte erhielten wir. Jetzt, im dritten Jahr, haben wir uns den Aufstieg mit harter Arbeit redlich verdient. Jeder Spieler hat in jeder Saison noch einen Zacken zugelegt. Unsere Disziplin und Erfahrung, wie wir uns in verschiedenen schwierigen Situationen zu verhalten haben, hat uns im Aufstiegsrennen sehr geholfen.

Bitte ziehe eine Bilanz: Wie zufrieden bist du mit der Saison 2011/12?

Unser grösstes Ziel, den Aufstieg in die 4. Liga, haben wir erreicht. Das Kader ist breiter geworden und meine Spieler waren das ganze Jahr über sehr motiviert. Sicherlich gab es auch einige negative Punkte, doch diese gehören wohl einfach dazu und aus diesen Situationen habe auch ich als Trainer viel dazulernen können. Als Perfektionist bin ich nie zu hundert Prozent zufrieden, aber es ist schon so: Ich darf glücklich sein und auch ein wenig stolz auf meine Jungs.

Mit dem FC Glattbrugg lieferte sich die 2. Mannschaft in der letzten Saison ein lange währendes Duell, das in der direkten Begegnung Anfang Juni seinen Höhepunkt fand. Deine Mannschaft gewann auswärts 3:1. Worin siehst du die Gründe für diesen Erfolg im entscheidenden Spiel?

Wir bewiesen einen grossen Teamgeist, gingen sehr gut vorbereitet auf das Spielfeld und zeigten sehr viel Kampfgeist. Und wir agierten sehr diszipliniert. Dieses Spiel wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Das Kader der 2. Mannschaft ist sehr heterogen: Es gibt Spieler, die sehr motiviert sind, solche, die nur ab und zu ins Training kommen. Es gibt Spieler, die früher in höheren Ligen gespielt haben, es gibt solche, die erst vor kurzem mit Vereinsfussball begonnen haben. Weshalb bist du gerne Trainer dieses Teams?

Meine Mannschaft ist für mich wie zu einer Familie geworden. Es ist für mich nicht nur ein Hobby, Trainer zu sein, es ist eine Leidenschaft. Es ist für mich zu einem Lebensziel geworden, mit meinen Jungs Spass zu haben und Erfolge zu feiern und mit ihnen durch dick und dünn zu gehen. Wenn ich sehe, wie sich die einzelnen Spieler gesteigert haben, wenn ich sehe, wie Freundschaften entstehen und die Spieler in jedem Training mit Freude bei der Sache sind, gibt mir dies sehr viel zurück. Dass es in dieser Mannschaft viele verschiedene Charaktere mit unterschiedlicher Herkunft und Vergangenheit hat, macht die ganze Sache nur noch spannender.

In der kommenden Saison wechselt die Rolle deiner Mannschaft: Sie ist nicht mehr in jedem Spiel der Favorit, sondern als Aufsteiger in der 4. Liga der Aussenseiter. Wie lautet dein Saisonziel?

Mein Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen und am Schluss der Saison mehr Punkte auf dem Konto zu haben als alle anderen Vereine unserer Gruppe. Ich verlange in jedem Spiel drei Punkte von meinen Spielern.

Der SCZ hat auf die neue Saison hin eine 3. Mannschaft gegründet. Begrüsst du diese Entscheidung?

Auf jeden Fall. Unsere SCZ-Familie wird in jedem Jahr grösser. Ich glaube, die Gründung der dritten Mannschaft ermöglicht mehr Aktivspielern, glücklich zu sein, weil sie häufiger zum Zug kommen werden. Auch hoffe ich, dass ehemalige Spieler zum SCZ zurückkehren, denen der Aufwand für die 3. oder 4. Liga zu gross wäre. In der 5. Liga haben sie nun die Möglichkeit, Fussball zu spielen – und auch dort nicht ohne Ambitionen.

Zum Schluss: Die Saison 2011/12 war für dich beinahe perfekt – mit dem SCZ bist du aufgestiegen, dein Lieblingsteam Manchester City ist zum ersten Mal seit 1968 (!) englischer Meister geworden. Kann dein Leben überhaupt noch besser werden?

