Renato Lionzo: «Hätte ich den SCZ verlassen, wäre ich wohl beim FC Männedorf gelandet»

Ein Interview mit dem langjährigen «Eis»-Flügelspieler Renato Lionzo, der neuerdings auch als Aussenverteidiger eingesetzt wird.

Mit Renato Lionzo sprach Tomas Hermida

Renato, in einer Woche beginnt die neue Saison. Wie viele Punkte habt ihr nach fünf Spieltagen auf dem Konto und auf welchem Rang steht die 1. Mannschaft des SC Zollikon im Juni 2019?

Ich hoffe, dass wir dieses Jahr den Saisonstart nicht verschlafen. Ich tippe auf elf Punkte aus den ersten fünf Spielen und am Ende der Saison stehen wir auf Platz 1, 2 oder 3.

In der Saisonvorbereitung wurdest Du neuerdings auch als Aussenverteidiger eingesetzt und hast hervorragend gespielt. Welchem Rechtsverteidiger hast Du am meisten abgeschaut?

Ich bewundere wie Gianluca Zambrottta und Philipp Lahm auf dieser Position gespielt haben. Aussenverteidiger ist aber meine absolute Hassposition;  ich spiele sie gar nicht gerne.

Ronaldo „El Fenomeno“, Aimar „El Payaso“ oder Messi „La Pulga“. Welchen Spitznamen würdest Du Dir selber geben?

„Der Wadenbeisser“ oder „der Giftzwerg“!

Welche Eigenschaften oder Stärken von anderen „Eis“-Spielern hättest Du gerne?

Die Intelligenz und die Technik von Matteo Felder, die Wendigkeit und Schnelligkeit von Andrea Schärer, den Weitschuss von Marko Dugandzic und die Trainingspräsenz von Carlo Bühlmann (lacht).

Mit welchem Deiner Teamkameraden möchtest Du im Trainingslager auf keinen Fall das Zimmer teilen?

Ich hoffe sie sind mir nicht böse, aber eine Woche mit Santa oder Yves im gleichen Zimmer wäre für mich der blanke Horror!

Mit welcher Traumelf würde der SCZ den Aufstieg in die 2. Liga schaffen?

Da muss ich mich wohl leider als Aussenverteidiger aufstellen, ich will ja gewinnen! Ich würde das 4-2-3-1 System wählen und meine Traumelf sähe so aus, vorausgesetzt alle Spieler sind in absoluter Topform:

Im Tor: Babor
In der Abwehr von rechts nach links: R. Lionzo, S. Oechslin, G. De Nard und S. Martin
Vor der Abwehr: M. Felder und T. Hermida
Im offensiven Mittelfeld: A. Schärer, M. Dugandzic und S. Camichel
In der Sturmspitze: M. Schärer

Wenn Du Deine SCZ-Karriere mit einem Filmtitel beschreiben müsstest; welcher wäre es?

10 Dinge die ich an dir hasse.

Was war Dein schönstes Erlebnis mit dem SCZ?

Das war ganz klar die Zeit bei den A-Junioren! Wir kannten uns alle sehr gut und in den Jahrgängen 1991 bis 1993 hatten wir viele erstklassige Spieler. Die Stimmung innerhalb des Teams war einfach grandios und ich durfte so viele unvergessliche Momente erleben. Wir sind zwei Mal aufgestiegen und haben dann in der Promotion die Klasse gehalten. Auch die Pfingstturniere in Kempten werden mir immer in Erinnerung bleiben. Was wir damals auf und neben dem Platz erreicht haben ist der absolute Wahnsinn; wir alle können sehr stolz auf diese Zeit sein.

Mittlerweile bist Du seit einigen Jahren selbst erfolgreicher Juniorentrainer. Welche drei Junioren sind Dir am besten in Erinnerung geblieben und warum?

Das ist schwierig! Ich mag den Jahrgang 2003 sehr. Jungs, seid mir bitte nicht böse wenn euer Name jetzt nicht erscheint:

Niels Montezin, das kann ich ja jetzt sagen (er hat den Verein leider verlassen und lebt mittlerweile in Kopenhagen) , war mein Lieblingsjunior. Dann gibts noch Ryan Moser: was für eine Maschine! Ich habe keinen Junior gesehen, der so viel arbeitet um stetig besser zu werden. Ich habe ihn damals von den Db-Junioren zu mir ins Da geholt. Seither ist er auf der Überholspur; mach weiter so! Auch Dominik Hug wird mir in Erinnerung bleiben. Leider hat er diesen Sommer den SCZ verlassen. Für mich war er ein extrem wichtiger Spieler, welcher den Unterschied ausmachen konnte. Domo, ich hoffe sehr, dass Du bald wieder zurückkommst. Ich warte 😉

Welche SCZ-Trainer haben denn Dich am meisten geprägt?

Drei Trainer haben mich besonders geprägt. Ferry Hermida, Nicolas Fürrer und Toni „CT“ Incagliato. Von Ferry habe ich sehr viel über den Fussball gelernt; vor allem im taktischen Bereich. Füsi (Nicolas Fürrer) hat mir gezeigt, dass der Fussball oft im Kopf entschieden wird. Er hat mir im mentalen Bereich sehr geholfen. Und CT… ja was soll ich sagen: durch ihn lernte ich, dass ohne Kondition nichts geht. Ich bin aber allen meinen bisherigen Trainern sehr dankbar!

Mätchli 7 gegen 7: alle aktuellen und ehemaligen SCZ-Spieler stehen zur Verfügung und Du bist Wähler. Wen wählst Du zuerst in Dein Team?

Mein inneres Kind sagt: Stefan Rüf!

Mal angenommen, Du hättest mit 18 Jahren den SCZ verlassen müssen. Bei welchem Verein wärst Du dann gelandet?

Ich wäre wahrscheinlich beim FC Männedorf gelandet. Die Fans sind überragend. Siegeswille und Kampfgeist des FC Männedorf haben mich schon immer sehr beeindruckt. Und die Sportanlage Widenbad ist einfach herrlich.

Bevor wir Dir die letzte Frage stellen, möchten wir uns herzlich für das Gespräch bedanken, Renato! Abendessen mit einem Fussballtrainer, einem Fussballspieler, einem Musiker und einem Politiker: wen lädst Du ein?

