1. Mannschaft: Souveräner 2:0-Sieg gegen den FC Witikon

Mit dem Zolliker Stürmer Andrea Schärer hätte die prägende Figur dieses Spiels alleine vier Tore erzielen können, scheiterte aber wiederholt am gegnerischen Goalie oder eigenem Unvermögen und musste sich mit einem einzigen Treffer begnügen. Dennoch war der Sieg der in allen Belangen überlegenen Zolliker nie in Gefahr.

Von Dennis Bühler

Mehrmals in den vergangenen Jahren hatte sich der FC Witikon als hartnäckiger Gegner und entscheidender Stolperstein erwiesen, fähig, die mal leisen, mal lauteren Aufstiegshoffnungen des Sportclubs Zollikon endgültig zunichte zu machen. Entsprechend wies der Zolliker Trainer Christian Stengele seine Spieler im Vorfeld der Partie vom vergangenen Sonntag an, die Stadtzürcher keinesfalls zu unterschätzen. Erfreulicherweise zeigte sich vom Anpfiff an, dass die Zolliker Spieler ihrem Chef gut zugehört hatten. Sie agierten sehr aufsässig und jagten den Gegenspielern immer wieder Bälle im Mittelfeld ab, um dann rasch auf die Flügel zu spielen oder gleich direkt in die Tiefe.

Schon nach zwei Minuten erschufen sie sich eine erste gute Gelegenheit: Tomas Hermida spielte einen Ball weit nach vorne auf die Flanke zu Marco Schärer, der seinen Gegenspieler abschüttelte und zur Mitte querlegte, wo Andrea Schärer erst im letzten Moment noch am Torschuss gehindert werden konnte.

Die Chancen von Andrea Schärer

Der jüngere der Gebrüder blieb auch in der Folge die auffälligste Person auf dem Platz. Alleine in der ersten Viertelstunde vergab er zwei weitere ausgezeichnete Torchancen: Erst lenkte der gute Goalie des FC Witikon einen Schuss Andrea Schärers in Corner, wobei der Zolliker Stürmer in dieser Situation wohl besser auf die mitgelaufenen Joel Fuchs oder Marco Schärer aufgelegt hätte; dann wählte er mehr oder weniger unbedrängt alleine vor dem gegnerischen Torhüter den Abschluss per Kopf, statt den Ball mittels Brust auf den Fuss zu legen und so mehr Kraft hinter seinen Versuch zu bringen.

Ähnlich ging es weiter: Nach einer halben Stunde scheiterte erneut Andrea Schärer am Witiker Schlussmann, nachdem er von Marko Dugandzic lanciert worden war, sich im Sprint in Richtung gegnerisches Tor aber zu weit hatte abdrängen lassen und sich so selbst den Abschlusswinkel verkürzte.

Solidarische, kämpferisch gute Leistung

Obwohl die Zolliker den FC Witikon in der ersten Hälfte klar dominiert hatten, musste man zur Halbzeitpause aufgrund der Nachlässigkeit der Gastgeber im Abschluss um die erhofften drei Punkte fürchten. Sieben Minuten nach dem Seitenwechsel aber sorgte SCZ-Stürmer Albert Gubler endlich für den längst fälligen Führungstreffer: Von Fuchs freigespielt, schoss er aus rund 20 Metern mittels Dropkick aufs Witiker Tor. Deren Goalie, der an diesem Sonntag ansonsten bester Spieler seiner Mannschaft war, machte in dieser Situation keine besonders glückliche Figur und liess sich im nahen Eck erwischen.

Zollikon blieb auch in der Folge das weitaus bessere Team. Während der gesamten Spieldauer musste SCZ-Torhüter Benjamin Niederhauser keinen einzigen gefährlichen Abschluss der Witiker parieren. Zu sicher stand die Abwehr um Hermida und Nicolas Girod, zu defensiv diszipliniert agierte das zentrale Mittelfeld um Matteo Felder und Dugandzic. Überhaupt arbeiteten alle Zolliker vom Aussenverteidiger bis zum Angreifer solidarisch nach hinten und wussten kämpferisch zu überzeugen.

Einziger Wermutstropfen blieb so die Chancenauswertung, die auch in der zweiten Halbzeit kaum besser wurde. Entsprechend dauerte es bis kurz vor Schluss, ehe Andrea Schärer doch noch sein Tor erzielte und dem SCZ so eine womöglich turbulente Endphase ersparte. Von Sean Winkler steil angespielt schien es erst, als ob er sich den Ball zu weit vorgelegt hätte – doch dann war er doch einen Tick vor dem Witiker Goalie am Ball und schob diesen ersterem durch die Beine und zum viel umjubelten 2:0 ins Tor.

Nächster Gegner: das formstarke Küsnacht

Weil Tabellenführer Brüttisellen-Dietlikon gleichentags gegen den FC Küsnacht nicht über ein 2:2 hinauskam, vermochten die Zolliker den Rückstand auf die Spitze auf sechs Punkte zu verkleinern. Dies belässt dem SCZ zwar einerseits letzte, leise Aufstiegshoffnungen. Und doch muss dieses Resultat andererseits auch vor allem eine Warnung sein: Am kommenden Sonntag nämlich müssen die Zolliker auswärts im Derby gegen Küsnacht antreten. Zu hoffen ist, dass Trainer Stengele während der Matchvorbereitung erneut die richtigen Worte finden wird. Und seine Spieler gut zuhören.