Es war in der Tat eine schöne und unvergessliche Saison. Was Manchester City anbelangt, möchte ich nur zwei Dinge sagen: „Living the dream“ und „this is how it feels to be city“. Was den SCZ betrifft, möchte ich nun eigentlich gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren über den Erfolg der vergangenen Saison. Der ist nun Geschichte, und ich habe nur noch eines im Kopf: die Zukunft! Meine Mannschaft hat das Buch mit dem Titel „5. Liga“ zu Ende geschrieben. Nun beginnen wir, eine neue Geschichte zu schreiben.

 

Ben Crawshaw

* Funktion im Verein: Trainer 2. Mannschaft, Schiedsrichter

* Geburtsdatum: 22. Mai 1985

* Nationalität: Mancunian Schweizer

* Bevorzugte Position früher als Spieler: Verteidiger

* Beruf: Trainer

* Bisherige Vereine: SCZ

* Im SCZ seit: 1991

* Lieblingsteam: MCFC & SCZ

* Lieblingsspieler: Yaya Touré, Mario Balotelli und alle Spieler, die ich je trainiert habe (mit einer Ausnahme: Fabian von Rechenberg)

„Auch wenn ich zum FCZ gehe: Ich werde immer ein SCZ-ler bleiben“

7 Fragen an… Nicolas Fürer.
Am Sonntag beginnt für die Zolliker Fussballer mit der ersten Cuprunde die neue Saison. Nicht mehr dabei sein wird der bisherige Trainer Nicolas Fürer, der sein Amt per Ende der vergangenen Spielzeit überraschend abgab. Im Interview erklärt der 32-Jährige, weshalb er sich für den FCZ entschied – und warum dies kein Entscheid gegen den SCZ sei.

Mit Nicolas Fürer sprach Dennis Bühler

Wenige Wochen vor dem Ende der vergangenen Saison gab Nicolas Fürer seinen Abgang als Trainer der 1. Mannschaft bekannt. Zwei Jahre hatte der 32-Jährige gemeinsam mit Alain Merkli das Fanionteam betreut. Gleich im ersten Jahr hatten die beiden jungen Trainer ihre Equipe zum erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga seit fast zwei Jahrzehnten geführt. In der vergangenen Saison 2011/12 hatte die Mannschaft kaum Schwierigkeiten, sich ans höhere Spieltempo zu gewöhnen. Am Ende der sehr erfolgreichen Spielzeit klassierte sich der SCZ auf dem dritten Tabellenrang.

Nicolas Fürer, dein Rücktritt als Trainer der 1. Mannschaft des SC Zollikon kam für viele überraschend. Weshalb hast du dich entschieden, dieses Amt abzugeben?

Das war kein Entscheid gegen den SCZ. Ich werde immer ein SCZ-ler bleiben. Es war vielmehr ein Entscheid für den FC Zürich. Eine Doppelbelastung kam für mich nie in Frage. Das wäre weder für den SCZ noch für den FCZ gut gewesen – und auch nicht für mich.

Du verlässt die 1. Mannschaft ein Jahr vor Ablauf des Dreijahresvertrages, auf dem du gemeinsam mit Alain Merkli im Sommer 2010 bei den Verhandlungen mit dem SCZ-Vorstand bestanden hast. „Unser Projekt mit dieser Mannschaft dauert drei Jahre – mindestens“, habt ihr immer wieder gesagt. Verlässt du den SCZ auch, weil der Erfolg mit der 1. Mannschaft vielleicht sogar schneller Einzug gehalten hat als erhofft, und dir nach dem Aufstieg in die 3. Liga in der ersten und der Etablierung im vorderen Tabellendrittel in der zweiten Saison die Ziele fehlten?

Sicher haben wir eine rasante Entwicklung in den letzten zwei Jahren hinter uns und ich glaube, dass die anstehende Weiterentwicklung mit dieser tollen Mannschaft eine grosse Herausforderung und Erfahrung gewesen wäre. Aber die Möglichkeit, in einer der besten Juniorenabteilungen der Schweiz zu arbeiten, wollte ich unbedingt wahrnehmen.

Du wechselst vom SCZ nicht zu irgendwem, sondern zum FC Zürich. Welche Aufgabe übernimmst du beim Stadtklub genau?

Das stimmt. Zu einem anderen Verein hätte ich auch nicht gewechselt. Ich werde die FCZ U-13 Pfannenstiel in Küsnacht betreuen.