Jupp Heynckes, Francesco Totti, Eminem und Barack Obama.

1. Mannschaft: Zum frühestmöglichen Zeitpunkt aus dem Cup ausgeschieden

Im Duell der beiden Drittligisten FC Wollerau und SC Zollikon behielt der Gastgeber am Sonntag auf dem Sportplatz Erlenmoos die Oberhand. Gestartet allerdings waren die Gäste vom rechten Zürichseeufer besser: So hatte Wollerau in der 25. Minute Glück, als einer ihrer Abwehrspieler den Zolliker Regisseur Andrea Schärer kurz vor dem Strafraum foulte, vom Schiedsrichter aber nicht vom Platz verwiesen wurde – der Freistoss von Kevin Spalinger landete im Aussennetz. Gegen Ende der ersten Halbzeit kam Wollerau stärker auf, es blieb vorerst jedoch beim torlosen Unentschieden.

In der 58. Minute erzielten die Gastgeber im Anschluss an einen Eckball den 1:0-Führungstreffer. Sieben Minuten später vergab Schärer die beste Gelegenheit zum Ausgleich, als er freistehend am gegnerischen Torhüter scheiterte. In der 74. Minute unterlief dem SCZ zum wiederholten Male ein Fehler im Spielaufbau. Ein Stürmer der Schwyzer hob den Ball aus rund 35 Metern herrlich über den Zolliker Goalie Johannes Babor hinweg zum 2:0 ins Netz.

Konzentration auf die Meisterschaft

In der 81. Minute schöpften die Gäste noch einmal Hoffnung. SCZ-Stürmer Spalinger lancierte seinen Mittelfeldkollegen Gianni de Nard, der sich dank seiner Schnelligkeit gegen seinen Wollerauer Gegenspieler durchsetzte und den Ball am herauseilenden Goalie vorbei zum 1:2 ins Tor schob. Mit weiten Bällen drängte der SCZ in den Schlussminuten auf den Ausgleich, kam aber zu keiner klaren Torchance mehr.

Zollikon ist damit bereits in der ersten Runde aus dem Cupwettbewerb ausgeschieden. Es kann sich damit auf die Meisterschaft konzentrieren, die in zwölf Tagen beginnt: Am 26. August empfängt der SCZ den FC Meilen zum Seederby auf dem Riet. Trainer Stengele kündigte jüngst an, auch in der anstehenden Spielzeit versuchen zu wollen, so lange wie möglich vorne mitzuspielen – «doch nicht um jeden Preis». Wichtiger sei das Heranführen junger Spieler an die 1. Mannschaft, da in den nächsten zwei, drei Jahren ein Generationenwechsel anstehe. (scz)

Für den SCZ im Einsatz:
Babor, Martin, Hermida (40. Schmid), Oechslin, Lionzo, De Nard, Felder, A. Schärer, Rocha (75. Dora), Spalinger, Kälin (82. Frey)

Christian Stengele: «Wir werden versuchen, so lange wie möglich vorne mitzuspielen – doch nicht um jeden Preis»

Christian Stengele, Trainer der 1. Mannschaft des Sportclubs Zollikon, spricht im grossen Interview mit old.sczollikon.ch über seine Ziele in der kommenden 3.-Liga-Saison. Zudem erklärt der 31-Jährige, warum er bei seinen Spielern manchmal den Biss vermisst, in welcher Situation er einen Rücktritt erwogen hat und weshalb er einen Vereinswechsel zumindest in absehbarer Zukunft nicht anstrebt.

Mit Christian Stengele sprach Dennis Bühler

Christian Stengele, kommenden Sonntag beginnt mit dem Cup-Erstrundenspiel gegen den FC Wollerau die neue Saison. Welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Der SC Zollikon spielt seit sieben Jahren in der 3. Liga. Seither konnten wir mehrere Saisons vorne mitspielen. Weil der Verein auch in den kommenden Jahren mindestens in der 3. Liga auflaufen möchte, ist das Heranführen junger Spieler an die 1. Mannschaft meine wichtigste Aufgabe. Ein Generationenwechsel naht – auf ihn gilt es sich vorzubereiten.

Was heisst dies für die kommende Saison?

Wir werden zwar auch in der kommenden Saison versuchen, so lange wie möglich vorne mitzuspielen – doch nicht um jeden Preis. Unsere 3.-Liga-Gruppe ist stark, wir freuen uns auf interessante Spiele wie zum Beispiel das Derby gegen Küsnacht und hoffen auf zahlreiche Unterstützung. Natürlich wäre es schön auch wieder mal im Cup zu überwintern; doch hat dies nicht Priorität.

«Vielleicht hat es mal so eine Saison gebraucht, damit wir wieder hungriger werden»

Wie sind Sie zufrieden mit der vergangenen Saison 2017/18?

Das sehr knappe Verpassen des Aufstiegs zum Ende der vorletzten Saison setzte uns zu, die Enttäuschung war riesig – entsprechend verlief auch die letztjährige Sommervorbereitung. Kurz: Die Luft war draussen. Die Trainingspräsenz war miserabel, und wir verloren unseren Rhythmus. Hinzu kam, dass auch während der Saison immer wieder etliche Leistungsträger fehlten. Dafür konnten sich die jungen Spieler gut entwickeln und kamen regelmässig zum Einsatz. Mein Fazit: Vielleicht hat es mal so eine Saison gebraucht, damit wir wieder hungriger werden.

Immerhin: Im Frühling konnte sich Ihr Team vom 7. auf den 5. Tabellenrang steigern.

Das ist so – die Rückrunde war nicht so schlecht. Allerdings spielten wir auch ohne Druck, da es für uns ohnehin nur noch um die «goldene Ananas» ging… Es wäre toll, wenn wir in diesem Sommer nun schon zum Meisterschaftsbeginn auf Augenhöhe mit den anderen Mannschaften wären.

«Die Mannschaft ist näher zusammengerückt und hat wieder Freude und Biss»

Wie sind Sie mit der Vorbereitung zufrieden?