Telegramm

SC Zollikon – FC Witikon 2:0 (0:0).

Riet, 50 Zuschauer.

Tore: 52. Gubler 1:0. 85. A. Schärer 2:0.

SCZ: Niederhauser; Martin, T. Hermida (67. Oettli), Girod, Vanek; M. Schärer (65. Rocha), M. Felder, Dugandzic, Fuchs (77. Lionzo); A. Schärer (87. Karpf), Gubler (74. Winkler, 90. Camichel).

Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Fuchs, Lionzo und Vanek (alle wegen Foulspiels). SCZ ohne Azarnait, C. Bühlmann, Staubli (alle verletzt), Hugentobler, Y. Rämi (beide im Aufbautraining), F. Bühlmann, Oechslin, G. Rämi (alle gesperrt) sowie Burger und Spalinger (beide in den Ferien).

1. Mannschaft: Zollikon verliert Verfolgerduell gegen Unterstrass

In einer spannenden Partie verliert der SC Zollikon gegen den FC Unterstrass 0:1. Damit wächst der Rückstand auf den Tabellenführer FC Brüttisellen-Dietlikon auf acht Punkte an.

Von Albert Gubler

Am frühen Sonntagmorgen traf das zweitplatzierte Zollikon auswärts auf das drittplatzierten Unterstrass. Wer entsprechend hohe Fussballkunst erwartete, wurde allerdings enttäuscht – beide Mannschaften fielen eher durch Kampf als durch Finesse auf. Die erste grosse Chance hatte das Heimteam: im 1 gegen 1 setzte der Stadtzürcher Stürmer den Ball mit einem Lob an die Lattenoberkante. Kurz danach schoss der Zolliker Kevin Spalinger aus 20 Metern gefährlich aufs Tor – der Ball prallte vom Pfosten zurück ins Feld. Insgesamt neutralisierten sich die beiden Mannschaften im ersten Durchgang.

In der zweiten Halbzeit ging der FC Unterstrass nach 48 Minuten in Führung. Alle Zolliker Verteidiger verpassten einen Eckball und am zweiten Pfosten lenkte der Stürmer den Ball ins Tor. Als Rico Bühlmann in der 65. Minute eine harte rote Karte sah, war die Partie so gut wie entschieden. SCZ-Torhüter Guy Rämi verursachte in der 78. Minute einen Elfmeter, den er aber bravourös parierte. Kurz vor Schluss sah er zudem die gelb-rote Karte nach einem Gerangel mit dem Gegner. Der SCZ kam zu keinen nennenswerten Chancen mehr und musste die Partie mit 0:1 verloren geben.

Telegramm

FC Unterstrass – SC Zollikon 1:0 (0:0).

Steinkluppe, 60 Zuschauer.

Tor: 48. 1:0.

FCU: Piso; Fusco, Frey, Adler, Fischer; Hofmann, Müller, Helmchen, Lo Russo; De Donno, Roccuzzo.

SCZ: G. Rämi; Oechslin, Hermida, Girod, Martin; M. Schärer (57. Lionzo), Oettli, F. Bühlmann, A. Schärer; Fuchs, Spalinger (69. Gubler).

Bemerkungen: 65. Rote Karte gegen Bühlmann. 91. Gelb-Rote Karte gegen G. Rämi. Gelbe Karten gegen Oechslin, Lionzo, Fuchs (Foul). SCZ ohne Karpf und Felder (beide gesperrt), Azarnait, C. Bühlmann, Staubli (alle verletzt), Burger und Hugentobler (beide im Aufbautraining), Camichel (Ausland), Niederhauser (2. Mannschaft) sowie Dugandzic und Rocha (beide abwesend). Beim SCZ nicht eingesetzt: Vanek.

2. Mannschaft: Passabler Start trotz mangelnder Spielkultur

Das Spiel der 2. Zolliker Mannschaft gegen den FC Meilen begann recht zerfahren. Einfaches Passspiel war auf dem sehr kleinen Kunstrasen in Meilen kaum möglich, da sich kaum Räume boten. Dies zeigte sich bereits im Aufbau von hinten heraus. Michael Kuhn, der erstmals in der Innenverteidigung spielte, weil Oliver Aeschimann absagte, Marc „Schöpfi“ Schöpfer in den Ferien weilt, Nicci seit Wochen krank ist und Marc Widmer gesperrt war, brachte kaum einen Ball an den Mann. Und Ismael Seven spielte entgegen der Ansage des Trainers nur lange Bälle nach vorne.

Statt diesen nachzueilen und ein Pressing aufzuziehen verwarfen seine Mitspieler die Hände. Sich Seven entschlossen angeboten, damit dieser sie einfach hätte anspielen können, haben sie aber auch nicht. Casio und Marco, die als Aussenverteidiger aufgefordert waren, sich ins Angriffsspiel mit einzuschalten, taten dies viel zu selten. Als sie es dann endlich umsetzten wurde es sofort brandgefährlich: Casio schlänzte den Ball gekonnt aufs gegnerische Tor. Den vom Torwart abgewehrten Schuss köpfte Marco direkt auf den eigentlich bereits geschlagenen Keeper der Meilemer.

