„Eine wunderbare Saison, die wir mit dem Aufstieg gekrönt haben“

7 Fragen an… die 2. Mannschaft.
Das „Zwei“ hat am vergangenen Sonntag mit einem 3:1 im direkten Duell mit dem ersten Verfolger Glattbrugg den Aufstieg in die 4. Liga feiern können. Der Erfolg basiert auf einem starken Kollektiv und einem bemerkenswerten Zusammenhalt. Weil kein Spieler heraussticht, wurden für einmal sieben Fragen an sieben verschiedene Spieler gestellt.

Die Fragen formulierte Dennis Bühler

 


Murat Saliji, du stehst eigentlich im Kader der 1. Mannschaft, bist aber mehrmals in dieser Saison auch in der 5. Liga eingesprungen. Gegen den FC Glattbrugg hast du den Vorsprung in der Schlussphase mit einigen Glanzparaden verteidigt. Wie wichtig ist der Aufstieg der 2. Mannschaft für dich persönlich und für den ganzen Verein?

„Der Aufstieg der 2. Mannschaft ist für den ganzen Verein sehr wichtig. Daran, dass der SCZ in zwei Jahren mit beiden Aktivmannschaften aufsteigen konnte, sieht man, dass es dem Verein sehr gut geht. Jeder ist für jeden da, egal ob man dem Kader der 1. oder 2. Mannschaft zugehört. Auch wenn ich eigentlich zum Kader der ersten Mannschaft gehöre, war es für mich nie ein Problem in der 2. Mannschaft zu spielen. Es war immer so, als würde ich zum Team gehören.

Für mich persönlich war der Aufstieg der 2. Mannschaft etwas Besonderes. Das war vielleicht das beste Spiel das ich bis jetzt in meiner Karriere gespielt habe – und das in einer Finalissima! Dass ich in der Schlussphase mit einigen Paraden glänzen konnte, machte für mich dieses Endspiel perfekt. Aber ohne die Unterstützung und das Vertrauen des gesamten Teams und Vereins wäre dies nicht möglich gewesen.“

 

Elias Grisoni, nach einer roten Karte warst du im Entscheidungsspiel in Glattbrugg gesperrt. War es schlimm für dich, nicht selbst auf dem Spielfeld stehen zu können und untätig von aussen zusehen zu müssen?

„Für mich war es wohl der schlimmste sportliche Höhepunkt, den ich in meinem Leben erlebt habe. Meine Teamkollegen haben am Sonntag eine sackstarke Leistung gezeigt, ich gratuliere allen herzlich zu diesem Triumph. Selten habe ich mit einem Team so viel Spass gehabt wie in dieser Saison mit dem „Zwei“. Da ich diese Finalissima verpasst habe, hoffe ich umso mehr, dass wir dies bald in der 4. Liga wiederholen können. Im nächsten Aufstiegsspiel möchte ich dann aber auf dem Platz stehen!“

 

Kevin Spalinger, du hast mit einem herrlichen Schuss ins Lattenkreuz kurz nach der Pause das 3:0 erzielt und damit die Entscheidung herbeigeführt. Hast du schon je ein schöneres Tor erzielt, oder war das ein perfekter Treffer?

„Ich glaube nicht, dass ich schon einmal so ein schönes Tor erzielt habe. Vor allem war es nicht einfach nur schön. Sondern es kam zu einem sehr wichtigen Zeitpunkt direkt nach der Pause. Für mich selber war es auch ein perfektes Tor. Im alles entscheidenden Spiel der Saison, in welchem wir eine immense Fan-Unterstützung genossen so ein Tor zu erzielen, ist fantastisch und ein Traum.“

 

Chris Musa Muhammed, du stammst aus dem Niger und bist erst vor ein paar Monaten zum Sportclub Zollikon gestossen. In der Rückrunde hast du einige Male den Unterschied ausgemacht, jetzt hast du im Entscheidungsspiel gegen den FC Glattbrugg mit einem Weitschuss das wegweisende 1:0 erzielt. Ist dieser Sieg dein grösster Erfolg in deiner bisherigen Fussballkarriere?

„Tatsächlich stellt dieser Sieg für mich und für meine Familie einen sehr grossen Erfolg dar, der mir Kraft gibt weiterzugehen. Ich bedanke mich bei all meinen Teamkollegen, die mir ermöglichten Teil dieser wunderbaren Geschichte unseres Vereines zu werden, und bei meiner Verlobten, die mir so viel Mut und Vertrauen gab. Und ich danke meinem Trainer, der mir die Motivation und die Unterstützung entgegenbrachte, die ich gebraucht habe. Ich danke euch allen.“

[Und im Originalton: „YES INDEED IS A VERY BIG SUCCESS FOR ME N MA FAMILY COS IT STILL MAKES ME HV THE STRENGTH TO GO ON AND I WILL SAY THANX TO U ALL MY TEAM MATES FOR MAKING ME PART OF THIS WONDERFUL HISTORY OF OUR CLUB SC ZOLLIKON AND TO MY FIANCE SHE GAVE ME LOT OF COURAGE,MY COACH WHO GAVE ME ALL THE MOTIVATION N SUPPORT I NEED THANK U ALL.“]

 

Cedric Hofstetter, gegen den ersten Verfolger FC Glattbrugg hat die 2. Mannschaft beide Spiele dieser Saison 3:1 gewonnen. War der Sieg am Sonntag der Abschluss einer perfekten Saison?