Wir haben uns entschlossen, keine Trainingspause einzulegen, damit die in der vergangenen Saison erlangte Grundfitness nicht verloren geht. Dies dürfte uns in den kommenden Wochen helfen. Höhepunkt der Vorbereitung war ein Trainingsweekend in Bergün: Am Samstagvormittag wanderten wir an den wunderschönen Palpuognasee und weiter nach Preda, von wo es mit Trottinetts zurück nach Bergün ging. Die Badehosen eingepackt, fuhren wir nach Alvaneu, um uns mit einem warmen Bad zu entspannen. Am Abend fuhren wir zum Abendessen mit dem Sessellift auf den Darlux. Am Sonntag füllten wir die Mägen mit einem feinen Brunch, bevor wir für ein Testspiel nach Celerina aufbrachen. Während der ersten Halbzeit konnten wir gegen den Viertligisten trotz schweren Wanderbeinen gut mithalten, danach verliessen uns die Kräfte. Zum Glück wurden wir nach dem Spiel vom Gastgeber bestens verpflegt, sodass einige Stunden später alle müde und zufrieden und mit schönen Eindrücken wieder in Zollikon angekommen sind. Die Testspiele gegen Drittligist Wollishofen (1:3) und Zweitligist Seefeld (4:4) haben mir gut gefallen. Ich habe das Gefühl, die Mannschaft ist wieder näher zusammengerückt, und ich spüre, dass die Mannschaft wieder Freude und Biss hat. Deshalb freue ich mich auf die neue Saison.

Weil Jure Mioc seine Aktivkarriere beendet hat, müssen Sie den bisher unangefochtenen Abwehrpatron ersetzen – alles andere als eine einfache Aufgabe.

Jure wird uns auf und neben dem Platz fehlen: Er war ein Spieler mit sehr viel Ehrgeiz und Biss – von seiner Art konnten einige Spieler profitieren. Nun können und müssen sie selber Verantwortung übernehmen. Wir haben grosses Glück, dass Tomas Hermida nach einem Jahr als Spielertrainer der 2. Mannschaft zu uns zurückkehrt. Seine Aufgabe ist es nun, unsere Abwehr zu organisieren.

Hermida ist nicht die einzige Verstärkung.

Das stimmt. Unser Kader hat in der Sommerpause an Breite gewonnen: Mit Valentin Kälin und Kevin Rocha sind aus dem «Zwei» zwei talentierte Flügelspieler zu uns gestossen. Zudem trainiert schon seit einigen Monaten Julian Ferchow bei uns mit. Er ist aus Deutschland in die Schweiz gekommen und ist nun spielberechtigt. Julian wird unseren Sturm verstärken. Nicht vergessen sollten wir zudem, dass mit Joel Fuchs ein talentierter Offensivspieler aus einer monatelangen Verletzungspause zurückkehrt: Bei ihm ist es wichtig, dass er langsam aufgebaut wird – erst dann kann er die Mannschaft verstärken. Eventuell wird noch ein Torhüter aus Österreich zum Team stossen.

«Nichts hat mich mehr gefreut als die Fortschritte der A-Junioren Montezin, Glarner und Schmid»

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit mit den A- und B-Junioren vor?

Junge Zolliker Spieler sollen mit der 1. Mannschaft trainieren und möglichst auch in den Spielen eingesetzt werden, das ist mir enorm wichtig. Nichts hat mich in der zurückliegenden Spielzeit mehr gefreut als die Fortschritte der A-Junioren Jesper Montezin, Calvin Glarner und Dimitri Schmid. Mit den neuen Spielern und den aufstrebenden Junioren haben wir eine gute Mischung im Team. Sie bringen frischen Wind in die Mannschaft.

Neu formiert haben Sie in der Sommerpause auch Ihr Trainerteam.

Genau. Lutz Streitenbürger bringt sehr viel Erfahrung mit, die Mannschaft und ich können nur profitieren. Ich freue mich sehr, dass er mit uns die neue Saison bestreitet. Ebenfalls als Co-Trainer agieren wird Yves Rämi, der aber auch noch selbst spielen wird.

Plagen Ihr Team Verletzungssorgen?

Leider ja: Mit Severin Oechslin fällt ein wichtiger Spieler für die gesamte Vorrunde aus. Ich wünsche ihm für seine Oberschenkel-Operation viel Glück und eine gute Genesung.

«Wir haben an Tempo verloren – wir agierten oft zu passiv und mit zu wenig Leidenschaft»

Sie starten nun in Ihre fünfte Saison als «Eis»-Trainer. Wo sehen Sie für Ihr Team noch Entwicklungspotenzial?

Spielerisch gehörten wir in allen vier Saisons zu den stärksten zwei, drei Mannschaften der Liga. In der letzten Saison haben wir allerdings an Tempo verloren – wir agierten oft zu passiv und mit zu wenig Leidenschaft. Wir müssen auch wieder schneller die Räume in der Tiefe suchen.

Wie erklären Sie sich diesen Rückschritt?

Letzte Saison war die Trainingspräsenz mangelhaft. Zudem mussten wir die meisten Trainingseinheiten auf lediglich einer Platzhälfte durchführen, dabei kam das Spiel in die Breite und in die Tiefe zu kurz. Da müssen wir ansetzen.

Sie haben vorhin erwähnt, dass die Mannschaft in der vergangenen Saison den Biss vermissen liess. Weshalb war dies so?

Die Mannschaft hat eine Art Pause gebraucht. Ich glaube, dass uns dieses Jahr gut getan hat: Die Leidenschaft ist in den letzten Wochen zurückgekommen. Viele meiner Spieler sind nun im besten Fussballalter. Wenn sie den Biss und ihre Qualität in die Saison mitbringen, werden wir viel Spass haben.

«Ich war nie der beste Spieler, trotzdem konnte ich in der 1. Liga spielen – mit Willen kann man vieles erreichen»

Wie fest ärgert es Sie, wenn Ihren Spielern der Biss fehlt?

Ich habe der Mannschaft ab und zu schon gesagt, dass ich nie der beste Spieler war. Trotzdem konnte ich mehrere Saisons in der 1. Liga spielen. Mit Willen kann man vieles erreichen und auch gewisse Defizite kompensieren.

Haben Sie sich während der vergangenen, insgesamt missratenen Saison nie überlegt, das Amt niederzulegen?