Auf und Ab im Zolliker Angriff

Auf dem linken Flügel kämpfte Dominic Karpf in der gewohnten Bullterrier-Manier. Es erstaunt nicht, dass jemand mit so viel Ehrgeiz und Wille den Weg in die 1. Mannschaft sucht. Seine gelaufenen Kilometer zu ersetzen wird eine der grossen Herausforderungen für die 2. Mannschaft in der Rückrunde. Danilo und Zülfü waren ebenfalls bemüht in der offensiven Reihe. Aber vor allem bei Danilo merkte man, dass er immer noch etwas angeschlagen war von seiner Zerrung. Vorbildlich aber, wie er die Zähne zusammenbiss.

Das Zentrum mit Flavio „Strazzi“ Strazzella, Patrick „Schlagi“ Schlageter und Fabian Bischof fand kaum ins Spiel. Strazzi lief zwar wie immer viel, doch machte sich die Mittagshitze bemerkbar und auch der Frust aufgrund der spielentscheidenden Szene – aber dazu kommen wir später. Schlagi hatte zwar wohl seine genialen Momente (zu denen wir ebenfalls später noch kommen), aber der grosse Läufer war er ja bereits in den letzten Jahren in der 2. Liga nicht. Und Fabian ist gegenwärtig in der Schule sehr eingespannt und konnte deshalb in den letzten zwei Wochen nur einmal trainieren. Dazu hatte er Blasen an den Füssen von den Schuhen. Wieso er schlechte Schuhe beim Fussballspielen trägt, weiss auch nur er!

Trotz mangelnder Spielkultur kamen die Zolliker zu den besseren Chancen. In der 25. Minute zog Schlagi mit einem angetäuschten Schuss alle Gegenspieler auf sich, behielt dabei die Übersicht und spielte den frei stehenden Dominic direkt in den Fuss an. Dieser knallte alleine vor dem Tor den Ball trocken ins Kreuz – vv 1:0 für die Zolliker. Das Führungstor gab Selbstvertrauen. Prompt folgte die beste Phase der Zolliker, während der man die klar bessere Mannschaft war.

Rot nach haarsträubendem Fehler

Um der Defensive mehr Stabilität zu verleihen, wechselte der Trainer in der 35. Minute Yannick Staubli in die Innenverteidigung ein. Dies erlaubte Michael Kuhn, auf seine gewohnte Aussenverteidiger-Position zu rücken, wo er in gewohnter Manier mit viel Herz und Kampf brillierte. Ein Wechsel mit Folgen: Yannick hatte kurz vor der Pause als letzter Mann den Ball am Fuss und genügend Zeit, diesen weg zu spielen. Doch tut er dies nicht und dribbelt einen heraneilenden Stürmer aus. Wieder hat er Zeit zu spielen. Doch er tut dies wieder nicht und dribbelt gegen den nächsten Stürmer, wobei es zum Prellball kommt. Auch eine letzte Chance, den Ball entschlossen wegzuschlagen, nutzt er nicht. Die beiden Stürmer nehmen ihm den Ball ab. Einer zieht alleine aufs Tor. Goalie Daniel Erne stürmt zu ungestüm heraus und trifft nur den Gegenspieler Da gibt es nur eine Entscheidung, die der Schiedsrichter fällen kann: Rote Karte und Penalty für Meilen. Erne kann man keinen Vorwurf machen: Er wollte diese Saison eigentlich als Feldspieler auflaufen, doch weil Murat Saliji fast nie da ist, opfert er sich für die Mannschaft als Torhüter auf, obwohl er auf dieser Position kaum mehr trainiert.

Yannick an dieser Stelle an den Pranger zu stellen, ist jedoch ebenfalls nur teilweise richtig. Wieso? Er hat uns schon oft ausgeholfen, hat schon oft Spiele für uns entschieden (zum Beispiel in Uster, wo wir nur dank seiner und Kevin „Santa“ Spalingers Hilfe gewonnen haben) und zeigt Verständnis, dass die Spieler von der 2. Mannschaft vor den Eis-Spielern aufs Feld dürfen. Erstaunt, dass dieser Lapsus an diesem Tag Yannick passiert, ist man aber auch nicht. Zuerst kommt er zu spät zur Besammlung und dann läuft er mit nacktem Oberkörper und dem Shirt auf dem Kopf ein. Zu viel Coolness, zu legere Haltung – prompt bestraft. Aber eben, er hat nun einmal einen Fehler gemacht. Das kann jedem passieren. Und er hat sich vor der Mannschaft aufrichtig entschuldigt, das hat man gespürt und wir werden ihn jederzeit wieder mit ins Boot nehmen.