„Der 3:1-Auswärtssieg gegen Glattbrugg war sicherlich der Höhepunkt einer starken Saison. Trotzdem haben wir auch Tiefs erlebt, beispielsweise die 1:3-Niederlage gegen Oberwinterthur, mit der wir unseren Verfolgern nochmals eine Chance schenkten. Diese haben wir ihnen in einer leidenschaftlich gespielten Finalissima aber wieder zunichte gemacht. Wir haben unser Ziel erreicht und sind aufgestiegen. So gesehen kann man schon sagen, dass wir am Sonntag eine perfekte Saison abgeschlossen haben.“

 


Rolf Oberhänsli, d
u bist seit rund zwanzig Jahren beim SCZ, so lange wie kaum ein anderer Spieler der 2. Mannschaft. Ist dieser Aufstieg in die 4. Liga dein grösster Erfolg – und was macht die Stärke dieser Mannschaft aus?

„Ich durfte mit dem SCZ schon viele Erfolge feiern. In der Vergangenheit waren diese jedoch immer den Junioren zu verdanken, ich konnte sie als Trainer an der Seitenlinie geniessen. Persönlich ist dieser Aufstieg mein grösster Erfolg, den ich nach einer langen Zeit beim SCZ feiern darf. Die Stärke dieser Mannschaft kommt meiner Meinung nach aus dem Zusammenhalt. Wir sind wie eine Familie, was man im ganzen Club spürt. Sicherlich helfen auch der Konkurrenzkampf im Team, den es durch das grosse Kader gibt, sowie die Trainingseinheiten und taktischen Anweisungen des Coachs. Dies alles zusammen macht uns so stark.“

 

René Kaiser, als Captain war es deine Aufgabe, die manchmal bequeme Mannschaft in jedem Training und in jedem Spiel an die Leistungsgrenze zu führen. Mit dem Aufstieg wurde eine gute Saison gekrönt. Wie fällt deine Saisonbilanz aus?

„Die Hinrunde war die beste Halbsaison, die ich je in einem Fussballklub erlebt habe. Wir hatten Spass beim Fussball, was sich in den Resultaten spiegelte. Die Trainings waren – für unsere Verhältnisse – überdurchschnittlich gut besucht und ich hatte das Gefühl, wir waren beflügelt und willig etwas zu reissen, nachdem wir vor einem Jahr so dumm und unglücklich am Aufstieg vorbei geschlittert waren. Unser Erfolgswille führte zu sieben Siegen in Serie, bei einem Torverhältnis von 37:10.

Rückblickend habe ich das Gefühl, dass uns diese erfolgreiche Hinrunde beinahe ein wenig geschadet hat, was die Rückrunde angeht. Ich hatte nicht einmal das Gefühl, dass die Mannschaft zu bequem geworden wäre, aber die Niederlagen in den Testspielen im Februar waren ein neues Gefühl für uns. Wir mussten lernen, uns wieder selber zu motivieren und nicht „nur“ auf einer Erfolgswelle zu reiten. Leider konnten wir dies vorerst nicht in der nützlichen Frist erreichen, und auch der knappe 3:2-Sieg in Kollbrunn vermochte uns nicht wach zu rütteln. Danach folgte der Tiefschlag in Oberwinterthur (1:3-Niederlage), gefolgt von der Enttäuschung im Testspiel gegen die UBS, als wir wieder ähnliche Züge wie vor einem Jahr annahmen und auch durch eine schwerwiegende rote Karte bestraft wurden.

In dieser schwierigen Situation versuchte ich, authentisch zu bleiben und meine Mannschaft nicht künstlich zu motivieren oder mit lustigen Sprüchen aufzuheitern, sondern die Ruhe zu behalten und mit meinem Verhalten und meinem ungebrochenen Glauben an den Aufstieg ein Vorbild zu sein und Motivation auszustrahlen. Zum Glück wurde mir in den Trainings nach dem UBS-Testspiel auch bestätigt, dass ich damit nicht alleine dastand. Dadurch war ich nie in Gefahr, den Glauben zu verlieren. Des Weiteren hatten wir natürlich das Glück, dass unser Trainer Ben Crawshaw nie den Fokus verloren hat und konzentriert mit uns weitergearbeitet hat. Er hat uns auch nach dieser schwierigen Phase perfekt eingestellt und unterstützt.

So konnten wir uns im Kollektiv wieder sammeln, um gegen Kempttal zu unserer alten Stärke zurück zu finden und souverän 4:0 zu gewinnen. Diese Leistung hat mich soweit beruhigt, dass ich wusste, dass ich das Spiel gegen Glattbrugg verpassen kann, ohne damit gleich den Aufstieg zu gefährden. Ich glaubte an die Mannschaft und war mir sicher, dass wir nun diese Form behalten und unser Ziel erreichen würden.

Zusammenfassend war es eine wunderbare Saison, welche mit dem Aufstieg verdientermassen gekrönt wurde und mir unglaublich viel Spass gemacht hat.“

„Mit Kampf und Wille schaffen wir den Aufstieg in die 4. Liga“

7 Fragen an… Fabian von Rechenberg.
Am kommenden Sonntag spielt die 2. Mannschaft des SCZ ihre wegweisende Partie gegen den FC Glattbrugg. Im Interview begründet Verteidiger Fabian von Rechenberg seine Zuversicht, sagt aber auch: „Wir müssen uns am Riemen reissen, sonst wird es schwierig!“

Mit Fabian von Rechenberg sprach Dennis Bühler

Am Sonntag spielt die 2. Mannschaft gegen den FC Glattbrugg. Wer diese Partie gewinnt, steigt aller Wahrscheinlichkeit nach in die 4. Liga auf. Warum bist du für dieses Spiel zuversichtlich?