Ganz ehrlich, zum Beginn der vergangenen Saison war die Situation für mich sehr schwierig. Ich hatte nach dem Fällanden-Spiel kurz solche Gedanken (wegen des 1:2-Gegentreffers in der 94. Minute verlor Stengeles Team am 10. September 2017 sein drittes der ersten vier Saisonspiele, Anmerkung der Redaktion).

Eine 3.-Liga-Mannschaft zu trainieren, ist wenig lukrativ: Sie haben viel zu tun, erhalten dafür aber nur eine bessere Spesenpauschale. Hand aufs Herz: Weshalb tun Sie sich das seit bald einem halben Jahrzehnt an?

Die Mannschaft ist mir sehr ans Herz gewachsen und die Entwicklung der jungen Spieler bereitet mir sehr viel Freude. Fussball ist ein Teil meines Lebens, das ist Leidenschaft und hat mit Geld nichts zu tun. Zudem hat die Mannschaft noch immer sehr viel Potenzial: Die Spieler müssen nur noch etwas mehr an sich glauben. Da ist wirklich Qualität vorhanden, und es macht unheimlich Spass eine solche Mannschaft zu trainieren.

«Egal in welcher Liga, letztlich gilt: Die Aufgabe muss Spass machen»

Dann planen Sie keine Karriere im Regionalfussball?

Ausschliessen will ich das nicht: Mich würde es durchaus reizen, mal ein Zweitligateam zu betreuen – nur schon, weil dort die Strukturen professioneller sind und es sich die Spieler weniger leisten könnten, während der Saison in die Ferien zu verreisen (schmunzelt). Zollikon ist meine erste Trainerstation und ich muss noch ganz viel lernen, um überhaupt jemals eine 2.-Liga-Mannschaft trainieren zu können. Egal in welcher Liga, letztlich gilt: Die Aufgabe muss Spass machen. Ich möchte hinter der Sache stehen können, dann spielt es keine Rolle, ob ich Junioren oder Aktive in der 3. oder 2. Liga trainiere.

Ziehen Sie einen baldigen Vereinswechsel in Betracht?

Nein. Ich weiss, was ich beim Sportclub Zollikon habe: Als ich vor zehn Jahren beim FC Seefeld in der 1. Liga spielte, stellten sich mir jeden Sommer etliche neue Mitspieler vor. Ich schätze sehr, dass es beim SCZ anders zu- und hergeht. Auf dem Riet ist etwas herangewachsen, wir sind eine echte Familie geworden, in der ich mich sehr wohl fühle.


 Zur Person

Christian Stengele ist gebürtiger Zolliker und seit Sommer 2014 Trainer der 1. Mannschaft des Sportclubs Zollikon. Unter seiner Leitung verpasste das Team den Aufstieg in die 2. Liga regional mehrmals nur knapp, in der vergangenen Saison kam es aber nicht an frühere Leistungen heran. Als Spieler war Stengele 2011 vom FC Küsnacht, mit dem er drei Saisons in der 2. Liga interregional gespielt hatte, zum soeben in die 3. Liga aufgestiegenen SCZ gewechselt, der damals noch vom Trainerduo Alain Merkli und Nicolas Fürer betreut wurde. Als junger Erwachsener hatte Stengele vier Spielzeiten mit seinem Ausbildungsverein FC Seefeld in der 1. Liga sowie zwei weitere in der 2. Liga inter absolviert. Der Gärtnermeister ist heute 31-jährig. (dbü)

1. Mannschaft: Im Frühjahr bald nur noch um die «Goldene Ananas» gespielt

Auch wenn es für die 1. Mannschaft in der 3.-Liga-Rückrunde sportlich bald um nichts mehr ging, liess sie ihr Potenzial das eine oder andere Mal aufblitzen. Ob die langsam aber sicher alternden Spieler in der kommenden Saison noch einmal voll angreifen wollen?

Erstmals seit einigen Jahren führten wir im vergangenen Winter kein Trainingslager durch – die Trainingspräsenz war in der Vorrunde schlicht zu dürftig gewesen. Die Mannschaft hatte zu wenig Engagement gezeigt, als dass sie sich ein Trainingslager verdient hätte.

Dank vieler Absenzen konnten sich die jungen Spieler im Frühjahr in den Test- und Meisterschaftsspielen regelmässig Spielpraxis holen. Die Hypothek von sechs Punkten auf den Erstplatzierten war zwar nicht viel grösser als eine Saison zuvor, doch merkte man der Mannschaft im Verlauf der aktuellen Rückrunde nie an, dass sie nach oben noch etwas bewegen wollte. Immerhin hatten wir uns im Herbst ein gutes Polster auf die Abstiegsplätze erspielt, und so spielte die erste Mannschaft in der Rückrunde nur noch um die «Goldene Ananas».

Wie viel Potenzial in der Mannschaft steckt zeigte sich im zweitletzten Spiel, als wir den Zweitplatzierten 1:0 besiegten und ihm so die letzte Hoffnung auf den Aufstieg nahmen.

Jüngere Spieler haben sich aufgedrängt

Für mich als Trainier war es – trotz mässigem sportlichen Abschneiden – eine interessante Saison. Die Stimmung war gut und die jüngeren Spieler haben weiter Fortschritte erzielt. Es ist sehr schön zu sehen, wie sich die jungen Spieler aufdrängen und aber auch wie sie von den erfahrenen Spielern unterstützt werden.

Es gibt in und mit dieser Mannschaft so viele super Momente auf und neben dem Platz zu erleben, dass sich für mich jede Minute auf dem Riet rechtfertigt und sich jeder Aufwand lohnt.

Danke!

Im Namen der 1. Mannschaft möchten wir uns herzlich bei Wendy Winkler für ihren Einsatz und ihre Kochkünste bedanken. Du machst das Riet zum Familientreff!

Grosser Dank an Werni Amstutz, der die verletzten Spieler zusammenklebt, die Verhärtungen aus den Beinen löst und den Spielern auch mal mental unter die Arme greift!

Dome Varkas, die Torhüter werden von Training zu Training besser, du machst das ausgezeichnet. Danke!

