Nachdem die Zolliker A-Junioren gegen den Tabellendritten früh mit 2:0 in Rückstand gerieten, schafften sie die Wende trotz besseren Spielanteilen nicht mehr.
Von Sebastian Oettli
Das Trainerduo Mirsad Kadic/Yves Rämi bemängelte in den letzten Partien, dass das Team nicht von Anfang an wach gewesen war. Trotzdem wärmten sich die Zolliker etwas gemächlich auf, was nun zum wiederholten Mal zu einer verschlafenen Anfangsphase führte. Möglicherweise hatte man auch zu grossen Respekt vor dem Gegner, da dieser zurzeit um den Aufstieg mitspielt.
Der SC Veltheim nutzte die schwachen Minuten des SCZ im Stile eines Aufsteigers schnell aus. Nach fünfzehn Minuten erzielte das Heimteam bereits den Führungstreffer. Nach einer missratenen Flanke, die Richtung Tor flog, konnte Mauro Eichin den Ball nicht festhalten, sodass dieser zum 1:0 ins Tor fiel. Ohne dass die Zolliker einmal gefährlich werden konnten, doppelten die Veltheimer in der 25. Minute nach. Nach einem perfekt getimten Steilpass konnte ein Stürmer der Winterthurer über Eichins Schulter zum 2:0 abschliessen.
Wie so oft in dieser Saison konnten die Zolliker nun das Spiel doch an sich reissen. Endlich nutzte man den Platz und die Zeit, die die Veltheimer boten. Federico Bühlmann und Ante Vasilj beherrschten das Mittelfeld und leiteten einige gefährliche Angriffe ein. Oft wussten sich die Veltheimer nur mit Fouls zu helfen. Nachdem einige direkte Freisstossversuche scheiterten, gelang dem SCZ in der 40. Minute der längst verdiente Anschlusstreffer. Nach einem Corner kam Joris Verweij am zweiten Pfosten zum Kopfball. Via Pfosten prallte der Ball an den Rücken des Torwarts und landete so zum 2:1 im Netz.
Mit neuem Elan in die zweite Halbzeit
So überrascht, wie man im letzten Spiel ob der Stärke des FC Töss war, so seltsam schien dass der SC Veltheim auf dem dritten Rang der Promotionsgruppe 2 platziert ist. Mit neuer Erwartungshaltung stiegen die Zolliker in die zweite Halbzeit und zeigten so gleich, wer der Chef auf dem Platz war. Der SC Veltheim wurde mehrheitlich in seine Platzhälfte gedrängt. Nur blieben die wirklich gefährlichen Torchancen aus.
Nach circa 65 Minuten kassierten die Veltheimer eine gelbe Karte. Im Juniorenfussball werden verwarnte Spieler für zehn Minuten vom Platz gestellt. Die Überzahl wollten die Gäste zum Ausgleich nutzen. Dann aber wechselte Rämi Antonio Napoleone für den bisher starken Lucas Dantas ein. Dieser hatte noch keine Ballberührung, als er den Gegner unter Druck setzte und mit einer Grätsche den Ball abnehmen wollte. Nur blöd, dass der Ball schon weg war, als Napoleone den Gegner erreichte und ihn zu Boden brachte. Folge dieser Aktion war eine gelbe Karte, sodass die Zolliker Überzahl schon wieder vorbei war.
Weitere Rückschläge für den SCZ
Etwas später lancierte das Heimteam wieder mal einen Gegenangriff. Ein Stürmer startete aus abseitsverdächtiger Position. Dessen Lauf wurde dann nach einem Zweikampf mit einem Zolliker Verteidiger vom Schiedsrichter abgepfiffen. Severin Oechslin legte sich den Ball hin, um ihn per Freisstoss wieder in die Gegenrichtung zu spedieren. Frech führte aber ein Veltheimer den Freistoss aus, indem er den Ball über den weit aus dem Tor stehenden Eichin im Netz unterbrachte. Der Fehler des Schiedsrichters war, dass er nach seinem Pfiff nicht anzeigte, was er abgepfiffen hatte. So blieb unklar, wer den Freistoss ausführen durfte. Dies teilten Federico Bühlmann und weitere Zolliker dem Schiedsrichter wutentbrannt und unmissverständlich mit. Nur kurz nach diesem 3:1, reklamierte Bühlmann wegen eines nicht geahndeten Foulspiels erneut. Daraufhin zeigte der Schiedsrichter dem Zolliker seine vierte gelbe Karte in dieser Meisterschaft. Also musste der SCZ nun in Unterzahl dem wieder angewachsenen Rückstand nachrennen.
Obwohl die Stimmung auf dem Platz zunehmend schlechter wurde, vor allem unter den Zollikern selbst, gab man nicht auf. Eine Niederlage wollten die A-Junioren nicht wahrhaben und darum spielten sie weiterhin munter nach vorne. Der Gegner wurde mit starkem Pressing in die eigene Hälft gedrückt, so konnten viele Bälle selbst an der gegnerischen Grundlinie gewonnen werden. Nach 80 Minuten bestätigte der SCZ seine Gefährlichkeit bei Standards. Delano Fischer spielte wieder einmal eine starke Freistossflanke, welche erneut Joris Verweij erreichte. Dieser traf zum 3:2. Unglücklicherweise reichte es den Zollikern nicht zu mehr als dem Anschlusstreffer.
Trotzdem darf man sagen, dass die Zolliker A-Junioren in der Promotionsklasse ein Wörtchen mitzureden haben. Der Gegner wurde über weite Strecken regelrecht dominiert. Negativpunkt bleibt, wie schwach die Zolliker jeweils in ihre Spiele starten. Mit einem disziplinierterem Aufwärmen und einer positiveren Stimmung könnte der SCZ am kommenden Sonntag auch den aktuellen Tabellenführer Witikon/Seefeld ärgern.