Wir haben mit 40 Spielern ein sehr breites Kader, und jeder will am Sonntag dabei sein. Dementsprechend hart wird in den vergangenen Wochen trainiert – und wie man trainiert, so spielt man. Ich bin davon überzeugt, dass Kampf und Wille die Finalissima entscheiden werden und glaube fest, dass wir es schaffen können.

In der Rückrunde hat die 2. Mannschaft nur wenige Meisterschaftsspiele ausgetragen, da nach dem Rückzug einiger Mannschaften nur noch sieben Vereine in der 5.-Liga-Gruppe verblieben sind. Es war schwierig, überhaupt zu einem Rhythmus zu finden. War das ein Problem?

Es sind nicht nur Rhythmus und Kondition die leiden. In einer Mannschaft staut sich auch einiges an Emotionen auf. Und wenn es keine Ernstkämpfe gibt und all diese Emotionen in den Trainings verpuffen, ist es schwierig konzentriert zu arbeiten. Leider wurden auch einige Testspiele von anderen Vereinen kurzfristig abgesagt. Doch das können wir nun nicht mehr ändern. In den verbleibenden zwei Wochen muss sich jeder am Riemen reissen und den Anweisungen des Trainers folgen, sonst wird es schwierig!

Typisch für eine 2. Mannschaft zählt auch in jener des SCZ nicht nur Leistung. Was macht dieses Team so speziell?

Wir sind ein buntes Gemisch mit Charakteren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Das ist sehr schön, da es in dieser Mannschaft nie langweilig wird, weil es extrem lebendig ist und wir das beste Beispiel sind, dass der Sport einen verbindet, egal wie unterschiedlich die Hintergründe sind. Natürlich haben wir auch unsere Probleme. Aber am Ende sind wir, was wir sind – und ich bin stolz darauf!

Wie und weshalb bist du überhaupt zum SCZ gekommen?

Ich wollte wieder Fussball spielen, und ein Freund hat uns einen Verein in der Nähe gesucht. Heute ist es für mich viel mehr als nur ein Verein oder ein Hobby: Es ist „la familia“. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie siehst du deine Rolle innerhalb der 2. Mannschaft?

Ich sehe mich nicht als Leader, sondern eher als Integrationsfigur und Motivator. Ich versuche den Trainer so gut zu unterstützen wie es geht, und es ist mir wichtig, dass jeder Spass am Fussball und am Team hat, damit er mit Leidenschaft dabei bleibt. Es ist für meine Mitspieler, aber auch für mich manchmal anstrengend, wenn ich ständig den Mund offen habe. Vielleicht wäre manchmal weniger mehr.

Wie beurteilst du die Zusammenarbeit mit der 1. Mannschaft und mit dem Verein als Ganzes?

Ich bin grosser Fan der ersten Mannschaft, und die Zusammenarbeit funktioniert – soweit ich das beurteilen kann – hervorragend. Die Stimmung im Verein ist nicht mehr ganz so gut wie im Aufstiegsjahr der 1. Mannschaft, doch ich glaube, dass das ganz normal ist. Ich hoffe, dass es mit der Finalissima vom kommenden Sonntag wieder einen Schub durch den SC Zollikon gibt und wir die Unterstützung von Freunden und Bekannten am Spielfeldrand spüren werden.

Beim Aufstieg der 1. Mannschaft vor bald einem Jahr bist du über den Fussballplatz Riet geflitzt. Wie kannst du diese Aktion bei einem allfälligen Aufstieg deines eigenen Teams noch toppen?

Mit einem Tor – ich will in diesem Jahr vor allem sportlich etwas zeigen! Aber keine Angst: Beim Feiern werde ich euch auf keinen Fall enttäuschen (lacht).

„An anderen Tagen treffen wir mit der Hacke ins Lattenkreuz“

7 Fragen an… Sean Winkler.
Der 23-jährige Flügelspieler spielt seit 17 Jahren beim Sportclub. Der Linksfuss mit der Trikotnummer 9 erklärt im Interview, weshalb er dem Duell mit dem FC Herrliberg besonders entgegenfiebert,  warum er dem „Zwei“ den Aufstieg in die 4. Liga wünscht und wieso rote Hosen für die 1. Mannschaft einen speziell wichtigen Erfolgsfaktor darstellen.

Mit Sean Winkler sprach Dennis Bühler

Am vergangenen Sonntag habt ihr gegen den FC Republika Srpska während 90 Minuten dominiert, habt aber bis zur 69. Minute nicht ins gegnerische Tor getroffen. Auch du bist zwei Mal freistehend aus wenigen Metern gescheitert. Wie erklärst du dir diese ungenügende Chancenauswertung?

Solche Spiele gibt es halt. An anderen Tagen donnern wir die Bälle per Hacke ins Kreuz. Ich denke, wir müssen das nicht allzu ernst nehmen, da wir doch auch schon bewiesen haben, dass wir es besser können.

Gegen Srpska hast du kein Tor erzielt, ansonsten bist du in dieser Saison ziemlich treffsicher. Wie bist du mit deiner persönlichen Leistung in den vergangenen Monaten zufrieden?

Ich weiss gar nicht, wie viele Tore ich erzielt habe. Vielleicht vier oder fünf? Im Vergleich zur Hinrunde konnte ich mich sicherlich steigern – allerdings war das auch nicht allzu schwierig. Und ich weiss, dass noch sehr viel Luft nach oben da ist.