Ein herzliches Dankeschön für die sehr angenehme Zusammenarbeit geht auch an die Junioren- und Aktivtrainer Albiert Gubler / Kevin «Santa» Spalinger, Yves Rämi / Sascha Martin und Tomas Hermida / Werni Kienle.

Im Verein gibt es sehr viele Helfer die ihre Arbeit so gut machen, dass sie kaum wahrgenommen werden. An alle ein grosses Dankeschön. Ohne euch geht es nicht!

Die Aussichten für die kommende Saison

Jure Mioc hat angekündigt, die Mannschaft altershalber zu verlassen. Herzlichen Dank dir für deinen grossen Einsatz in den letzten Jahren. Du warst auf und neben dem Platz ein super Typ und Vorbild (ausgenommen die Rote Karte gegen Küsnacht)!

Der Rest der Mannschaft wird zusammenbleiben und mit einigen Spielern aus der 2. Mannschaft sowie ein paar Junioren aufgefrischt. Somit haben wir auch in der kommenden Saison eine schlagkräftige Mannschaft, die etwas erreichen kann, wenn sie möchte.

Lutz Streitenbürger und Yves Rämi werden den Trainerstab ergänzen, ich bleibe als Trainer mit Freude hauptverantwortlich. Wir freuen uns auch in der neuen Saison auf eure Unterstützung!

Christian Stengele

2. Mannschaft: Eine Rückrunde wie eine Achterbahnfahrt

Die 2. Mannschaft beendete die Saison auf einem Mittelfeldplatz, zeigte aber vor allem gegen die starken Teams der Gruppe, dass eine Platzierung in der oberen Tabellenhälfte durchaus möglich gewesen wäre.

Nach einer kurzen Weihnachtspause starteten wir bereits Mitte Januar in die Vorbereitung der Rückrunde. Die Trainingspräsenz war mehrheitlich zufriedenstellend. Allerdings mussten wir auch einzelne Trainings zu zehnt absolvieren, was aber letztendlich nicht schlimm war: Die legendären 5-gegen-5-Mätchli auf dem kleinen Kunstrasen wurden immer mit viel Leidenschaft geführt und haben mir persönlich viel Spass bereitet.

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Die Testspiele verliefen durchzogen. Vor allem die beiden hohen Niederlagen gegen Spitzenmannschaften der 4. Liga waren schmerzhaft. Immerhin erreichten wir ein Unentschieden gegen einen Drittligisten und schlugen einen Viertligisten gleich mit 6:1. In diesem Spiel durfte ich mir übrigens einen Traum erfüllen: Ich stellte mich selber auf meiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld auf, zusammen mit einem meiner Lieblingsmenschen (und lebenden SCZ-Legende) Matteo Felder und dem begnadetsten Kicker, den ich jemals im SCZ-Dress und überhaupt im Amateurfussball gesehen habe: Maxim Brun. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für diese fantastischen 45 Minuten!

Die Rückrunde: mal top, mal flop

Die Rückrunde verlief wie eine Achterbahnfahrt: Unentschieden, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg und Niederlage. Beim Rückrundenstart gegen den zweitplatzierten FC Hinwil, der vor allem läuferisch und kämpferisch in einer anderen Liga spielte, gelang uns ein 1:1. Eine Woche später gegen den Tabellenvorletzten aus Männedorf verloren wir nach einer Halbzeitführung total unnötig und aus dem Nichts 1:2. Auf diesen Tiefschlag folgte eine faustdicke Überraschung: Gegen den Leader aus Rüti, der bis zu diesem Spieltag nur einmal verloren hatte, zeigten wir vor allem defensiv eine tolle Leistung und sorgten mit unseren schnellen Kontern immer wieder für Gefahr; am Ende siegten wir souverän 3:0!

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Am 4. Spieltag, auswärts gegen den FC Stäfa, führten wir in der 70. Minute 2:1, verloren aber noch 2:3. Gegen den sehr spielstarken drittplatzierten FC Neumünster erlebte ich eines der wohl verrücktesten Spiele meiner Karriere. In der ersten Halbzeit gingen wir zwei Mal in Führung und schenkten dem Gegner jeweils wenige Minuten später durch krasse Eigenfehler den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit erzielte zuerst Emi Alegria das Tor des Jahrhunderts und wenig später doppelte Maxim nach: 4:2 nach 65 Minuten. Der FCN kam postwendend zum 3:4, zehn Minuten vor Schluss zum Ausgleich und drückte in den Schlussminuten vehement auf den Siegtreffer. Als wir eigentlich damit rechneten, dass der FC Neumünster noch das 5:4 schiessen würde, tankte sich Angel Lucio auf der linken Seite herrlich durch und bediente den im Strafraum wartenden Ivo Dugandzic, der den Ball eiskalt zum 5:4 einschob.

Leider kriegten wir auch nach diesem Sieg keine Konstanz rein. Beim FC Gossau gingen wir gleich mit 1:5 unter, siegten aber immerhin ein paar Tage später zu Hause gegen den FC Egg mit 5:2. Die letzten drei Saisonspiele bestritten wir allesamt auswärts: In Wald verloren wir durch einen Last-Minute-Treffer 3:4, in Meilen gewannen wir 8:2 und in Maur verloren wir zum Saisonabschluss knapp 1:2. Das Spiel gegen den FC Meilen wird mir lange in Erinnerung bleiben; es war die beste Leistung, die ich von diesem Team je gesehen habe.

Danke Werner Kienle, danke Jungs!

Lieber Werni, Du hast in den letzten drei Jahren einen tollen Job gemacht und unglaublich viel Zeit in dieses Team investiert. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei Dir bedanken! Wir freuen uns, dass Du dem SCZ als Juniorentrainer erhalten bleibst, und wünschen Dir alles Gute mit den Ca-Junioren.

Und ganz zum Schluss ein Dankeschön an alle meine Spieler. Ja, ich hatte vor allem in der Hinrunde die eine oder andere schlaflose Nacht wegen euch, aber ich habe viel gelernt und nehme vor allem die schönen Erinnerungen mit: das 8:1 gegen Stäfa, die beiden Last-Minute-Siege gegen Neumünster, das 5:0 in Egg, das 8:2 gegen Meilen und die intensiven Trainingsspiele auf unserem kleinen Kunstrasen. Ihr wart ein tolles Team, mit vielen herzensguten Menschen wie zum Beispiel Steven Scott, Vale Kälin oder Flurin Müller und herausragenden Fussballern wie zum Beispiel Maxim Brun, Raphi Salatti oder Ränu Häusler.