Grosser Kampf in Unterzahl

Zurück zum Spiel: Marco opferte sich und ging ins Tor. Seine beachtliche Körpergrösse brachte aber leider nichts. Die Meilener glichen mittels Elfmeter zum 1:1 aus. Nach dem Seitenwechsel war die Ausgangslage schwierig für die Zolliker. Ein Mann weniger, brütende Mittagshitze und die Meilemer im psychologischen Vorteil. So kam, was kommen musste: Die Gastgeber gingen zehn Minuten nach dem Seitenwechsel in Führung.

Der Zolliker Trainer wechselte erneut, brachte für den angeschlagenen Danilo den jungen Vale im Sturm, der die Vorbereitung auf die Rückrunde nicht hatte mitmachen können. Vale bemühte sich, konnte seinen Trainingsrückstand aber nicht verbergen. Und Flurin, der vergangene Woche wegen der Schule im Training gefehlt hatte, musste wegen Asthmas gar nach 20 Minuten wieder vom Feld.

Trotzdem gaben sich die Zolliker noch nicht ganz auf. Michi Kuhn eilte als Aussenverteidiger den Flügel hoch und runter. Ismael kämpfte in der Innenverteidigung wie ein Löwe. Vale, Dominic, Flu und später Zülfü versuchten vorne Nadelstiche zu setzen. Und dies gelang! Auch zu zehnt kamen die Zolliker zu vereinzelten Chancen und holten schliesslich einen Freistoss aus aussichtsreicher Position heraus. Da lässt sich Schlagi nicht zweimal bitten und schlänzt den Freistoss unhaltbar zum 2:2-Ausgleich in die entfernte Ecke. In der Folge boten die Zolliker eine beherzte Abwehrschlacht. Für einige zu viel. Strazzi, der unheimlich viel gelaufen war, musste mit Knieproblemen ausgewechselt werden. Für ihn kam Fabian zurück aufs Feld. Auch wenn er mit den Blasen tanzte, kämpfte er vorbildlich, indem er diese scheinbar ausblendete.

Unsportliches Verhalten zahlt sich leider aus

Dies trieb die Spieler und Trainer von Meilen in die Verzweiflung, sodass sie sich gegenseitig zu beschimpfen begannen. Auch das erstaunte nicht. Bereits in der ersten Hälfte verhielten sie sich äusserst unsportlich. Jede Entscheidung des Schiedsrichters wurde von allen Meilemern inklusive Ersatzbank lautstark kommentiert, Karten wurden gefordert und dem Gegner Spielverzögerung vorgeworfen – bis der Schiedsrichter den Meilemer Trainer „Hans Nötig“ auf die Tribüne schickte. Eigentlich schätze ich diesen Trainerkollegen und amüsiere mich auch immer köstlich beim Lesen seiner Matchberichte. Aber der verbale Auftritt von ihm und seiner Mannschaft an diesem Sonntag war einfach nur zum Fremdschämen und absolut unsportlich.

An dieser Stelle ein kurzer Aufruf: Liebe Trainer und Spieler des FC Meilen, ihr habt doch das nicht nötig! Lasst uns doch Spass am Fussball haben und die Entscheidungen dem Schiedsrichter überlassen, der übrigens für einen 4.-Liga-Schiedsrichter einen tollen Job gemacht hat.

Zurück zum Spiel: In der vierten Minute der Nachspielzeit pfiff der Schiedsrichter einen Hands-Elfmeter gegen die beherzt kämpfenden Zolliker. Yannick soll den Ball mit dem Arm gespielt haben. Von der Trainerbank sah das überhaupt nicht so aus. Und selbst wenn, war der Arm ganz nah an den Körper angelegt. Offensichtlich machte sich das unsportliche Reklamieren des FC Meilen während der vorangegangenen 93 Minuten doch noch bezahlt. Das dabei selbst der Schiedsrichter ein schlechtes Gewissen hatte, zeigte sich, als er völlig unbegründet den bereits verwerteten Elfmeter wiederholen liess. Aber auch beim zweiten Anlauf traf der Captain der Heimmannschaft und so gewann der FC Meilen sein Heimspiel in der letzten Minute mit 3:2.

Hätte, hätte, Farradkette

Und wieder fragt sich der Trainer des SC Zollikon: Was wäre, wenn unser Kader breiter wäre und wir nicht nur 14 sondern 16 Spieler dabei gehabt hätten? Was wäre, wenn die 14 Spieler alle die Vorbereitung und das Training in der letzten Woche mitgemacht hätten und fit wären? Was wäre, wenn jeder einzelne vor dem Match pünktlich käme und sich professionell vorbereiten würde? Was wäre, wenn der FC Meilen sich aufs spielen und nicht auf den Schiedsrichter konzentrieren würde? Ich glaube, man hätte Erfolg, man hätte Spass und ich wäre nicht so verdammt traurig an diesem Montag und würde mich nicht fragen, warum wir so viel Zeit in dieses Spiel investieren.