In den verbleibenden drei Spielen trifft die 1. Mannschaft noch auf zwei im vordersten Tabellendrittel klassierte Mannschaften: auf den viertplatzierten SC YF Juventus und auf Leader Herrliberg. Was nehmt ihr euch für diese zwei Spiele vor?

Wir möchten so  hoch wie möglich verlieren… Nein, natürlich möchten wir die restlichen Spiele alle gewinnen. Vor allem dem Duell mit Herrliberg fiebern wir entgegen. Wer weiss, vielleicht ist ja Herrliberg bis dann noch nicht aufgestiegen. Sie zu ärgern wäre sicherlich noch witzig.

19 von 22 Spielen in der ersten Saison nach dem Aufstieg in die 3. Liga sind vorbei, dein Team liegt auf dem guten 3. Rang. Wie sieht deine Bilanz aus?

Mit unserer Leistung in dieser Saison können wir durchaus zufrieden sein, schliesslich sind wir nach wie vor der Aufsteiger der Gruppe. Allerdings streben wir schon seit Beginn der Saison einen Platz unter den ersten drei an. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Der Erfolg der 1. Mannschaft basiert auch auf dem guten Teamgeist. Ist dieser wirklich unerschütterlich oder in erster Linie wegen der guten Resultate so ausgeprägt?

Nein, nein. Es ist ja nicht so, dass wir uns lediglich auf dem Fussballplatz treffen und unsere Stimmung von unseren fussballerischen Erfolgen abhinge. Wir sind auch neben dem Rasen Freunde. Und solange unser Trainer Nicolas Fürer seine roten Hosen regelmässig trägt, gibt es auch immer was zu lachen (lacht).

Die 1. Mannschaft wird sich in dieser Saison mit grösster Wahrscheinlichkeit zumindest unter den ersten fünf Teams platzieren. Welches Ziel sollte für die kommende Saison ins Auge gefasst werden?

Ich denke, es ist noch zu früh um über die nächste Saison zu sprechen. Wir haben immer noch drei Spiele vor uns, und auf diesen Spielen sollte unser Fokus liegen. Am Ende der Saison werden wir uns dann zusammensetzen und die ganze Spielzeit Revue passieren lassen. Dann können wir die richtigen Schlüsse ziehen und unser neues Ziel formulieren.

Dein Bruder Severin spielt mit der 2. Mannschaft in der 5. Liga. Verliert sie am Sonntag in einer Woche gegen den FC Glattbrugg nicht, steigt sie in die 4. Liga auf. Wie wichtig wäre die Promotion für den Verein?

Sehr wichtig. So ein geiler Verein wie der SCZ braucht eine Dritt- und eine Viertligamannschaft. Das ganze „Eis“ wünscht dem „Zwei“ jedenfalls viel Glück. Ihr packt das Jungs. Ane Manne!

„Von einer Krise spricht niemand – Srpska muss sich warm anziehen“

7 Fragen an… Nicolas Girod.
Der Innenverteidiger mit der Nummer 4 spielt seit zwei Jahren beim Sportclub. Zu seinen Stärken zählt der 22-jährige Ressourcenplaner bei Ernst & Young sein Zweikampfverhalten und Stellungsspiel, als Schwäche führt er an: „Teilweise zu riskante Spielweise.“

 Mit Nicolas Girod sprach Dennis Bühler

Die 1. Mannschaft hat gegen den FC Küsnacht und den FC Männedorf die vergangenen zwei Spiele verloren. Ist der SCZ jetzt in der Krise?

Von einer Krise spricht im Team niemand. Die letzten beiden Spiele haben wir äusserst unglücklich verloren, da hätte das Resultat auch auf die andere Seite kippen können. Im kommenden Spiel wird sich Srpska warm anziehen müssen, drei Mal in Folge werden wir nicht Punkte abgeben!

Mit den beiden Niederlagen hat sich der SCZ nun definitiv aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet, die Promotion wird zwischen Herrliberg und Männedorf ausgemacht. Wem würdest du den Aufstieg mehr gönnen?

Dem FC Herrliberg, weil dort der schönere Fussball gespielt wird

Die ersten beiden Tabellenränge sind ausser Reichweite. Wie motivierst du dich für die verbleibenden vier Spiele doch noch?

An Motivation fehlt es mir auf dem Fussballplatz nie. Gewinnen macht immer Spass, besonders im Mannschaftssport.

Gegen den FC Männedorf hast du sehr stark gespielt, überhaupt ist die Defensive des SCZ in dieser Saison die augenfälligste Stärke – auch wenn in den letzten zwei Partien mit fünf Gegentreffern eine gewisse Formschwäche festzustellen ist. Wie siehst du deine Rolle innerhalb der Mannschaft?

In der Tat konnten wir uns in der Defensive im Vergleich zum Vorjahr noch verbessern. Wir stehen gut, gewinnen viele Zweikämpfe und lassen wenig zu. Wir haben aber noch Luft nach oben, insbesondere bei gegnerischen Standards und Angriffen über die Flügel. Meine Rolle im Team sehe ich als guten Zweikämpfer, der gelegentlich auch den einen oder anderen guten Pass schlagen kann (lacht).


Du bildest mit Kaspar Burger, Albert Gubler, Michael Hugentobler und Dario Leumann den fünfköpfigen Berner Block innerhalb der 1. Mannschaft. Weshalb spielt ihr eigentlich ausgerechnet beim SC Zollikon?

