Keine Belohnung für gute zweite Halbzeit: 1. Mannschaft spielt remis gegen Racing

Nachdem das Spiel lange unentschieden stand, erzielt der SCZ in der letzten Minute den vermeintlichen Siegtreffer. In der Nachspielzeit folgt aber der Ausgleich per Penalty

Von Ferry Hermida

„Wir spielen nicht schlecht, aber wir sind zu faul!“ Das war Alain Merklis Fazit nach 45 Minuten. Der Zolliker Trainer forderte nach einer eher trägen ersten Halbzeit mehr Bewegung von seinen Spielern. Zuvor hatten diese sich gegen Racing ziemlich schwer getan. Die Gastgeber hatten die Räume im Zentrum geschickt zugestellt und der SCZ konnte dadurch kaum kombinieren. Da man auch nicht auf die Flügel auswich, waren Chancen Mangelware. Auffällig war, dass der Regen und der Wind ein sehr erschwerendes Element für die beiden Teams, respektive deren Torhüter war. Vorerst bei mehreren Eckbällen der Gastgeber, bei denen die Zolliker Verteidigung die Kopfballduelle beinahe ausschliesslich verlor. Ein weiteres Mal in der 16. Minute, als ein Mittelfeldspieler von Racing ungestört aus knapp 20 Metern auf Guy Rämis Tor schiessen konnte. Der auf dem nassen Boden aufsetzende Ball rutschte dem Zolliker Schlussmann unter dem Arm hindurch ins Netz. Merkli beklagte sich daraufhin darüber, dass der SCZ einmal mehr einem Rückstand hinterher rennen musste. Glücklicherweise konnte sein Team aber schon bald wieder ausgleichen. Andrea Schärer drang nach einem Steilpass in den Strafraum und spitzelte dem herauseilenden Torwart den Ball vor den Händen weg. Der daraufhin zugesprochene Penalty wurde von Yves Rämi souverän verwandelt. Nach dem Ausgleich plätscherte das Spiel wieder vor sich hin, bis Guy Rämi vor der Pause noch einmal für einen Aufreger sorgte: Dem Zolliker Keeper flutschte ein Flankenball aus den Handschuhen, doch der frei liegende Ball wurde nur an den Aussenpfosten spediert.

Pausenansprache scheint Wirkung zu zeigen

Im zweiten Durchgang vermochte sich der SC Zollikon zu steigern. Plötzlich gewann man die Zweikämpfe und ein guter Spielfluss kam auf, sodass die Gäste die Partie komplett zu dominieren vermochten. In der letzten halben Stunde folgten auch noch die guten Torchancen und die Zolliker hätten schon bald in Führung gehen können. Allerdings brachten weder Sean Winkler, noch der eingewechselte Ferry Hermida genügend Druck hinter ihre Kopfbälle aus 10 Metern. Zudem verpasste Schärer nur knapp eine Flanke. So kam der vermeintliche Siegtreffer der Zolliker aber erst in der letzten Spielminute. Nicolas Girod lancierte Renato Lionzo mit einem langen Ball. Der Zolliker Flügelspieler spielte unter Druck eine hohe Bogenlampe in den 5-Meter-Raum, wo der Ball eine leichte Beute für den Racing-Torwart zu sein schien. Doch dieser liess während seines Sprungs den Ball fallen und Hermida, der die Aktion begleitet hatte, konnte praktisch auf der Torlinie einschieben. Der Schlusspfiff und somit auch die drei Punkte waren dem Greifen nah, doch noch sollte der Schiedsrichter ein Wörtchen mitreden. In der Nachspielzeit entschied dieser nämlich auf einen umstrittenen Elfmeter für die Gastgeber. Die Aktion, welche zum Elfmeter führte, war praktisch identisch mit jener von Schärer in der ersten Halbzeit. Bloss war diesmal der Stürmer aus abseitsverdächtiger Position gestartet und Rämi berührte beim Abwehrversuch klar den Ball. Der Referee liess sich jedoch nicht auf die Zolliker Reklamationen ein und Racing glich nur drei Minuten nach der Zolliker Führung aus. Dieses Resultat war zu wenig Lohn für die gute zweite Halbzeit des SCZ. Schliesslich hatte man dem Gegner keine Torchance zugelassen und mit einer letzten Aktion hätten die Seebuben beinahe doch noch die drei Punkte nach Hause mitgenommen. Schärer setzte sich über den Flügel durch und flankte zur Mitte. Hermida traf den Ball aus zehn Metern jedoch nicht richtig und verfehlte dabei knapp das Tor.