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Die Aussichten für die kommende Saison

Es freut mich riesig, dass Angel Lucio die 2. Mannschaft als Spielertrainer übernehmen wird. Angel stiess im Laufe der letzten Saison als Spieler zu uns und sorgte mit seiner Erfahrung, Lockerheit, Fröhlichkeit und vor allem mit seinen spanischen Kraftausdrücken für gute Stimmung im Team. Mit seinem umfangreichen Fussballwissen wird er den Spielern vom «Zwei» noch einiges beibringen. Unterstützt wird Angel von Nicolas Girod und Ivo Dugandzic. Auch diese beiden Herren sind aus meiner Sicht absolute Top-Transfers. Mit ihnen als Co-Trainer wird Spiel und Spass auf keinen Fall zu kurz kommen!

Auch wenn es den einen oder anderen wichtigen Abgang gibt: Unser «Zwei» ist in guten Händen und wird mit Sicherheit eine tolle Saison abliefern. Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg!  

Tomas Hermida

3. Mannschaft: Eine Saison zum Vergessen, eine Mannschaft zum Bewundern

Die Saison 2017/18 ist inzwischen schon seit einer Weile vorbei. Wollte man sie im Rückblick in einem Satz zusammenfassen, könnte man festhalten: Obwohl null Punkte auf seinem Konto standen, schaffte es «s’Drü» einen Titel zu gewinnen. Doch fangen wir von vorne an!

Nach einer grossartigen Saison 2016/17 konnte die 3. Mannschaft zu Beginn der neuen Spielzeit nicht da weiter machen, wo sie aufgehört hatte. Viele Trainerwechsel, kein klares Konzept im Training und zu wenig Spieler, die jedes Wochenende ein Spiel bestreiten konnten/wollten, sind nur einige Gründe, die zum letzten Platz in der letzten Liga des Landes führten. Jedes Spiel wurde verloren – manchmal mit grosser Tordifferenz, andere Male mit noch grösserer. Es gab zwar Spiele, die mit ein wenig mehr Glück hätten gewonnen werden können. Doch meistens war der Gegner einfach besser organisiert und aufgestellt.

«Das Resultat ist Nebensache»

«S’Drü» ist eine Mannschaft ohne grosse Ambitionen. Wir spielen den Sport aus Freude. Das Resultat ist nur Nebensache. Ab und zu aber zeigte die 3. Mannschaft, dass sie zu mehr im Stande ist. Gianandrea Vedova mit seiner genialen Ballbehandlung, Luka Scherrer mit seiner taktischen Spielweise oder der aufopferungsvolle Vinzenz Tuor sind nur einige, die ich hier nennen möchte.

Auch die Trainings waren eine Freude für jeden Teilnehmer. Es wurde viel gelacht und ab und zu auch mal was getrunken. Selbst als der «Blick» uns fragte, ob wir das Finale der zwei schlechtesten Mannschaften der Schweiz bestreiten wollen, herrschte Freude im Team. Anderen hätte diese Einladung zu denken gegeben. Mit einem Kommentar eines Mitspielers zur Einladung des «Blicks» lässt sich die Mentalität der 3. Mannschaft am besten beschreiben: «Geil! Wir können noch Zweitletzter werden!» Daraus allerdings wurde leider auch nichts.

«S’Drü» ist wahrlich nicht die beste Mannschaft, sie hat nicht die besten Fussballer und auch nicht die besten Trainer. Trotzdem ist sie eine Mannschaft zum Bewundern. Klar, wir haben den Titel der schlechtesten Mannschaft der Schweiz an der Backe (Nebenbei: der FC Egg II hat im ersten Spiel der neuen Saison 2018/19 gegen uns verloren 😉), dennoch ist das Team nicht enttäuscht oder demotiviert. Nein! Denn die neue Saison kann nur besser werden!

Artan Perkola

A-Junioren: Dank Heimstärke und guter Trainingspräsenz zu soliden zwölf Punkten

Nach einer dürftigen Vorrunde gelang es den Zolliker A-Junioren im vergangenen Frühjahr verbesserte Ergebnisse zu erzielen. Besonders konnte man sich auf dem heimischen Kunstrasen steigern. Man verlor nur ein Spiel und holte zehn der erzielten zwölf Punkte zuhause auf dem Fussballplatz Riet. Den ersten Sieg erzielte das Team nach zwei glücklosen Niederlagen in einem heiss umkämpften Spiel gegen Racing Rämibühl, als sich der SCZ nach 90 Minuten überzeugend 4:1 durchsetzen konnte.

Gleich darauf folgte ein Sieg gegen den AC Palermo, der zum damaligen Zeitpunkt auf dem 2. Tabellenrang stand. Danach kam das Zolliker Team leider etwas ins Stocken und holte in den folgenden fünf Spielen bloss drei Punkte – insbesondere gegen Witikon, gegen Lionem und gegen Kosova wären einige Punkte mehr drin gelegen. Immerhin: Zum Abschluss der Saison folgte ein krönender Abschluss. Mit dem 4:2-Sieg gegen den FC Wädenswil nahm das Team dem Gegner alle Hoffnungen auf den Aufstieg.

Sehr erfreulich war die hohe Trainingspräsenz der Junioren und ihre Bereitschaft, während des Grümpelturniers als Schiedsrichter oder am Grill auszuhelfen. In der Rückrunde kamen auch einige Talente der A-Junioren bereits in der ersten Mannschaft zum Einsatz: So beispielsweise unser Topscorer Gregor Frey, der zudem vom Team zum besten Spieler der Saison gewählt wurde.

Wir möchten uns ganz herzlich bei den Junioren und den Eltern für die tatkräftige Unterstützung bedanken.