Albert Gubler war der Initialzünder. Er hat mit SCZ-Captain Alessandro Felder studiert und einen neuen Club gesucht. Später zogen Kaspar Burger und Michael Hugentobler nach, womit für mich klar war, dass auch ich zum SC Zollikon wechseln würde. Über den Verein hatte ich nur Gutes gehört, was diese Entscheidung noch leichter gemacht hat.

Du hast vor dem Wechsel nach Zollikon beim FC Bolligen im Kanton Bern gespielt, du kannst also das Niveau vergleichen. Wie gut ist die Zürcher 3. Liga?

Ich denke, dass die Zürcher 3. Liga etwas stärker ist. In Bern wird aber auch guter Fussball gespielt.

Welche Ziele verfolgst du mit dem SCZ – und wie lange bleibst du unserem Verein überhaupt treu?

Mit dem SCZ will ich mich langfristig in der oberen Tabellenhälfte etablieren. Je nach Gruppenauslosung können wir auch im Aufstiegsrennen mitmischen. Mir gefällts sehr gut beim SCZ. Das Klima, insbesondere in unserer Mannschaft, ist spitzenklasse. Ein regionaler Wechsel kommt für mich daher nicht in Frage. Lediglich bei einem möglichen Wegzug nach Bern würde ich wohl wieder zum FC Bolligen wechseln.

„Ich weiss nun besser zu schätzen, was ich am SC Zollikon habe“

7 Fragen an… Sandro Camichel.
Der 21-jährige Architekturstudent spielt nach einem dreijährigen Abstecher zum FC Seefeld seit bald zwei Jahren wieder beim SCZ. Im Interview erklärt der Flügelspieler der 1. Mannschaft die Niederlage gegen den FC Küsnacht mit zu vielen Emotionen, sagt, dass er mit seiner eigenen Leistung noch nicht ganz zufrieden ist und erzählt, was ihm als Trainer der B-Junioren manchmal Schwierigkeiten bereitet.

Mit Sandro Camichel sprach Dennis Bühler

Am vergangenen Sonntag seid ihr im Seederby dem FC Küsnacht unglücklich 2:3 unterlegen. Wie erklärst du dir, ausgerechnet gegen den FCK in dieser Saison beide Spiele verloren zu haben?

In einem Derby gehen die Emotionen viel höher als in einem normalen Meisterschaftsspiel. Ich denke, dass dies der Hauptfaktor für unsere Niederlagen war. Wir hatten in beiden Spielen jeweils eine Phase, in der wir uns mehr mit dem Schiedsrichter oder dem Gegner befasst haben, als auf den Fussball und das Tore schiessen. Die nötige Professionalität und natürlich die Erfahrung fehlen in solch einem Spiel. Unsere junge Mannschaft muss wahrscheinlich noch einige solche Partien spielen, bevor diese emotional kontrolliert ablaufen können.

Der nächste Gegner, der FC Männedorf, liegt auf dem 2. Tabellenrang, hat den FC Küsnacht vor zehn Tagen 6:0 besiegt und dürfte folglich ein noch deutlich schwierigerer Gegner sein. In welchen Bereichen müsst ihr euch am kommenden Sonntag steigern, um nicht zum zweiten Mal in Folge zu verlieren?

Ich denke, dass das Resultat von Männedorf gegen Küsnacht uns nicht interessieren sollte. Ich bin mir sicher, dass nicht ganz dieselben Spieler auf dem Platz standen wie am letzten Sonntag. Wir müssen uns vor keiner Mannschaft in unserer Gruppe verstecken und wir werden unser gewohntes Spiel aufziehen. Es wird sicher ein spannender Match werden, aber ich hoffe, dass wir unsere Emotionen im Griff haben werden und die drei Punkte auf dem Riet behalten können. Männedorf ist eine körperlich starke Mannschaft, doch mit unserer Technik und Schnelligkeit werden wir sie bezwingen.

Noch sind bis zum Saisonende fünf Spiele zu bestreiten. Eigentlich geht es um nichts mehr – das Mindestziel Klassenerhalt ist locker erreicht worden, Tabellenführer Herrliberg ist schon zu weit enteilt. Wie motivierst du dich trotzdem?

Ich habe eigentlich nie ein Problem damit, mich für den Fussball zu motivieren. Jedes Spiel ist eine neue Herausforderung und der Siegeswille bleibt genauso hoch. Es ist aber wichtig, Ziele zu haben im Leben, darum haben wir uns intern den zweiten Tabellenrang zum Ziel gesetzt. Leider haben wir unsere Ausgangslage mit der Niederlage im Derby gegen Küsnacht verschlechtert, aber es ist definitiv noch immer ein realistisches Ziel.

Der SCZ verfügt über ein breites Kader, jeden Sonntag sitzen mehrere Spieler während 90 Minuten auf der Ersatzbank, andere schaffen es noch nicht mal ins Aufgebot. Auf der Position des Flügelspielers ist der Konkurrenzkampf besonders gross. Dennoch hast du dir einen Stammplatz erkämpft. Wie bist du mit deiner persönlichen Leistung in dieser Saison zufrieden?

Nicht ganz. Ich habe zum Beispiel noch kein Tor geschossen in dieser Rückrunde. Da kann man nicht zufrieden sein. Wenigstens habe ich schon zahlreiche Treffer vorbereitet. Ich wünsche mir oft, dass ich mehr Einfluss auf das Spiel haben könnte, aber das ist als Flügelspieler zum Teil recht schwierig. Der Konkurrenzkampf ist eine zusätzliche Motivation. Er fordert jeden Spieler noch mehr Leistung zu bringen. Trotzdem bleiben auch direkte Kontrahenten enorm freundschaftlich untereinander, was nicht selbstverständlich ist.