Du hast in den vergangenen Jahren mit A-Junioren und dann mit erwachsenen Spielern gearbeitet, nun wirst du deutlich jüngere Junioren trainieren. Ändert sich für dich damit auch etwas an deinem Trainingsstil – und sind diese beiden Aufgaben überhaupt vergleichbar?

Natürlich gibt es einige Änderungen im Trainingsstil, aber diese sind minim. Auch in Zollikon haben wir hoch professionelle Trainingsarbeit verrichtet. Am Ende des Tages sind doch alle Fussballer gleich: Wir wollen Spass haben und uns stetig weiter verbessern. Dies unseren Mannschaften zu ermöglichen ist die Aufgabe von uns Trainern.

Die Kinder, die du in Zukunft trainieren wirst, glauben allesamt, am Anfang einer erfolgreichen Karriere als Profifussballer zu stehen. Mindestens genauso ambitioniert werden wohl deren Eltern auftreten. Freust du dich ohne Einschränkung auf die Zusammenarbeit mit den Talenten und deren Umfeld, oder bereitet dir dies auch ein wenig Sorgen?

Ich freue mich ohne Einschränkung auf meine Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Spielern und deren Eltern. Wir wollen doch alle das Beste für die Spieler. Das sollten wir uns immer vor Augen halten.

Du bist erst 32-jährig, auch für dich ist eine Karriere noch denkbar. Als Fussballer wohl eher weniger – nicht nur wegen deines Alters –, vielleicht aber als Trainer. Ist es dein Ziel, dereinst als Trainer im Profibereich zu agieren?

Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. Aber eigentlich habe ich keine Ambitionen vom Trainerbusiness zu leben. Ich möchte mich einfach immer verbessern und freue mich extrem auf die künftigen Herausforderungen im Fussball. Sei das beim FCZ oder wo auch immer.

Alain Merkli trainiert das Zolliker Fanionteam auch in der kommenden Saison, assistieren wird ihn Werner Kienle. Diese Konstellation sollte Kontinuität garantieren. Was traust du deinem ehemaligen Trainerkollegen und deinen ehemaligen Spielern in der neuen Saison zu – und wird man dich hin und da als Zuschauer am Spielfeldrand begrüssen dürfen?

„Einen Tipp möchte ich nicht abgeben, das wäre nicht fair. Doch ich traue meiner ehemaligen Mannschaft auf jeden Fall eine Menge zu. Und ich freue mich, so häufig wie möglich auf dem Riet als – und das verspreche ich hiermit – stiller Zuschauer dabei zu sein.“

 

 

Nicolas Fürer

* Geburtsdatum: 13.06.1980

* Beruf: Assistent der Geschäftsleitung, Ford Motor Company (Switzerland) SA

* Lieblingsverein: SC Zollikon

* Vorbild (als Trainer): Vorbild ist wohl das falsche Wort, aber ich versuche mir bei vielen Trainern schon einige Dinge abzuschauen

* Der perfekte Spieler: …hat Spass an dem was er macht. Derzeit ist für mich Andres Iniesta der kompletteste Fussballer, aber wenn der Busfahrer die Mannschaft des FC Barcelona nicht rechtzeitig zum Spiel bringt, kann auch er nicht spielen… Fussball ist ein Mannschaftssport!

* Bisherige Vereine (als Spieler): SC Zollikon

* Bisherige Vereine (als Trainer): SC Zollikon

* Trainer seit: weiss ich nicht mal so genau, jedenfalls schon lange

* Das werde ich vom SCZ vermissen: die Spieler, die Zusammenarbeit mit dem Verein und natürlich mit Alain, der zu einem wirklich sehr guten Freund geworden ist.

* Da stehe ich in fünf Jahren: mitten im Leben und mit beiden Beinen auf dem Boden

„Wir A-Junioren dürfen und müssen uns nicht verstecken“

7 Fragen an… Rico Bühlmann.
Am Tag vor seinem 19. Geburtstag erzielte der offensive Mittelfeldspieler am vergangenen Sonntag seine ersten beiden Tore für die 1. Mannschaft. Im Interview zieht der Hochbauzeichner, der seit zwölf Jahren beim SCZ spielt und sonst nur bei Red Star Zürich aktiv war, Bilanz der Saison der A-Junioren. Wichtig sei ihm nicht nur der Aufstieg in die Promotionsklasse, sondern auch der gute Teamgeist. Und er sagt: „Die 2. Liga ist ein Traum für mich.“

Mit Rico Bühlmann sprach Dennis Bühler

Am vergangenen Sonntag bist du im letzten Saisonspiel der 1. Mannschaft kurz nach der Halbzeitpause eingewechselt worden und hast mit deinen beiden Toren mitgeholfen, den 1:3-Rückstand gegen den FC Rüti zum 4:3 zu kehren. Wie war es für dich als A-Junior, das Fanionteam vor der Niederlage zu retten?