1. Mannschaft: Souveräner 3:1 Sieg gegen den FC Altstetten

In einem umkämpften Duell setzt sich der SC Zollikon gegen den FC Alstetten mit 3:1 durch. Damit bleibt der SCZ auf dem zweiten Rang und fünf Punkte hinter dem Leader FC Brüttisellen-Dietlikon. Die Tore erzielen Sean Winkler, Kevin Spalinger und Andrea Schärer.

von Albert Gubler

In der Anfangsphase hatte der SC Zollikon Glück, als ein sehenswerter Schlenzer des FC Altstetten nur an die Latte prallte. Danach riss der Gast vom Seeufer das Spieldiktat an sich. Die Offensive sorgte auf dem schwierigen Rasen auf der Sportanlage Buchlern für viel Betrieb, liess im Abschluss aber die Effizienz vermissen. Nach mehreren guten Gelegenheit fiel das 1:0. Marco Schärer setzte sich toll auf der rechten Seite durch und legte wunderbar auf Sean Winkler zurück. Der Stürmer schob nach 29 Minuten gekonnt ein. Fünf Minuten später verdoppelte der SCZ den Vorteil. Kevin Spalinger schoss aus rund 23 Metern in die tiefe linke Torecke. Nur kurz zuvor hatte er sich nach einem Zusammenprall mit Nasenbluten behandeln lassen müssen.

Mit dieser bequem Führung im Rücken schlichen sich Unkonzentriertheiten in das Zolliker Spiel ein. Das Heimteam bestrafte die aufkommende Nachlässigkeit ihres Gegners: Pablo Martinez schloss in der 44. Minute einen Konter zum Anschlusstreffer ab.

Viel zu späte Entscheidung

In der zweiten Halbzeit hatte der SC Zollikon das Spiel wieder im Griff – ohne für eine frühzeitige Entscheidung sorgen zu können. und so blieb die Partie bis zum Schluss spannend. Die Viererkette Severin Oechslin, Marko Dugandzic, Nicolas Girod und Sascha Martin stand jedoch sehr sicher und hatte die technisch bewanderte Offensive des Heimteams jederzeit im Griff. Nachdem wieder mehrere hochkarätige Chancen ausgelassen wurden setzte Andrea Schärer, der während der ganzen Partie immer wieder gefährlich vor dem Altstetter Tor auftauchte ohne zu reüssieren, den Schlusspunkt. Nach einem starken Steilpass von Sebastian Oettli vollstreckte der Stürmer im Sechzehner in die linke Ecke.

Am nächsten Sonntagmorgen reist die erste Mannschaft zum Tabellennachbarn FC Unterstrass. Der Gegner verlor dieses Wochenende erst in der Nachspielzeit gegen den Tabellenführer FC Brüttisellen. Will die 1. Mannschaft ihre starke Serie in der Meisterschaft ausbauen, wird wieder eine hochkonzentrierte Leistung nötig sein.

Telegramm

FC Altstetten – SC Zollikon 1:3 (1:2).

Buchlern, 60 Zuschauer.

Tor:  29. Winkler 0:1. 35. Spalinger 0:2. 44. Martinez 1:2. 89. A. Schärer 1:3.

FCA: Scrugli; Schadegg, Kessler, Ilangakoon, Sonkur; Djandara, Owusu, Pereira, Seiler; Martinez, Moreira (64. Gordon).

SCZ: G. Rämi; Oechslin, Dugandzic, Girod, Martin; M. Schärer (49. Rocha), F. Bühlmann (57. Oettli), Felder (90. Hermida), A. Schärer; Winkler (52. Fuchs), Spalinger (71. Gubler).

Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Bühlmann, Oechslin, Dugandzic, Felder (Foul). SCZ ohne Vanek (gesperrt), Azarnait, Lionzo, Y. Rämi (verletzt), Karpf, Staubli (2. Mannschaft), Camichel („Ausland“) sowie Niederhauser (abwesend). Beim SCZ nicht eingesetzt: C. Bühlmann.

GV: Abschied von Ursina Bischof und höhere Mitgliederbeiträge

An der gestrigen 54. Generalversammlung des Sportclubs Zollikon wurde Ursina Bischof nach achtjähriger Tätigkeit im Vorstand mit einem Blumenstrauss und lang anhaltendem Applaus aus dem Amt verabschiedet. Einstimmig sprachen sich die 44 anwesenden Vereinsmitglieder dafür aus, dem Antrag des Vorstandes zu folgen und die Mitgliederbeiträge um 50 Franken pro Jahr zu erhöhen. Die zusätzlichen Einnahmen der Aktivspieler fliessen direkt in die jeweiligen Mannschaftskassen, jene der Junioren kommen dem Juniorenfonds zugute. (scz)

Hier das ganze Protokoll der GV 2015 lesen

1. Mannschaft: Dank Penaltyglück knapp 1:0 in Seebach gewonnen

Der Sportclub Zollikon ist erfolgreich in die 3.-Liga-Rückrunde gestartet: Er gewann am Sonntag auswärts gegen den SV Seebach knapp, aber verdient 1:0. Das einzige Tor erzielte SCZ-Captain Matteo Felder mittels Elfmeter.