Der SCZ weist mit 49 erzielten Toren den drittbesten Offensivwert der Gruppe auf und mit 20 Gegentreffern den zweitbesten Defensivwert. Was macht aus deiner Sicht den Erfolg der Mannschaft aus?

Ich denke, dass unser Kampfgeist und unser Zusammenhalt mehr zu solchen Ergebnissen beigetragen haben als unsere spielerischen Fähigkeiten. Der Wille als Mannschaft zu siegen ist enorm, und auch unsere Trainer lehren uns niemals zufrieden zu sein. Wir wollen uns weiter entwickeln und zusammen noch viele Erfolge feiern. Wenn man sich den zweiten Saisonplatz als Ziel setzt, kann es in der darauf folgenden Saison nur ein Ziel geben.

Du hast deine Juniorenzeit beim SCZ verbracht, hast danach aber für drei Jahre zum FC Seefeld gewechselt. Was waren damals die Gründe, und weshalb hast du dich für die Rückkehr aufs Riet entschieden?

Als ich bei den Zolliker B-Junioren trainierte war mein Vater stets mein Trainer. Vor meinem Wechsel zum FC Seefeld war eigentlich er als Trainer dessen zweiter Mannschaft vorgesehen. Doch als diese dann den Aufstieg in die 2. Liga schaffte blieb der Trainer natürlich im Amt. Marko Dugandzic und ich entschieden uns dann aber doch, mit unserem damaligen Assistenztrainer Jürg Zeier zu Seefeld zu wechseln. Obwohl für die zweite Mannschaft vorgesehen, holte uns der Trainer der ersten Mannschaft nach kurzer Zeit in sein Kader. Im Gegensatz zu Marko konnte ich mich dort aber nie richtig durchsetzen. Ich pendelte also zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft hin und her.

Trotz meines Wechsels zu Seefeld ist stets Zollikon meine Heimat geblieben und es war für mich immer klar, dass ich zurückkommen würde. Trotzdem bereue ich nichts, denn es war eine wichtige Erfahrung für mich und ich weiss nun besser zu schätzen, was ich an diesem Verein habe.

Du bist seit diesem Jahr gemeinsam mit Alessandro Felder und Ivo Dugandzic Trainer der Zolliker B-Junioren. Wie erlebst du diese neue Situation?

Es war schon immer mein Wunsch Juniorentrainer zu werden. Leider war dies bis anhin zeitlich nicht möglich, und auch jetzt ist es manchmal ziemlich stressig. Die Freude den jungen Spielern etwas beizubringen und ihren Fortschritt zu beobachten entschädigt aber voll und ganz. Manchmal ist es schwierig mit dem relativ geringen Altersunterschied den Mittelweg zwischen Autorität und Kollegialität zu finden, aber auch das bekomme ich immer besser in den Griff.

„Ich könnte mir keinen besseren Teamzusammenhalt vorstellen“

7 Fragen an… Matteo Felder.
Der 20-Jährige ist längst Stammspieler und ein nicht mehr wegzudenkendes Puzzleteil im Gefüge der 1. Mannschaft. Im Interview äussert sich der zentrale Mittelfeldspieler zum anstehenden Derby gegen den FC Küsnacht, freut sich über die gute Stimmung in Team und Verein und sagt, weshalb er sich vorstellen kann, dem SCZ ewig die Treue zu halten.

Mit Matteo Felder sprach Dennis Bühler


Am kommenden Sonntag spielt ihr gegen die 2. Mannschaft des FC Küsnacht. Bist du in diesem Derby besonders motiviert?

Die Spiele gegen den FC Küsnacht sind mir besonders wichtig. In der Vorrunde haben wir uns allerdings zu sehr darauf konzentriert, dass es ein Derby war, und gingen völlig übermotiviert, abgelenkt und nervös ins Spiel. Wir verloren knapp 0:1. Dies darf uns dieses Mal auf keinen Fall passieren. Daher werde ich mich diese Woche nicht anders auf das Spiel einstellen als sonst.

Ein Aufsteiger setzt sich normalerweise das Ziel, den Klassenerhalt zu schaffen. Die 1. Zolliker Mannschaft hat dieses Ziel nun schon zwei Monate vor dem Saisonende erreicht. Kann also schon jetzt von einer gelungenen Saison gesprochen werden?

Ja, definitiv. Wir hatten überraschenderweise keinerlei Mühe uns in der höheren Spielklasse zu etablieren und konnten meistens auch spielerisch überzeugen. Daher können wir sportlich gesehen mit dem bisherigen Verlauf der Saison sehr zufrieden sein. Vor allem aber freut es mich, dass die Stimmung im Team und im Verein weiterhin so gut ist wie im Aufstiegsjahr. Dies ist auf keinen Fall selbstverständlich. Die Art, mit der wir uns als Team sowohl sportlich als auch menschlich auf die neue Aufgabe einstellen konnten, kann bereits jetzt als Erfolg gewertet werden.

Der FC Herrliberg ist wohl vorentscheidend enteilt, aufzusteigen ist in dieser Saison kaum mehr möglich. Weshalb ist es trotzdem wichtig, in dieser Spielzeit noch möglichst viele Punkte zu sammeln?