Das Spiel gegen den FC Rüti war für uns ein hartes Stück Arbeit. Als ich in der 50. Minute eingewechselt wurde, fühlte ich mich gleich wohl auf dem Platz. Je länger das Spiel dauerte desto stärker wurden wir. Am Schluss haben wir sehr verdient gewonnen. Dass ich meine ersten beiden Toren für das Fanionteam des SCZ schoss, macht mich sehr stolz. Über die ganze Spielzeit gesehen war es keine gute Leistung des Teams, doch wir bewiesen Moral.

Schon im Herbst bist du in der 1. Mannschaft zu einigen Kurzeinsätzen gekommen. Zum Saisonende konntest du nun davon profitieren, dass dem „Eis“ gleich ein Dutzend Spieler fehlten. Mit Valentin Kälin hat einer deiner A-Junioren-Teamkollegen im Herbst das Tor zum 1:1 gegen den FC Witikon erzielt. Wie bist du mit der Ausbeute von dir und den übrigen A-Junioren in den Aktivteams zufrieden?

Dass Kader des „Eis“ ist breit und besteht aus vielen guten Spielern, deshalb kamen nur wenige A-Junioren zu Teileinsätzen. Doch finde ich dies nicht schlimm. Vielmehr ist es gut für den Verein, dass er gegenwärtig so eine starke Aktivmannschaft bilden kann. Der Erfolg des „Eis“ motiviert mich und andere A-Junioren sehr und zeigt auch welche langfristigen Ziele der Verein hat. Ich bin überzeugt, dass wir A-Junioren einen gewissen Respekt vor dem „Eis“ haben müssen. Doch wir dürfen und müssen uns nicht verstecken. Unsere Ausbeute, denke ich, ist nicht unbeträchtlich: Zu erwähnen sind nicht nur die Tore, wichtig ist auch die gute Zusammenarbeit mit dem „Eis“ und dem „Zwei“.

Mit den A-Junioren seid ihr im vergangenen November aus der Promotionsklasse abgestiegen, nun gelang nach einer überzeugenden Saison der sofortige Wiederaufstieg. Wie fällt deine Saisonbilanz der A-Junioren aus?

Sportlich gesehen gab es in dieser Saison viele Höhen und Tiefen. Ich denke, unser 3:2-Auswärtssieg in Russikon war wohl der Wendepunkt in dieser Saison. Wir haben in einem schlechten Spiel viel Kampfgeist gezeigt und dadurch gewonnen. Auch in unserem zweitletzten Saisonspiel gegen Gossau erzielten wir in der 94. Minute durch einen Foulpenalty den entscheidenden Treffer zum Sieg. Nicht nur der sportliche Erfolg, sondern vielmehr der Teamgeist faszinierte mich. Wir können mit neun Siegen und einer Niederlage sehr zufrieden sein und ich freue mich sehr auf die kommende Herausforderung.

Was macht die A-Junioren für dich zu einem besonderen Team?

Wie bereits angesprochen gefielen mir der Teamgeist und das Soziale besonders gut. Es gab jedem Spieler viel Kraft, die unzähligen Motivationsrufe zu hören und zu besseren Leistungen getrieben zu werden. Auch gibt es viele schwierige und verschiedene Charaktere bei den A-Junioren, was es nicht unbedingt einfacher machte, aber dafür umso spannender und vielseitiger.

Wir konnten sehr gut zwischen Ernsthaftigkeit und Spass unterscheiden. So ging es während Übungen sehr konzentriert zu und her, doch beispielsweise beim Dehnen waren dumme Sprüche und Witze spassig.

Du kannst eine weitere Saison im Nachwuchs spielen, viele Teamstützen der A-Junioren aber müssen altersbedingt zu den Erwachsenen wechseln. Wie schwierig wird es, sich im Herbst in der Promotion zu halten?