Erneut fehlende Cleverness?

Noch vor einer Woche hatte sich die erste Manschaft von Küsnacht übertölpeln lassen. Spieler und Zuschauer waren sich nach jenem Spiel einig, dass mangelnde Cleverness zur Niederlage geführt hatte. Nach dem Schlusspfiff auf der Sportanlage Fluntern war Cleverness beim Auslaufen der Mannschaft erneut ein Thema. Der Tenor war, dass der Führungstreffer so kurz vor Schluss über die Zeit hätte gebracht werden müssen. Tatsächlich hätten die Zolliker in der Nachspielzeit dem Ball mehr Sorge tragen können. Der Ausgleich war in der Entstehung allerdings dermassen zerfahren, dass er zu Stande kommen musste. Bleibt zu hoffen, dass die erste Mannschaft aus diesem erneuten Rückschlag die richtigen Lehren für kommende Spiele ziehen kann.

 

Das Telegramm                                                                                                  

3. Liga, Gruppe 3: Racing Club ZH – SC Zollikon 1   2:2 (1:1). Sportanlage Fluntern, 20 Zuschauer.
Tore: 16. 1:0; 22. Y. Rämi (Pen.) 1:1; 89. F. Hermida 1:2; 90. (Pen.) 2:2.

SCZ: G. Rämi; Bühlmann, Aeschimann, Girod, Martin; Y. Rämi, A. Felder (75. Burger), Winkler; A. Schärer, Hugentobler (70. Lionzo); Gubler (62. F. Hermida).

Bemerkungen: Es fehlten: M. Schärer (nicht eingesetzt), F. Weber, V. Kälin (2. Mannschaft), Dugandzic, Einstein, Leumann, Kajan, Lang (nicht im Aufgebot), T. Hermida, S. Camichel (abwesend), B. Niederhauser, M. Saliji, A. Azarnait, M. Felder (alle verletzt).

A-Junioren enttäuschen bei 2:1 Niederlage in Regensdorf

Die A-Junioren des SC Zollikon waren in den letzten Wochen im Aufwind. In Cup und Meisterschaft hatten sie viermal in Serie gesiegt. In einem von Zolliker Seite mehrheitlich enttäuschendem Spiel, verloren sie nun aber gegen den neuen Tabellenzweiten aus Regensdorf.

Von Sebastian Oettli

Bis vor der direkten Begegnug hatte der SCZ zusammen mit dem FC Regensdorf die beste Abwehr der Liga gestellt. In der Anfangsphase des Spiels spielten die Offensiven beider Teams dementsprechend vorsichtig, sodass es einige Minuten bis zur ersten Torchance dauerte. Während die Angriffe des SCZ ziemlich harmlos blieben, schalteten die Regensdorfer einen Gang nach oben. Dank ihren extrem kopfballstarken Stürmern kamen sie selbst gegen die gross gewachsene Zolliker Innenverteidigung zumehreren Kopfballchancen.

In der 15.Minute ging der Zolliker Ante Vasilj ungestüm in einen Zweikampf. Daraufhin liess sich der Gegner zu einer Tätlichkeit hinreissen, indem er dem am Boden liegendem Zolliker ins Gesicht tratt. Vasilj hatte Glück, dass er unversehrt blieb und für sein hartes Einsteigen nicht mit einer gelben Karte bestraft wurde. Absolut unverständlich war aber, dass der Schiedsrichter die Aktion des Regensdorfers nur mit einer gelben Karte ahnte.

Nachdem knapp die Hälfte der ersten Halbzeit vorbei war, arbeiteten sich nun auch die Zolliker mit einigen guten Angriffen vor das Regensdorfer Tor. Nach 30 Minuten setzte sich Delano Fischer auf seiner Seite durch. Seinen Schuss aus spitzem Winkel konnte der Torwart zwar an den Pfosten lenken, von der Torumrandung landete der Ball aber bei Kevin Rocha, der seinen Schuss jedoch von einem Verteidiger abgeblockt sah. Dieser Angriff war allerdings schon das Beste was die Zolliker Angreifer in der ersten Halbzeit zu bieten hatten.