In der Vorrunde verloren wir vier Mal nur mit einem Tor Unterschied. Abgesehen vom Spiel gegen Herrliberg, das uns vor allem punkto Effizienz im Abschluss überlegen war, verloren wir diese Spiele allesamt wegen eigenen Unvermögens. Wir zogen schlicht einen schlechten Tag ein oder gingen zu unsicher aufs Feld. Angesichts des jungen Durchschnittsalters darf das durchaus passieren. Allerdings bin ich überzeugt, dass wir genug Qualität haben, um jeden Gegner zu schlagen. Und daher muss es unser Ziel sein, möglichst viele Punkte zu sammeln. Zudem ist es wichtig für den Verein, dass die Aktivmannschaften erfolgreich sind. Es zeigt den Junioren, dass nicht nur in den Nachbargemeinden und in der Stadt erfolgreich Fussball auf Amateurlevel gespielt werden kann. Auch talentiertere Junioren sollen somit vermehrt dem Verein treu bleiben.

Der SCZ hat die beste Defensive seiner Gruppe – 17 Gegentore in 16 Spielen sind ein extrem starker Wert. Ist dies das Erfolgsrezept Zollikons?

Defensiv haben wir als Team unseren Job sehr gut gemacht. Allerdings glaube ich, dass wir bisher auch offensiv überzeugen konnten. Auch dies lässt sich mit der Statistik beweisen. Es zeichnet uns aus, dass auch immer wieder Defensivspieler Tore erzielen und vorbereiten. Dies zeigt, dass wir ein sehr ausgeglichenes Team sind und dass wir ein gutes Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive finden konnten. Doch der wichtigste Bestandteil unserer bisherigen Erfolge – und so, denke ich, wird jeder im Team antworten – ist die Stimmung und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft.


Du bist der jüngste Spieler der Mannschaft und hättest in der vergangenen Saison auch noch bei den A-Junioren spielen dürfen. Dennoch bist du seit bald zwei Jahren Stammspieler in der 1. Mannschaft, bist zweikampfstark und torgefährlich, wie du letztmals am Sonntag als Doppeltorschütze gegen den FC Egg bewiesen hast. Wie siehst du deine Rolle innerhalb des Teams?

Auf dem Platz spiele ich auf einer Position, auf der es wichtig ist Verantwortung zu übernehmen und viel mit den Mitspielern zu reden. In diesem Punkt muss ich mich noch steigern, vor allem weil mein Bruder Alessandro nun leider für den Rest der Saison ausfallen wird. Das Alter spielt für mich keine grosse Rolle. Die Ältesten im Team sind ja auch nicht viel älter als ich und mit den meisten spielte ich schon früher in der Freizeit viel Fussball. Dennoch profitiere ich natürlich immer wieder von der Erfahrung meiner Mitspieler. Einige sind ja zusätzlich noch Juniorentrainer oder haben einmal in einer höheren Liga gespielt und können mir Ratschläge geben.

Seit 1999 spielst du beim SCZ. Könntest du dir vorstellen, dereinst bei einem Verein in einer höheren Liga zu spielen?

Nein. Als Junior konnte man vielleicht noch heimlich davon träumen, doch es hätte zeitlich, vor allem aber fussballerisch nicht gereicht. Ich bin sehr zufrieden beim SCZ. Die Leute im Verein sind sensationell. Es ist jedes Mal ein tolles Gefühl, auf dem Riet einzutreffen und alle bekannten Gesichter zu sehen. Ausserdem könnte ich mir keinen besseren Mannschaftszusammenhalt vorstellen. Man sieht sich nicht nur im Training und an den Spielen, sondern trifft sich auch sonst häufig unter der Woche. Natürlich ist dies das einzige Umfeld, das ich kenne, und ich kann somit schlecht einschätzen, wie es in höheren Ligen zu und her geht. Doch ich kann mir nicht vorstellen, dieses Umfeld zu verlassen.

Welche Ziele, glaubst du, sind mit dem SCZ in der kommenden Saison und in den kommenden drei Jahren möglich?

In den kommenden Jahren immer um die oberen Tabellenplätze mitzuspielen, ist ein realistisches Ziel. Mit viel Arbeit und Einsatz ist dies sicherlich erreichbar. In den nächsten Jahren werden ja zudem auch noch sehr starke Junioren zur ersten Mannschaft hinzustossen. Diesen traue ich dann noch ein wenig mehr zu.

„Wir können und wollen nun auf jeden Fall Zweiter werden“

7 Fragen an… Marco Schärer.
Der Mittelstürmer der 1. Mannschaft äussert sich im Interview zum enttäuschenden 1:1 gegen Kloten, die dennoch ausgezeichnete Saison, seine Rolle innerhalb des Teams und seine Pläne mit dem SCZ. Und er sagt, weshalb es seine beste Entscheidung war, vor bald zwei Jahren aufs Riet zu wechseln.

Mit Marco Schärer sprach Dennis Bühler

 

Am letzten Sonntag hat die 1. Mannschaft in Kloten einen Rückschlag erlitten. Ein 1:1 beim Tabellenletzten ist zu wenig für eure Ansprüche. Woran hat´s gelegen?

Richtig, wir wollten unbedingt drei weitere Punkte aus Kloten mitnehmen. Das Remis war daher sehr bitter und enttäuschend. Doch leider gibt es solche Spiele halt nun mal… Wir sind noch immer eine sehr junge 1. Mannschaft. Deswegen sollen uns solche Erfahrungen auf unserem Weg nach oben helfen. Vor dem Spiel gegen Kloten haben vielleicht nicht ganz alle Vorzeichen auf „+“ gestanden. Doch daraus müssen wir lernen, es von nun an besser machen und im nächsten Spiel eine starke Reaktion zeigen.