Von Dennis Bühler

Zufrieden: SCZ-Trainer Christian Stengele freut sich inmitten seiner Mannschaft über den 1:0-Sieg in Seebach und eine "engagierte Leistung"Ganz zum Schluss wurde es doch noch hektisch: Der SV Seebach konnte einen letzten Freistoss aus gefährlicher Position treten, ein Stürmer der Gastgeber versuchte dabei dem Zolliker Torhüter Guy Rämi die Sicht zu nehmen und liess sich zu einer Tätlichkeit hinreissen. Der Schiedsrichter aber übersah diese Aktion genauso, wie er in den meisten entscheidenden Situationen der vergangenen 92 Spielminuten falsch gelegen hatte. Immerhin: Seebach schoss den Ball in die Freistossmauer, und kurz danach machte der Unparteiische mit dem Schlusspfiff für einmal alles richtig.

Dass die Zolliker Spieler in den letzten Minuten um ihren Sieg zittern mussten, hatten sie sich selbst zuzuschreiben. Mehrere hochkarätige Chancen hatten sie auf teils nonchalante Art und Weise ausgelassen: In der 85. Minute war ein Schuss von Andrea Schärer knapp am Tor vorbei geflogen, drei Minuten später hatte Kevin Spalinger den Stadtzürcher Goalie zu überspielen versucht, statt den Ball an ihm vorbei zu schieben.

Geschlossene Mannschaftleistung

So blieb es beim 1:0-Sieg zugunsten der Zolliker, der aufgrund einer Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause zwar verdient, aber eben auch glücklich zustande gekommen war: Dem einzigen Treffer nämlich war ein krasser Fehlentscheid des Schiedsrichters vorangegangen. Nach einem gewöhnlichen Prellball zwischen Spalinger und einem Seebacher Verteidiger hatte der Spielleiter auf den Penaltypunkt gezeigt. SCZ-Captain Matteo Felder hatte dem gegnerischen Goalie danach aus elf Metern keine Abwehrmöglichkeit gelassen.

Bester Spieler in den Reihen der Zolliker war an diesem Sonntagvormittag Mittelfeldspieler Federico Bühlmann, der fast keinen Zweikampf verlor und mit seiner Ruhe am Ball zu gefallen wusste. Entscheidend für den Sieg aber war, dass kein Spieler (allzu weit) unter sein normales Leistungsniveau fiel und dem SCZ für einmal keine krassen individuellen Fehler jener Art unterliefen, die ihn zwei Wochen zuvor im Cup noch das Weiterkommen gekostet hatten – der Zolliker Auftritt gegen Seebach war ein Paradebeispiel einer sogenannt geschlossenen Mannschaftsleistung.

Telegramm

SV Seebach – SC Zollikon 0:1 (0:0).

Eichrain, 60 Zuschauer.

Tor: 78. Felder (Penalty) 0:1.

SCZ: G. Rämi; C. Bühlmann (46. Oechslin), Dugandzic, Girod, Martin; M. Schärer (66. Rocha), F. Bühlmann (87. Oettli), Felder, Fuchs (90. Karpf); A. Schärer, Winkler (66. Spalinger).

Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Martin, Spalinger, Winkler (Foul), F. Bühlmann, Karpf (Ballwegschlagen) und Felder (Wegwerfen der Captainbinde). SCZ ohne Vanek (gesperrt), Azarnait, Hermida, Y. Rämi (verletzt), Gubler, Lionzo (nicht im Aufgebot) sowie Niederhauser (abwesend). Beim SCZ nicht eingesetzt: Staubli.

1.Mannschaft: Seebach-Trainer vor Spiel gegen Zollikon zuversichtlich

Am Sonntag spielt die 1. Mannschaft des Sportclubs Zollikon auswärts gegen den SV Seebach. Dieser schaut auf eine gelungene Rückrundenvorbereitung zurück, wie Trainer André Bärtschi in einem Interview verkündete.

André Bärtschi, Trainer des ersten Zolliker Gegners SV Seebach, blickt dem Start in die zweite Saisonhälfte der 3.-Liga-Gruppe 4 zuversichtlich entgegen. „Die Vorbereitung war sehr gut“, sagte er in einem Interview mit der Regionalfussball-Onlineplattform regional-fussball.ch. „Wir hatten teilweise 22 Spieler im Training, was wir sehr schätzen und uns freute. Es war natürlich auch jedem bewusst, dass die Vorbereitung genutzt werden musste um physisch einen Sprung nach vorne zu machen.“ Um für die zweite Saisonhälfte gerüstet zu sein, hatte der Stadtzürcher Verein sein Training bereits am 8. Januar aufgenommen.

In den Vorbereitungsspielen habe seine Mannschaft mehrheitlich einen guten Eindruck hinterlassen, sagte Bärtschi. Sie habe bewiesen, dass sie defensiv gut organisiert sei, man habe „kompakt gespielt“ und den Gegnern jeweils nur wenige Chancen zugestanden. „In der Offensive müssen wir effizienter werden, wir benötigen aktuell noch zu viele Grosschancen um zu Tore zu kommen. Zudem müssen wir den letzten Pass vor dem Tor konzentrierter spielen und die Offensive muss variabler werden in den Laufwegen.“

Zur Winterpause im Tabellenmittelfeld

In der Vorbereitung spielte Seebach ausschliesslich gegen andere Drittligisten. Zwei von vier Partien verlor Seebach, in einer spielte es Unentschieden, eine vermochte es zu gewinnen. Die Resultate im Überblick:

SV Seebach – Benfica Clube de Zurique 1:1.