Der FC Regensdorf war über die erste Hälfte mehrheitlich überlegen und daher war der Führungstreffer in der 45. Minute auch verdient. Nach einer gezielten Flanke auf den ersten Pfosten, konnte der zuvor verwarnte Regensdorfer einnicken.

Nach dem Pausentee zeigte sich der SCZ gewillt, den Rückstand wie im letzten Spiel gegen Neftenbach in eine Führung zu drehen. Trotz der Bemühungen vermochte er aber dennoch nicht restlos zu überzeugen. Der FC Regensdorf blieb weiterhin spielbestimmend und hatte ein deutliches Chancenplus. Nach einer Stunde erhöhte das Heimteam schliesslich auf 2:0. Nachdem ein Stürmer von der linken Seite abgeschlossen hatte, wehrte Torhüter Mauro Eichin noch nach rechts ab. Im Nachschuss wurde Eichin allerdings aus spitzem Winkel von einem Regensdorfer getunnelt.

Nach kurzer Niedergeschlagenheit starteten dann die Zolliker zur Schlussoffensive. Nun erarbeitetn sie sich Chance um Chance. So setzte sich Federico Bühlmann an der Strafraumgrenze durch und spielte quer zu Delano Fischer ab und dieser direkt zu Onur Akcaöz. Akcaöz sah den Ball nach seinem Abschluss bereits hinter der Torlinie, als im letzten Moment ein Verteidiger den Ball noch abwehrte. Die Frage, ob der Ball drin war oder nicht, bleibt ungeklärt. Dennoch kam der SCZ noch zum Anschlusstreffer.  Der Regensdorfer Torhüter spielte einen Fehlpass, nachdem er etwas aus seinem Tor gelaufen war. Federico Bühlmann blien cool und schoss den Ball aus 30 Metern über den noch weit vor dem Tor stehenden Torwart zum 2:1 ins Tor. Auch wenn die Zolliker weiterhin auf das gegnerische Tor drückten, blieb es schliesslich beim 2:1.

Obwohl das Spiel bis auf die Tätlichkeit mehr oder weniger friedlich verlaufen war, kam es nach dem Spiel vereinzelt zu verbalen Entgleisungen auf Seiten beider Teams. Wären Zolliker Anhänger anwesend gewesen, hätten sie diese negativen Aussagen wohl mehr enttäuscht als die Niederlage selbst. Nun gilt es für unsere A-Junioren, dieses Spiel möglichst schnell abzuhaken, um am Mittwoch gegen Oberrieden wieder mit positiver Energie die Achtelfinals des Cups zu erreichen.


 

Grosser Aufwand ohne Ertrag: die 1. Mannschaft unterliegt Küsnacht

Die erste Mannschaft verliert das Derby gegen den FC Küsnacht mit 2:3. Obschon Zollikon die bessere Mannschaft ist, führen Unvermögen im Abschluss, drei Unkonzentriertheiten und Pech zur Niederlage.

Von Oliver Aeschimann

Mannschaft, Trainer und Zuschauer waren sich nach der Partie einig: Die Leistung war gut, das Resultat blanker Hohn. Schon in der Vorsaison hatte der Sportclub zwei Mal gegen seinen Nachbarn verloren, doch die Niederlagen waren auf Grund des Gebotenen auch verdient. Durch den Ansporn, im Derby gegen Küsnacht endlich zu punkten, startete die Zolliker Mannschaft furios in die Partie. Nach zwei Minuten kam sie durch Sandro Camichel zum ersten Abschluss, der nur knapp das Ziel verfehlte.

Fortan erspielte sich der SCZ Chancen im Minutentakt, doch es fiel kein Treffer für die Heimmannschaft. Der Führung am nächsten waren Yves Rämi mit einem Lattenkopfball, Sean Winkler, der seinen unkonventionellen Abschluss mit dem Rücken vom Torwart abgewehrt sah, Andrea Schärer nach einem Dribbling und Oliver Aeschimann, dessen Schuss aus zwanzig Metern ans Aluminium prallte.