Für einen kleinen Club wie den SCZ ist es ein grosser Erfolg, wenn ein Juniorenteam in der Promotionsklasse spielen kann. Es ist jedoch immer schwer sich dort durchzusetzen. Es ist mir bewusst, dass uns wichtige Spieler verlassen, doch bin ich sehr überzeugt, dass wir in der Saison 2012/2013 genügend Potenzial in der Mannschaft haben werden, um den Klassenerhalt oder sogar mehr zu erreichen.

In einem Jahr stösst auch du zu den Zolliker Aktivmannschaften. Welches sind deine mittelfristigen Ziele mit dem SCZ?

Mein wichtigstes Ziel ist, dass ich mich in der Mannschaft genauso wohl fühlen werde wie momentan bei den A-Junioren. Es ist mir wichtig, dass ich weiterhin mit meinen Freunden Fussballspielen kann. Die 2. Liga wäre für mich ein Traum.


Dein Bruder Carlo hat sich in den vergangenen zwei Jahren mit starken Leistungen seinen Stammplatz als Aussenverteidiger in der 1. Mannschaft gesichert. Ist es für dich ein besonderes Ziel, bald gemeinsam mit ihm zu spielen?

Natürlich ist es ein schönes Gefühl gemeinsam mit meinem Bruder für den SCZ aufzulaufen. Mein primäres Ziel ist es aber vielmehr mit konstanten Leistungen ebenfalls einen Stammplatz zu erkämpfen. Dazu dann noch mit meinem Bruder zu spielen, wäre schon toll. Abschliessend möchte ich mich noch bei Toni Incagliato bedanken für zwei turbulente und dennoch schöne und erfolgreiche Jahre, in welchen er uns als Trainer der A-Junioren begleitet hat.

„Das Ziel ist, dass alle unsere „a“- Teams in der Promotion spielen“

7 Fragen an… Tomas Hermida.
Der 25-jährige SCZ-Juniorenobmann zieht ein Fazit der Leistungen der Nachwuchsmannschaften und der beiden Aktivteams in der zu Ende gehenden Saison. Seit 1993 ist der Innenverteidiger der 1. Mannschaft, der lieber Sturmtank wäre und seine Fähigkeiten zum Fallrückzieher als persönliche Stärke bezeichnet, beim SCZ.

Mit Tomas Hermida sprach Dennis Bühler

 

Bevor wir auf die A-Junioren zu sprechen kommen: Welches Fazit der Saison 2011/12 ziehst du als Juniorenobmann für die Nachwuchsabteilung als Ganzes?

Sportlich gesehen war sie nicht sehr erfolgreich. Positiv ist jedoch, dass sich die meisten Teams in der Rückrunde verbessern konnten. Wir haben viele Feedbacks bei den Trainern eingeholt und werden schauen, dass wir ihnen in Zukunft mehr Hilfe in Form von „Göttis“ zur Verfügung stellen. Wichtig ist auch, dass alle Coaches einen Trainerkurs besuchen, um sich so das nötige Know-How zu holen. So möchten wir die Qualität der Juniorenabteilung steigern. Dann – so bin ich überzeugt – werden unsere Junioren bald wieder viel erfolgreicher sein. An dieser Stelle möchte ich mich bei Stefan Rüf und der ganzen Juko für die grosse Unterstützung herzlich bedanken.

Die A-Junioren des SCZ haben am vergangenen Sonntag den gleichaltrigen Nachwuchs des FC Meilen 6:2 besiegt und sich damit den Meistertitel in der 1. Stärkeklasse gesichert. Wie wichtig ist es für die Juniorenabteilung des Sportclubs, dass ihre älteste Mannschaft ab Herbst wieder in der Promotionsklasse vertreten ist?

Es ist natürlich sehr wichtig, dass unsere A-Junioren auf möglichst hohem Niveau spielen können; so ist der Schritt zur 1., 2. oder 3. Mannschaft dann um einiges kleiner. Es muss allgemein unser Ziel sein, dass in Zukunft möglichst alle unsere „a“- Mannschaften in der Promotion spielen.