SV Seebach – SV Rümlang 0:2.

SV Seebach – FC Oetwil am See 2:1.

SV Seebach – FC Embrach 1:2.

Am Sonntag empfängt der SV Seebach um 10 Uhr auf dem Fussballplatz Eichrain den SC Zollikon. Mit 15 Punkten aus elf Spielen liegt das Stadtzürcher Team nach der Vorrunde im Tabellenmittelfeld – sechs Zähler hinter dem Zweitplatzierten Zollikon. (dbü)

Am Montag: Generalversammlung des SC Zollikon auf dem Riet

Am kommenden Montag, 30. März, empfangen Präsident Andreas „Tresi“ Roca und der gesamte SCZ-Vorstand die interessierten Mitglieder zur 54. Generalversammlung: ab 20 Uhr in unserem Clublokal auf dem Sportplatz Riet. Anschliessend: Gemütliches Beisammensein bei Speis und Trank!

Hier das Protokoll der letztjährigen GV lesen: 2014 GV Protokoll Vereinsjahr 2013.

Weitere Informationen: hier.

«Wir müssen cleverer werden und im Offensivspiel kreativer»

Matteo FelderSieben Fragen an Matteo Felder: Vor dem Rückrunden-start am Sonntag beurteilt der 23-jährige Captain der 1. Mannschaft die Aufstiegs-chancen des Sportclubs Zollikon und sagt, in welchen Bereichen sich das Team noch steigern muss – und in welchen Bereichen er sich selbst.

Mit SCZ-Captain Matteo Felder sprach Dennis Bühler

Matteo Felder, wie bist du mit den Leistungen im vergangenen Herbst zufrieden?

Matteo Felder: Wir haben in der Vorrunde zwei Gesichter gezeigt: Mit der ersten Hälfte der Vorrunde können wir durchaus zufrieden sein. Obwohl wir spielerisch vielleicht nicht immer überzeugen konnten, schafften wir es immer einen Weg zu finden, um als Sieger vom Platz zu gehen. Mit der zweiten Hälfte sind wir hingegen überhaupt nicht zufrieden. Es wäre viel mehr möglich gewesen. Bis auf das Spiel gegen den sehr starken Tabellenführer Brüttisellen-Dietlikon hätten wir jede Partie gewinnen müssen. Individuelle Fehler warfen uns jedoch immer wieder zurück. Immerhin: Aus diesen Spielen können wir sehr viel lernen.

Welche Schlüsse hast du aus diesen Rückschlägen gezogen?

Gegen defensiv eingestellte Teams müssen wir von Spielbeginn an viel mehr Druck machen und vor allem mit viel mehr Selbstvertrauen auftreten. Dass wir die Vorrunde letzten Endes doch noch mit zwei positiven Resultaten abschliessen konnten, war für unsere Moral während der Winterpause und die anschliessende Vorbereitung sehr wichtig.

Ist die Mannschaft nach der vier Monate währenden Vorbereitung bereit für die Rückrunde?

Die Vorbereitung verlief gut, die Trainingspräsenz war hoch und die Stimmung ausgezeichnet. Zudem konnten wir diesen Winter verhältnismässig früh wieder mit dem Ball trainieren, nachdem wir mit einer tollen Mannschaftsleistung den Platz vom Schnee befreit hatten. Das Trainingslager war, wie bereits im vorangehenden Jahr, sehr gut organisiert und für alle ein tolles Erlebnis.

Welches Ziel setzt du dir als Captain für die kommenden Monate?

Persönlich möchte ich mich vor allem in der Kommunikation auf dem Platz verbessern, das Team besser führen, meine Mitspieler motivieren und über neunzig Minuten präsent sein, nicht nur wenn das Spiel zu unseren Gunsten verläuft.

Und welche Ziele setzt du der Mannschaft als Ganzes?

Wir müssen unbedingt cleverer werden. Insbesondere wenn es darum geht ein Resultat zu verwalten, gehen wir bis anhin noch zu viele Risiken ein oder haben Mühe mit dem Druck umzugehen. Zudem hoffe ich, dass wir im Offensivspiel kreativer werden. Vor allem gegen Mannschaften, die sich in die eigene Spielhälfte zurückziehen und sich primär auf die Defensivarbeit konzentrieren, hatten wir in den letzten Jahren einige Schwierigkeiten. In solchen Spielen dürfen wir uns nicht dem Tempo des Gegners anpassen.

Was stimmt dich für die Rückrunde zuversichtlich?

Die nach wie vor hervorragende Stimmung in der Mannschaft und im Verein. Diese ist alles andere als selbstverständlich, und ich hoffe, dass wir sie noch lange so beibehalten können.

Kann der SCZ im Aufstiegsrennen noch ein Wörtchen mitreden oder ist dieser Zug bereits abgefahren?