Wer vorne keine Tore schiesst…

Postwendend traf der ehemalige SCZ-Junior Patrick Aeschbacher für den FCK in kurzem Abstand (34./38.) gleich doppelt. Beide Tore – zumal ihnen keine zwingenden Aktionen zu Grunde lagen – wären aus Zolliker Sicht leicht zu verhindern gewesen: Beim ersten Treffer stellte sich die Defensive des Sportclubs wenig energisch dem Zweikampf und dem zweiten Treffer war ein missglückter Rückpass vorangegangen. Da in der Folge auch Marco Schärer und Sean Winkler keine Fortune im Abschluss hatten, ging der SCZ mit einem 0:2 in die Pause.

Mit neuem Mut und stürmisch erschien die Heimmannschaft aus der Garderobe, die Trainer Merkli und Kienle hatten offenbar die richtigen Worte gefunden. In der 47. Minute erzielte Winkler nach einem langen Ball von Innenverteidiger Tomás Hermida den hochverdienten Anschlusstreffer. Es war dies in seinem fünften Meisterschaftseinsatz sein Treffer Nummer sieben.

Zwei Chancen – drei Tore

Fortan völlig auf die Defensive fixiert, stand Küsnacht tief und konzentrierte sich auf das Konterspiel. Dies führte zu einem Freistoss aus circa dreissig Metern, welcher – als Flanke gedacht – seinen Weg an Freund und Feind ins Tor fand. Torwart Guy Rämi ist auch beim dritten Gegentor von jeder Schuld frei zu sprechen, denn zu spät sah er, dass der Ball direkt Richtung Tor fliegen würde.

Dass die junge Zolliker Mannschaft trotz des erneuten Rückschlags weiterhin den Angriff suchte, spricht für ihren Charakter. Als dann in der 62. Minute ohrenbetäubender Applaus auf dem Riet ertönte, hatte der SCZ nicht etwa vor dem Küsnachter Tor reüssiert, sondern die Einwechslung von Captain Alessandro Felder stand bevor. Nach langer Verletzung gab er während des letzten Drittels der Partie sein Comeback und deutete schon an, welchen immensen Wert seine Präsenz, Technik und Übersicht für die Zolliker Mannschaft hat.

Fehlende Cleverness

Küsnacht verteidigte in der Schlussphase zwar geschickt, aber nicht immer mit fairen Mitteln. Der manchmal orientierungslos wirkende Schiedsrichter annullierte zudem noch ein Zolliker Tor nach einem Freistoss, weil er den Abstand der Mauer abmessen wollte, ohne dass je ein Spieler danach verlangt hatte. Diese Szene schien perfekt zur Geschichte dieses Spiels zu passen. Der zweite Zolliker Treffer durch Tomas Hermida nach einem an Kaspar Burger verschuldeten Foulelfmeter kam zu spät und war schlussendlich nur noch Resultatkorrektur.

Der FCK wurde für eine mässige Performance dank Effizienz und  Einsatz mit drei Punkten fürstlich belohnt. Zollikon hatte über neunzig Minuten eine gute Leistung gezeigt, muss sich aber eine sündhafte Chancenverwertung vorwerfen lassen. Die besten Leistungen der Gäste zeigten mit Torwart Pfenninger, Wiki und Aeschbacher drei junge Spieler, die allesamt dem erweiterten Kader der ersten Mannschaft angehören. Ohne ansonsten aufzufallen agierten sie in den entscheidenden Momenten cleverer als die Akteure des Sportclubs.

Im anstehenden Spiel gegen Racing Club Zürich (Sonntag, 10.15 Uhr, Hochschulsportanlage Fluntern) muss der Sportclub Zollikon durch eine Bestätigung der Leistung und etwas mehr Cleverness das fehlende Glück erzwingen, sofern man den dritten Tabellenrang verteidigen und den Anschluss an die Spitzenteams Young Fellows und Männedorf halten will.

 

Das Telegramm                                                                                                  

3. Liga, Gruppe 3: SC Zollikon – FC Küsnacht II 2:3 (0:2). Riet, 100 Zuschauer. Tore: 34. Aeschbacher 0:1. 38. Aeschbacher 0:2. 47. Winkler 1:2. 62. Wiki 1:3. 90. T. Hermida 2:3 (Foulelfmeter).