Im Herbst aufzusteigen ist meist nachhaltiger, weil dann die Aufsteiger-mannschaft im Frühling in der höheren Spielklasse antreten kann. Nach einem Aufstieg in der Rückrunde verlassen hingegen viele Führungsspieler die Mannschaft, weil sie altersbedingt in der neuen Saison nicht mehr mittun können. Werden die jetzigen B-Junioren, die zu den A-Junioren stossen, in der Promotionsklasse nicht überfordert sein?

Nein. Diese Jungs haben auch schon Promotion gespielt und können auf diesem Niveau problemlos mithalten. Wenn genügend Motivation vorhanden ist und sich die Jungs zusammenreissen können (Alkoholkonsum an den Wochenenden, gute Trainingspräsenz, etc.), bin ich überzeugt, dass die A-Junioren auch im Frühling 2013 in der Promotion spielen werden; Klasse und Talent ist auf jeden Fall genügend vorhanden.

Von den A-Junioren wechseln auch in diesem Sommer einige Spieler zu den Aktivmannschaften. Traust du einem oder gar mehreren Spielern zu, sich auf Anhieb in der ersten Mannschaft in der 3. Liga zu etablieren?

Warum nicht? Fussballerisch können sie auf jeden Fall mithalten. Wenn sie die komplette Vorbereitung mit der 1. Mannschaft machen können, sehe ich durchaus gute Chancen, dass einzelne ins Kader der 1. Mannschaft aufgenommen werden. Gleich Stammspieler zu werden, ist natürlich schwierig. Aber wenn sie Geduld und Einsatz aufbringen, werden sie ihre Chance bekommen und früher oder später regelmässiger zum Einsatz kommen. Im Herbst 2011 durfte ja der eine oder andere A-Junior bereits „Eis“- Luft schnuppern und konnte dabei durchaus überzeugen.

Der Vereinsvorstand hat am Anfang dieser Woche entschieden, in der kommenden Saison drei Aktivmannschaften für den Meisterschaftsbetrieb zu melden. Erstmals seit Jahrzehnten wird der SCZ in der 3., 4. und 5. Liga einen Vertreter stellen. Ist dies auch aus Sicht der Juniorenabteilung ein wichtiger Schritt?

Es ist natürlich gut, dass die A-Junioren in drei Teams eingeteilt werden könnten und somit weiterhin diesen Sport ausüben werden, egal wie talentiert sie sind. Wir müssen jetzt einmal abwarten, wie die kommende Saison verläuft. Dieses Projekt hat grosse Vorteile, kann aber auch sehr aufwändig und mühsam sein, falls die Zusammenarbeit zwischen den drei Aktivteams nicht klappt oder im Verein zu wenig Aktivspieler vorhanden sind…

Du bist als Juniorenobmann nicht nur Teil des Vorstandes, sondern auch Spieler der 1. Mannschaft. Nach sehr guten drei Vierteln der Saison habt ihr vier der vergangenen fünf Spielen verloren. Geht dem „Eis“ die Luft aus, je näher das Saisonende rückt?

Die Stimmung im Team ist wie immer sehr gut. Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass einzelne ein wenig unseriöser sind als noch in der Aufstiegssaison. Das liegt natürlich auch daran, dass wir seit der Niederlage gegen Männedorf unser Ziel nicht mehr erreichen können. Ich bin aber sicher, dass wir nach der Sommerpause wieder Vollgas geben und mit unheimlich viel Motivation in die Vorbereitung starten werden.

Und ich gebe ungern zu: Die seit einigen Wochen verletzten Felder-Brüder fehlen uns schon auch ein wenig… im Spiel wie auch in den Trainings. Ich denke, wir hätten mit ihnen den einen oder anderen Punkt oder Sieg mehr geholt.

Wie sieht deine Saisonbilanz für die beiden Aktivmannschaften aus?

Die zweite Mannschaft hat total überzeugt und den Aufstieg absolut verdient. Ich denke, mit diesem Kader werden sie keine Mühe haben, sich in der 4. Liga zu etablieren; vielleicht spielen sie sogar oben mit. Mit der Saison der 1. Mannschaft bin ich ebenfalls zufrieden. Meine Teamkameraden hören es zwar nicht gerne, aber mein Ziel war immer: Klassenerhalt. Mir ist schon klar, dass wir mit diesem Kader nicht von Abstieg sprechen müssen, aber nach acht Saisons in der 4. Liga bin ich einfach nur froh, dass ich überhaupt noch ein wenig in der dritten Liga spielen darf.