Ich traue mir keine Prognose zu. Zugegeben: Der FC Brüttisellen-Dietlikon hat mich in der Vorrunde ziemlich beeindruckt. Es wird sicherlich sehr schwierig werden, diesen Gegner noch von der Tabellenspitze zu verdrängen. Wir müssen ganz einfach versuchen, uns jeweils jede Woche neu nur auf den bevorstehenden Sonntag zu konzentrieren. So wird es wohl am besten rauskommen. Alles andere können wir ohnehin nicht beeinflussen.

« … dann werden wir den Leader noch in Bedrängnis bringen»

Christian Stengele, neuer Trainer der 1. MannschaftSieben Fragen an Christian Stengele: Seit August ist der frühere Spieler als Trainer für die 3.-Liga-Mannschaft des Sportclubs Zollikon verantwortlich. Zur Saisonhälfte liegt das Team des 28-Jährigen fünf Punkte hinter Tabellenführer Brüttisellen-Dietlikon auf Rang 2.

Mit Christian Stengele sprach Dennis Bühler

Christian Stengele, wie bist du mit der Vorrunde zufrieden?

Christian Stengele: Gesamthaft betrachtet waren unsere Leistungen im vergangenen Herbst nicht so schlecht. Die Umstellung auf ein 4-4-2-System beispielsweise ist uns gut gelungen. Leider aber hatten wir gegen schwächere Gegner, die defensiv kompakt standen und uns den Ball überliessen, oft grosse Mühe das Spiel zu gestalten. Deshalb habe ich in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte auch einen Schwerpunkt auf den Spielaufbau und die Angriffsauslösung gesetzt. Wir müssen lernen, das Tempo hoch zu halten und gezielte Angriffe zu lancieren.

Gegen Ende der Vorrunde wurden die Leistungen schwächer.

Das stimmt, in den Wochen vor der Winterpause liessen wir die Konstanz vermissen, die nötig ist, wenn man ganz vorne in der Tabelle mitspielen möchte. Wir konnten das Niveau und den Power der ersten Vorrundenhälfte nicht halten. Auch die Trainingspräsenz liess zuweilen zu wünschen übrig. Deshalb beurteile ich die erste Saisonhälfte auch lediglich als „nicht so schlecht“ und nicht als „gut“.

Wie zufrieden bist du mit der Rückrunden-Vorbereitung in den letzten Monaten?

Die Spieler waren sehr motiviert und engagiert bei der Sache – fast immer besuchten 20 oder noch mehr Spieler die Trainingseinheiten. Besonders erfreulich ist auch, dass 24 Spieler mit ins Trainingslager in San Pedro del Pinatar in der Nähe von Murcia reisten, wo wir sehr konzentriert arbeiten konnten. Alle Spieler ziehen mit.

In welchem Bereich hat das Team noch die grössten Defizite?

Manchmal fehlt der Mannschaft die nötige Disziplin. Um dieses Defizit zu beheben, habe ich vor kurzem einen Spielerrat einberufen, dem Captain Matteo Felder sowie Marko Dugandzic, Tomas Hermida und Andrea Schärer angehören. Ich nehme diese vier Führungsspieler jetzt stärker in die Verantwortung. Wenn es in einem Spiel mal nicht nach Wunsch läuft, brauche ich Spieler auf dem Platz, die einschreiten. Die Disziplin muss aber auch abseits des Spielfeldes besser werden: Bisher besprachen meine Spieler vor einer Partie, wer am Vorabend was im Ausgang erlebt hat; in Zukunft soll der Fokus auf die bevorstehenden 90 Minuten gerichtet sein.

Im Cup-Achtelfinal bedeutete der FC Oetwil-Geroldswil vor zehn Tagen Endstation – die Niederlage kam mit einem Gegentor in der letzten Spielminute reichlich unglücklich zustande. Was hat dem SCZ in diesem Spiel gefehlt, um in den Viertelfinal einzuziehen?

Wir sind noch nicht fähig, während eines ganzen 90-minütigen Spiels ohne Eigenfehler durchzuhalten. Den Gegentreffer zum 1:1 beispielsweise haben wir uns selbst zuzuschreiben. Auch die rote Karte gegen Verteidiger Jakub Vanek hat uns nicht geholfen. Zudem war die nötige Konsequenz im Abwehrverhalten nicht bis in die Schlussminute vorhanden.

Welche Ziele steckst du der Mannschaft und dir für die Rückrunde?

Mein Ziel ist es, das Aufstiegsrennen so lange wie möglich offen halten. Wir wollen an die starken Leistungen der letzten Jahre anknüpfen und an Konstanz zulegen. Ich bin überzeugt, dass gerade auch die jungen Spieler, die im Winter neu von der 2. Mannschaft oder den früheren A-Junioren zu uns gestossen sind, ihren Beitrag leisten werden. Sie sollen für frischen Wind sorgen – und dafür, dass sich keiner der arrivierten Spieler seines Stammplatzes sicher sein kann.

Kann der SCZ im Aufstiegsrennen noch ein Wörtchen mitreden oder ist dieser Zug bereits abgefahren?

Wenn wir unser Leistungsvermögen abrufen und die Konzentration und die Disziplin steigern, werden wir Tabellenführer Brüttisellen-Dietlikon noch in Bedrängnis bringen. Aber nur dann.