SCZ: G. Rämi; Bühlmann, Girod, T. Hermida, Martin; Aeschimann (62. A. Felder), Y. Rämi (39. Burger); Winkler, A. Schärer, Camichel; M. Schärer (55. Gubler).

Bemerkungen: 20. Lattenkopfball Y. Rämi, 21. Pfostenschuss Aeschimann, 85. Tor des SCZ aberkannt (unbekannter Grund). Ohne Einsatz im Aufgebot: F. Hermida, Hugentobler. SCZ ohne M. Felder, Kälin, Niederhauser, Stengele (verletzt) Azarnait (abwesend), Lionzo, Weber, Saliji, Lang, Dugandzic (Einsatz in 2. oder 3. Mannschaft), Kajan, Einstein, Bircher, Leumann (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 55. Aeschimann.

A-Junioren siegen in Neftenbach dank eines späten Tores 2:1

Nach drei Siegen in Serie gingen die Zolliker A-Junioren gegen den elftplatzierten FC Neftenbach wohl zum ersten Mal in dieser Saison als Favorit ins Spiel. Nach Toren von Delano Fischer und Sebastian Oettli gewann der SCZ in einem hart umkämpften Spiel mit 2:1.

Von Sebastian Oettli

Trotz der langen Autofahrt in die Umgebung Winterthur hatten die Zolliker vor dem Spiel genügend Zeit den Platz zu besichtigen. So war es einfach zu bemerken, dass der Rasen, auf dem gespielt werden sollte, in unüblich schlechter Verfassung war. Coach Mirsad Kadic (Assistent Yves Rämi weilte am Spiel der ersten Mannschaft) fühlte sich gezwungen den Platzwart zu bitten, auf dem etwas grösseren Hauptrasen spielen zu dürfen. Platzwart und Gegner gaben ihr Einverständnis, sodass die Zolliker nach erstem Schock wieder aufatmen konnten.

Mirsad Kadics Taktik, den Gegner durch Ballhalten in der gegnerischen Platzhälfte einzuschnüren, konnten die Zolliker in den Anfangsminuten nicht umsetzen. Dies lag aber nicht an der Taktik des Trainers, sondern viel mehr am desolaten Spielaufbau des SCZ. Man wähnte die Zolliker im Tiefschlaf, als in den ersten 15 Minuten mehrere Male der Ball durch Dribblings und Fehlpässe um den eigenen Strafraum herum verloren ging. Die Neftenbacher liessen sich nicht zweimal bitten und trafen bereits in der 3. Minute zum 1:0.

Vasilj trifft nur die Torumrandung

Nach der Startviertelstunde wachte der SCZ etwas auf, vermochte aber immer noch nicht richtig zu überzeugen. Immerhin stand man in der Defensive besser, sodass der Gegner zu keiner erwähnenswerten Offensivaktion mehr kam. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigte sich dafür die Zolliker Offensive immer kreativer. So kam sie noch zu etwa drei guten Tormöglichkeiten. Unter anderem erkämpfte sich der als Stürmer spielende Ante Vasilj einen Ball in der Neftenbacher Verteidigung. Da der Torhüter etwas weit vor seinem Kasten stand, zog Vasilj sofort ab, traf aber nur die Latte, von der aus der Ball noch an den Torhüter prallte, aber nicht mehr im Tor landete.

In der zweiten Halbzeit war auf Zolliker Seite sofort eine markante Steigerung gegenüber der ersten Halbzeit erkennbar. Die ganze Mannschaft rückte schneller vor und erbeutete mit gutem Druck auf den Gegner viele Bälle in der Neftenbacher Platzhälfte. In der 60. Minute zahlte sich das Zolliker Pressing aus, als Delano Fischer einen Querpass kurz vor dem Strafraum abfing und einen Verteidiger plus Torwart mühelos zum 1:1 vernaschte.

Oettlis Spurt über den ganzen Platz

Nach dem Ausgleich plätscherte das Spiel im Mittelfeld etwas dahin. Die Zolliker waren bemüht noch ein Tor zu erzielen, gefährliche Torchancen blieben aber aus.  Weder die Neftenbacher noch die Zolliker Verteidigung hatte nennenswerte Aktionen zu vereiteln. Bis zur 80. Minute schien das Spiel auf ein Unentschieden heraus zu laufen.