Kevin «Santa» Spalinger & Albi Gubler

B-Junioren: Ziel erreicht, Aufstieg geschafft – und kein einziges Spiel verloren

Voller Tatendrang begannen wir bereits im Januar mit der Vorbereitung für die Rückrunde, um unser Ziel – den Aufstieg – dieses Mal zu erreichen. Nach der bitteren letzten Partie in der Vorrunde, in der wir den Aufstieg ganz knapp verpasst hatten, wollten wir dieses Ziel nun unbedingt erreichen.

Die ganze Rückrunde verlief eigentlich wie geplant: Wir konnten bis auf eine Ausnahme gegen YF Juventus – als wir die Punkte teilten – sämtliche Spiele siegreich gestalten. Nichtsdestotrotz möchten wir in unserem Bericht zwei Spiele besonders hervorheben.

B-Jun_3Das erste ist das Spiel gegen den damaligen Zweitplatzierten, Benfica, welches wir gleich mit 6:1 für uns entscheiden konnten. In diesem Spiel zeigte die gesamte Mannschaft, was in ihr steckt, und was sie zeigen und erreichen kann, wenn sie will. Spielfreude, Leidenschaft, Disziplin, Kaltblütigkeit und den unbedingten Willen dieses Spiel zu gewinnen: Unsere Jungs zeigten sich an diesem Tag in Bestform. Es war eine Freude ihnen zuzuschauen.

Das zweite Spiel war zugleich das letzte Spiel der Saison. Wir hatten die gesamte Aufstellung ausgelost, weil wir den Aufstieg zu diesem Zeitpunkt bereits geschafft hatten und somit der gesamten Mannschaft die Möglichkeit geben wollten, sich auch mal auf einer eher ungewohnten Position zu zeigen. So sah die Aufstellung in der ersten Halbzeit wie folgt aus: Linus – Gaba, Kiri, Eros, Dave – Nicola, Nicolò – George, Lucien, Max – Marc. Und in der zweiten Halbzeit: Philip, Gaba (ab 80‘ Marc), Kiri, Vinz, Dave – Andrin, Nicolò – Jonas, Lucien, Nic – Jason. Trotz teilweise eher unorthodoxen Aktionen gewannen wir das Spiel 6:2 und hatten auf der Bank einiges zu lachen.

Wie jedes Jahr wurden zum Ende der Saison die besten Spieler gekürt.

Die diesjährigen Gewinner:

  • B-Jun_1Bester Torhüter: Kerthanan Jegatheeswaran
  • Bester Verteidiger: Jonas Kleiser
  • Bester Mittelfeldspieler: Marc Vogelsanger
  • Bester Stürmer: Robin Schmid
  • Newcomer des Jahres: Philip Dengler
  • Bester Spieler: Eros Montanaro

Und natürlich wurde auch noch das Holz des Jahres gekürt, welches mit klarem Abstand von Mattia Dora gewonnen wurde.

An dieser Stelle nochmals herzliche Gratulation allen Spielern und natürlich der gesamten Mannschaft für die geleistete Arbeit und das erreichte Ziel.

Schliesslich möchten wir uns nochmals bei allen Eltern für die tatkräftige Unterstützung während des ganzen Jahres bedanken. Ohne euch hätten die Jungs keine frischgewaschenen Tenues gehabt und hätten an die Auswärtsspiele laufen müssen. Kurz: Der Aufstieg wäre ohne euren Einsatz nicht möglich gewesen!

Nun nochmals zur Mannschaft: Vielen herzlichen Dank für das Superjahr mit euch. Es war grossartig euch zuzuschauen und euch auf eurem fussballerischen Weg zu begleiten. Macht weiter so, dann könnt ihr Grosses erreichen. Ihr seid eine Supertruppe.

Bis bald auf dem Riet

Yves Rämi und Sascha Martin

Ca-Junioren: der Pfosten verhinderte den Aufstieg in die Coca Cola-League

Die Ca-Junioren des SC Zollikon spielten eine überragende Rückrunde und holten 9 Siege aus 10 Spielen. Der Pfosten verhinderte schlussendlich den Aufstieg in die Coca Cola – League.

Hätte uns im Dezember 2017 jemand gesagt, dass unsere Junioren die Rückrunde mit 27 von möglichen 30 Punkten beenden würden, hätten wir ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. Uns war natürlich bewusst, dass unsere Jungs ganz gut kicken können und bei vielen ist das taktische Verständnis bereits ziemlich ausgeprägt, trotzdem schien uns ein Sprung von 18 (so viele Punkte hatten wir in der Hinrunde geholt) auf 27 Punkte etwas zu optimistisch.

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Als wir im Januar 2018 das Hallenturnier des FC Männedorf eindrücklich gewannen und die Fortschritte unserer Jungs im Training beobachteten, wurde uns aber schnell klar, dass der Aufstieg in die Coca Cola – League evtl. doch möglich ist! Wir korrigierten unser Ziel «Klassenerhalt» dementsprechend nach oben; ein Platz in den Top 3 sollte nun angestrebt werden. In den Testspielen gegen höherklassige Teams bestätigten die Ca-Junioren unseren Eindruck. Gegen den FC Uster (Platz 2 in der Coca Cola – League) gingen wir in Führung, hielten lange Zeit gut mit und kassierten erst in der Schlussviertelstunde zwei Tore. Gegen den FC Schwamedingen konnten wir das Spiel sogar mit 2-0 für uns entscheiden!

sc-zollikon-ca-junioren-teameventMit einem Teamevent (Lasertag und anschliessendes Fifa-Turnier inkl. Pizzaplausch) wurde unsere grossartige Saisonvorbereitung abgeschlossen. Einige Tage später starteten wir mit einer englischen Woche in die Meisterschaft: am Samstag besiegten wir den FC Küsnacht 3-1, unter der Woche Galatasaray Zürich auswärts mit 3-0 und drei Tage später den FC Herrliberg erneut 3-1. Es folgten weitere Siege gegen den FC Effretikon (3-0) und den FC Neumünster (3-2), so dass es am 6. Spieltag zum Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die Coca Cola – League kam. Auch der FC Seefeld/Witikon hatte zu diesem Zeitpunkt das Punktemaximum erreicht. Allerdings hatten sie auch massiv mehr Strafpunkte gesammelt, was für uns hiess, dass für den Aufstieg ein Unentschieden reichen würde, vorausgesetzt wir würden die restlichen vier Meisterschaftsspiele gewinnen.