Am kommenden Sonntag ist gegen den FC Egg Wiedergutmachung angesagt. Was muss besser werden als gegen Kloten, und wie wollt ihr das anstellen?

Damit uns gegen Egg die nötige Leistungssteigerung gelingt, müssen wir diese Woche konzentriert, motiviert und intensiv trainieren. Dafür werden unsere beiden Trainer ohne Zweifel sorgen. Im Spiel selbst müssen wir die Sicherheit in der Defensive und im Mittelfeld wieder finden, und in der Offensive effizienter sein. Kurz: Genau das tun, was wir können – unser gewohnt solides Spiel an den Tag legen. Der Rest und die optimale individuelle (mentale) Vorbereitung liegen bei jedem Spieler selbst.

Trotz dieser Enttäuschung verläuft die Saison bisher sehr erfolgreich: Nach 15 von 22 Spielen seid ihr auf dem guten dritten Rang klassiert. Wie zufrieden bist du mit eurer Leistung und welche Ziele verfolgt ihr bis zum Saisonende?

Wir sind sehr gut in die „Mission 3. Liga“ gestartet, vor allem, wenn man bedenkt, dass wir der Aufsteiger der Gruppe sind. Doch entscheidend ist, wo wir am Ende der Saison stehen. Unser offizielles Ziel vor Saisonstart war der dritte Schlussrang – mindestens. Dies würde nicht nur eine Etablierung in der 3. Liga, sondern sogar in den vorderen Plätzen bedeuten. Wir können und wollen nun aber auf jeden Fall Zweiter werden – so sehe ich das zumindest –, um so optimale Bedingungen für die kommende Saison zu schaffen. Denn wir wollen uns immer steigern.

Du hast in der Vorrunde acht Tore erzielt, im Frühjahr hast du bereits vier Treffer zum Erfolg des SCZ beigesteuert. Zwölf Tore in 15 Spielen sind ein guter Wert. Wie schätzt du deine Rolle im Team ein?

Tore zu erzielen macht mich glücklich, das ist als Mittelstürmer meine Aufgabe. Ich war als Junior immer Topskorer. Dies will ich immer sein. Meine Tore sollen der Mannschaft zu gemeinsamen Siegen verhelfen. Im Defensivbereich – wo ich (zum Glück?) nicht allzu viel beisteuern kann – leistet sie eine sehr gute Arbeit. Aber natürlich gewinnen und verlieren wir als Einheit. Dieser Zusammenhalt zeichnet uns aus.

Du bist nun seit bald zwei Jahren beim SCZ, hast den Aufstieg und die Etablierung in der 3. Liga miterlebt. Was hältst du im Rückblick von deiner damaligen Entscheidung, vom FC Herrliberg zum SCZ zu wechseln?

Ganz ehrlich: Zum SCZ in die 1. Mannschaft zu wechseln, war das Beste, was mir geschehen konnte. Nicht nur fussballerisch! Zugegeben, vor drei, vier Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich hier in diesem Team mal „erfolgreichen“ Fussball spielen würde. Doch dann spielte das „Eis“ in der Saison 2009/10 unter den damaligen Trainern Ferry Hermida und Graziano Cocchiarella eine starke Rückrunde und ich stellte fest, dass es sich beim SCZ – nebst dem vorhandenen enormen Teamgeist – um eine junge Mannschaft mit grossem fussballerischem Potential handelt. Das „Eis“ war und ist eine wahre Mannschaft, auf und neben dem Platz. Hinzu kamen die neue Infrastruktur mit Kunstrasen sowie das neue, junge, ehrgeizige und überzeugende Trainerduo Alain Merkli und Nicolas Fürer mit seinen konkreten Zielen und Vorstellungen. Es veränderte sich viel. All diese Aspekte machten damals meine Entscheidung leicht, nach Zollikon zu wechseln.

Was gefällt dir in Zollikon denn so viel besser als in der 1. Mannschaft deines vorherigen Vereines, dem FC Herrliberg?

Die Menschlichkeit wird in Zollikon gross geschrieben. Jeder ist „echt“, der Verein ist eine „Familie“ und es zählen nicht nur Oberflächlichkeiten. Dies ist mir sehr wichtig. Der SCZ hat mir schon jetzt extrem viel gegeben, dafür bin ich sehr dankbar. Hier habe ich die Freude am Fussball wieder gefunden, das Selbstvertrauen zurückgewonnen, ich schiesse wieder Tore und habe, wie ich zu glauben wage, auch einen entsprechenden Stellenwert im Team.
Auch mein Umfeld nahm damals wahr, dass ich durch den Wechsel von Herrliberg nach Zollikon wieder richtig aufblühte. Ausserdem konnte ich sehr viele gute Freunde kennenlernen. Ich bin beim SCZ sehr glücklich. Und dass ich im vergangenen Sommer sogar meinen jüngeren Bruder Andrea überzeugen konnte, mir aufs Riet zu folgen, freut mich ausserordentlich. Gemeinsam mit ihm Tore zu bejubeln, ist ein wunderbares Gefühl.

Was ist mit dem SCZ in naher und mittelfristiger Zukunft möglich?

Wenn es uns gelingt, in dieser Saison den zweiten Tabellenplatz zu erreichen, können wir uns ab Sommer auf jeden Fall nach noch weiter oben orientieren. Wie gesagt: Wir wollen uns immer steigern. Und als Zweiter gibt es dann nur eine einzige mögliche Zielsetzung…