Dann aber kam der FC Neftenbach zu einem Corner. Der schlecht getretene Ball landete in Zolliker Füssen und wurde rasch zu Kevin Rocha weitergeleitet. Dieser konnte sich drehen und einen Konterangriff einleiten. Der Innenverteidiger Sebastian Oettli erkannte die Chance am schnellsten und lief Rocha zu Hilfe. Dieser spielte den Ball an Oettli ab, wonach Oettli mit Ball über das ganze Spielfeld spurtete. Die gegnerischen Verteidiger überrannte er gekonnt und dreschte den Ball im 5-Meter-Raum mit seinem schwächeren linken Fuss in die Maschen.

Nur noch ein Punkt hinter dem dritten Tabellenrang

Die letzten Minuten des Spiels fokussierte sich der SCZ auf das Verteidigen. Dies klappte mit einer Ausnahme, als ein Neftenbacher im Strafraum zu einer gefährlichen Kopfballchance kam, ohne Mühe. So brachten die Zolliker die 2:1 Führung ohne grössere Probleme über die Zeit.

Nach dem dritten Meisterschaftssieg in Serie liegen die Zolliker A-Junioren auf dem 6. Rang, nur einen Punkt hinter dem drittplatzierten FC Regensdorf.

Die 1. Mannschaft bestätigt gegen den FC Unterstrass ihre gute Form

Gegen den FC Unterstrass gewann das Fanionteam am Sonntagnachmittag seine zweite Meisterschaftspartie in Folge. Morgen Mittwochabend muss es gegen den FC Fällanden erneut seine gute Form unter Beweis stellen.

Von Dennis Bühler

Der Saisonstart des SC Zollikon war harzig verlaufen: Im Cup schied der Drittligist gegen den eine Spielklasse tiefer antretenden SV Seebach in der ersten Runde aus, zu Beginn der Meisterschaft überzeugte er weder gegen den FC Meilen (2:1) noch gegen den FC Egg (2:4). Nun aber stimmt die Form: Nach dem 6:3-Sieg gegen den FC Morava besiegte der SCZ auch den FC Unterstrass.

Beim 5:0-Auswärtssieg gegen den Aufsteiger dominierte der Sportclub nach einer ausgeglichenen ersten halben Stunde deutlich. Die Entscheidung der Trainer Alain Merkli und Werner Kienle, im Zolliker Angriff erstmals in dieser Saison Albert Gubler den Vorzug vor Marco Schärer zu geben, machte sich bezahlt. Der 23-jährige Berner, der schon gegen Morava zwei Tore erzielt hatte, traf auch gegen Unterstrass doppelt und wies den Zollikern noch vor der Halbzeit den Weg zum zweiten Sieg in Serie.

Aeschimann nur wenig zu langsam

In der 32. Minute verwertete Gubler einen Querpass von Sean Winkler per Direktabnahme. Zehn Minuten später verschaffte sich Christian Stengele auf der linken Flanke mit einem Doppelpass mit Andrea Schärer etwas Platz, steckte durch auf Michael Hugentobler. Der schnelle Flügelspieler passte quer durch den Strafraum, wo Gubler ungedeckt im Fallen zum 2:0 einschieben konnte. Zwei Minuten vor dem Pausenpfiff verwertete Tomas Hermida einen Elfmeter (Hugentobler war gefoult worden) zur beruhigenden 3:0-Führung.

Auch im zweiten Durchgang war der SCZ überlegen. Nach einem Steilpass von Winkler kam der aufgerückte Oliver Aeschimann nur knapp nicht an den Ball. Zwei Minuten später herrschte erstmals Aufregung im Zolliker Strafraum. Nach einer Kopfballabwehr von Carlo Bühlmann forderten die Stadtzürcher Spieler einen Handelfmeter.