Leider wurde das Spitzenspiel auf einem sehr kleinen Spielfeld ausgetragen. Da beide Teams weit vorne und mit hoher Intensität Pressing ausübten, kam es kaum zu gepflegtem Spielaufbau und auch Torchancen waren Mangelware. Das Spiel bestand ausschliesslich aus langen Bällen, Abstössen und Einwürfen. In der zweiten Halbzeit schoss uns Jay mit einem direkt verwandelten Freistoss zur viel umjubelten Führung. Leider kam der FC Seefeld/Witikon nur fünf Minuten später aus dem Nichts zum Ausgleich und tankte dadurch reichlich Selbstvertrauen. Hinten standen sie weiterhin felsenfest und vorne wurde selbstbewusster kombiniert, so dass 15 Minuten vor Schluss das 2-1 fallen musste. Wir benötigten ein paar Minuten um diesen Schock zu verdauen, kamen aber in den Schlussminuten noch zu einer letzten Grosschance: Janns herrlicher Kopfball flog leider an den Pfosten und so konnte unser Nachbar wenige Sekunden später den Sieg feiern. Und weil der FC Seefeld/Witikon in den letzten drei Saisonspielen gegen Mannschaften aus der hinteren Tabellenregion antreten durfte, war uns klar, dass wir wohl gerade den Aufstieg verpasst hatten.

Nichtsdestotrotz nahmen wir uns vor, dem FC Seefeld/Witikon im Nacken zu sitzen und somit ihre Aufstiegsparty so lange wie möglich herauszuzögern.

sc-zollikon-ca-junioren-siegerfotoDas gelang uns ausgezeichnet, denn wir konnten die restlichen vier Spiele für uns entscheiden: 2-1 gegen den FC Egg, 5-3 gegen den FC Wetzikon, 3-0 gegen den FC Pfäffikon und im letzten Saisonspiel 2-0 gegen den FC Russikon. Die Bilanz dieser hervorragenden Rückrunde: 10 Spiele, 9 Siege, 1 Niederlage und ein Torverhältnis von 28:10 Toren.

Den Saisonabschluss feierten wie immer mit allen Junioren, Eltern und Geschwistern auf dem Riet. Und selbstverständlich wurden auch wieder SCZ-Awards verliehen; unser Mittelfeldspieler Niels stellt euch die Gewinner vor:

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Spieler des Jahres: Ryan (unten rechts)

Ryan ist unser Abwehrchef und Vize-Captain. Er hat einen grossen Anteil daran, dass wir in der Meisterschaft in 20 Spielen lediglich 20 Tore erhalten haben. Er hat sogar bereits ein Spiel in der ersten Mannschaft absolviert, was für einen 15-Jährigen sehr speziell ist. Aufgrund seiner guten Leistungen darf er in Zukunft ab und zu mit der ersten Mannschaft trainieren.

Stärken: schnell, zweikampfstark, groß, kopfballstark
Schwächen: keine

Verteidiger des Jahres: Arthur (unten links)

Arthur spielt neben Ryan in der Innenverteidigung. Er geht immer mit viel Überzeugung in die Zweikämpfe und gewinnt sie auch meistens. Arthur ist zudem polyvalent einsetzbar: er hat in der Rückrunde im zentralen Mittelfeld gespielt, als ich ausgefallen bin.

Stärken: zweikampfstark, gross
Schwächen: Passgenauigkeit

Mittelfeldspieler des Jahres: Léon (oben in der Mitte)

Léon hat uns mit seinen Toren in einigen Spielen noch den Sieg geholt. Er arbeitet defensiv nicht so viel, dafür hilft er unseren Stürmern beim Toreschießen. Léon hat in der Rückrunde 7 Tore geschossen und viele Assists beigesteuert.

Stärken: beidfüßig, dribbelstark
Schwächen: etwas zu selbstbewusst

Stürmer des Jahres: Dominik (unten in der Mitte)

Domo hat in der Rückrunde wieder viele Tore geschossen und seinen Sturmkollegen viel beigebracht. Domo wird uns im Sommer leider verlassen und das hat uns alle sehr getroffen. Wir wünschen ihm natürlich alles Gute und hoffen, dass wir auch ohne seine Tore klar kommen.

Stärken: Abschluss, schnell, stark
Schwächen: etwas zu eigensinnig

Rookie des Jahres: Jay (oben links)

Dieser Award wird jeweils einem Spieler aus dem jüngeren Jahrgang verliehen. Dieses Jahr hat ihn Jay gewonnen; er hat während der ganzen Saison sensationell gespielt. Jay spielt zusammen mit Léon im zentralen Mittelfeld. Während sich Léon mehr um den offensiven Teil kümmert, sorgt Jay für defensive Ordnung. Er ist unsere Maschine im Mittelfeld!

Stärken: Freistöße, Weitschüsse, Zweikampfstark
Schwächen: keine

Vielen Dank an Niels für diesen Beitrag und danke Jungs für die grossartige Saison, die wir mit euch erleben durften!

Reno & Tomas

Cb-Junioren: Gut gestartet, dann nachgelassen + versöhnlich abgeschlossen

Neue Saison, neues Glück. Die Rückrunde der Saison 2018/19 begann mit sehr viel Glück und grosser Aufopferung der Spieler. Nach vier Spielen hatten wir zehn Punkte auf dem Konto, waren zufriedene Tabellenzweite.

Doch ab dem fünften Spiel ging nichts mehr: Vier Spiele, null Punkte. Auf einmal war kein Wille mehr zu spüren – die Trainingsbesuche wurden spärlicher, manch ein Spieler kam gar zu spät an die Spiele. Immerhin: In den letzten zwei Partien haben sich meine Spieler wieder gefangen und im letzten Spiel der Saison gar gegen den Tabellenzweiten 5:1 gewonnen.

Eigentlich wollte ich nach der vergangenen Saison eine Pause einlegen. Doch konnte der Klub keinen Trainer finden für diese Mannschaft, und so habe ich noch ein Jahr angehängt. Ich bedanke mich bei den wenigen Eltern, die uns unterstützt haben und hoffe, Sie bald wieder auf dem Riet zu treffen.

C.T. Toni Incagliato