Fast hätte sogar Burger getroffen

Hugentobler und Winkler scheiterten in der Folge beide gleich mehrfach am jeweils gut reagierenden gegnerischen Goalie. In der Schlussviertelstunde erzielten Andrea Schärer mit einer sehenswerten Direktabnahme und Winkler nach schöner Vorarbeit von Kaspar Burger die Tore zum auch in dieser Höhe verdienten 5:0-Endstand. Der eingewechselte Berner hatte kurz zuvor beinahe selbst getroffen. Seinen Kopfball von der Strafraumgrenze (nach einer Flanke von Gubler) hatte der Torhüter nur mit Mühe abwehren können.

Morgen Mittwochabend trifft die 1. Mannschaft in einem Nachholspiel auswärts auf den FC Fällanden. Besiegt sie nach Meilen und Unterstrass auch den dritten Aufsteiger ihrer 3.-Liga-Gruppe, schliesst sie punktemässig zu Tabellenführer YF Juventus auf. Der mässige Saisonbeginn wäre dann endgültig korrigiert und das Team auf dem Kurs, den Trainer Merkli im August vorgegeben hatte: „Wir wollen die Tabellenspitze angreifen!“

 

Telegramm

FC Unterstrass – SC Zollikon 0:5 (0:3). Steinkluppe, 60 Zuschauer. SR: Saric.

Tore: 32. Gubler 0:1. 42. Gubler 0:2. 44. T. Hermida (Pen.) 0:3. 77. A. Schärer 0:4. 82. Winkler 0:5.

SCZ: G. Rämi; C. Bühlmann, T. Hermida, Girod, Stengele (75. Azarnait); Aeschimann (68. Burger), Y. Rämi; Hugentobler (63. M. Schärer), A. Schärer, Winkler; Gubler.

Bemerkungen: SCZ ohne M. Felder, Kälin, Niederhauser und Saliji (alle verletzt).

A-Junioren gewinnen 3:0 und damit zum dritten Mal in Serie

Nach zwei knappen 1:2-Niederlagen in Stäfa und auf dem Riet gegen Affoltern-Zürich fanden die Zolliker A-Junioren zuletzt gegen den FC Wallisellen mit je einem 5:1-Auswärtssieg in Meisterschaft und Cup zu ihren ersten Siegen in dieser Promotionssaison. Nach dem zweiten Aufstieg in die höchste Spielklasse unter Ex-Coach Toni Incagliato in der vergangenen Saison kämpfen die ältesten SCZ-Junioren mit den Trainern Yves Rämi und Mirsad Kadic nun erneut um den Klassenerhalt.

Von Sebastian Oettli

So empfingen die Zolliker an diesem warmen September Sonntag den FC Ellikon/Marthalen. Schon beim Betreten des Kunstrasens beklagten sich die Nordzürcher über die Plastikunterlage. Die schlechte Gemütslage des Gegners  nutzte der SCZ, in der Rolle des Underdogs ins Spiel gestartet, sofort aus. Bereits in der dritten Spielminute kamen die Zolliker zum ersten Eckball. Der aus der Innenverteidigung aufgerückte Severin Oechslin köpfelte am zweiten Pfosten einen Elliker an. Dieser veränderte die Richtung des Balls wesentlich, sodass der Torhüter den Ball regungslos passieren lassen musste.

Danach liess der SCZ nicht nach und überzeugte durch starke Angriffskombinationen, wie sie im Training geübt worden waren. Nach einem von der Mittellinie aus getretenem Freistoss von Sebastian Oettli stieg das Kopfballungeheuer Federico Bühlmann am höchsten, schaffte es aber nicht den Ball wie gewünscht ins Tor zu drücken. In der 15. Minute kam Zollikon noch zu einem Pfostenschuss durch ein Phantom, dessen Namen unbekannt blieb.

Nach 25 gespielten Minuten erhöhte der SCZ verdientermassen  durch Neuzuzug  Delano Fischer auf 2:0. Nach einem Patzer der gegnerischen Verteidigung im Spielaufbau profitierte der langjährige Red-Star-Junior von einem Querpass von Joris Verweij. Ab der 30. Minute liessen die Zolliker stark nach, sodass Ellikon/Marthalen noch vor der Pause zu seinen ersten Torchancen kam.

Zolliker A-Junioren liegen nun auf dem guten 7. Tabellenrang

In der zweiten Hälfte drehten die Seebuben nochmals etwas auf, konnten aber nicht mehr an die starke erste halbe Stunde der ersten Hälfte anknüpfen. Die Verteidigung und das Mittelfeld des SCZ standen in der Defensive solide, sodass Ellikon/Marthalen kaum gefährlich werden konnte. Nachdem etwa dreiviertel des Spiel vergangen waren, liess der SCZ wie schon in der ersten Halbzeit nach. Durch teils fahrlässige Abspielfehler in der eigenen Platzhälfte machte man dem Gegner so nochmals Hoffnung auf einen Torerfolg. Da dieser ausblieb, gab Ellikon/Marthalen kurz vor Ende des Spiels auf und liess den Zollikern zum Schluss viel Platz für einige letzte gefährliche Angriffe. In der 90.Minute kam der eingewechselte Zülfü Seven so zum 3:0.

Mit diesem verdienten Sieg verbesserten die A-Junioren ihre Tabellenlage um einen Platz und stehen nun auf dem 7.Rang.

Die 2. Mannschaft besiegt den FC Gossau nach guter Leistung 5:1

Die 2. Mannschaft gewinnt dank einer markanten Leistungssteigerung im Vergleich zur vorangegangenen Partie gegen den FC Gossau 5:1 und ist mit sieben Punkten aus vier Spielen im oberen Tabellenmittelfeld klassiert. Renato Lionzo erzielte zwei Tore, bester Spieler war der debütierende Goalie Daniel Erne.

von Fabian von Rechenberg

Am vergangenen Sonntag hatte nicht nur die Sonne sondern auch die 2. Mannschaft des Sportclubs Zollikon gut lachen. Die Zolliker gewannen ihr Heimspiel gegen den FC Gossau klar mit 5:1. Den Torreigen eröffnete Kevin Spalinger, der eigentlich nicht einmal für das Aufgebot vorgesehen war, da er in den letzten drei Wochen das Training nie besucht hatte. Mit seinem Tor setzte er aber das i-Tüpfelchen auf seine tolle Leistung in den ersten 30 Minuten. Danach wurde er ausgewechselt.

Den zweiten Treffer erzielte ebenfalls einer, der zum ersten Mal seit langem, aber dank guter Leistungen verdient in der Startaufstellung stand: Ruben Fernandes hämmerte mit einem sehenswerten Weitschuss das Leder zum 2:0-Pausenstand in die Maschen.

Goalie Daniel Erne avanciert zum Matchwinner

Einen Hauch von Spannung in die Partie brachte nach rund 60 Minuten der ansonsten überragende Abwehrchef René Kaiser: Er foulte den gegnerischen Stürmer im Strafraum – Elfmeter! Und genau da findet die Geschichte von Daniel Erne, der an diesem Sonntagvormittag das Zolliker Tor hütete, seinen Höhepunkt. Der A-Junior parierte den fälligen Strafstoss gekonnt.

Der junge Mann ist ein stiller Zeitgenosse. Gepaart mit dem Fakt, dass er zum ersten Mal im Aufgebot der 2. Mannschaft stand, lag die Befürchtung nahe, dass er an diesem Sonntag ein Sicherheitsrisiko darstellen könnte. Er aber bewies in eindrücklicher Manier das Gegenteil: Er hielt praktisch alles, was auf seinen Kasten kam, agierte stets ruhig und besonnen und avancierte so verdientermassen zum Spieler des Tages. Damit macht Erne einen kleinen Schritt aus dem grossen Schatten, den die Zolliker Torhüter Mauro Eichin, Murat Saliji, Guy Rämi und Benjamin Niederhauser werfen.

Viele Abwesende, keine Vermisste

Den Gästen aus Gossau gelang kurz nach dem verschossenen Penalty doch noch der Anschlusstreffer, was am Ausgang der Partie aber nichts mehr änderte, da Luis Salinas (3:1) und Renato Lionzo (4:1 und 5:1) das Spiel bald endgültig entschieden.

Die Zolliker fanden mit ihrer guten Leistung und dem daraus resultierenden verdienten Sieg gegen den FC Gossau die richtige Antwort auf die mässige Leistung im vorherigen Spiel gegen den FC Italia Zurigo (1:1-Unentschieden). Dies ist umso erstaunlicher vor dem Hintergrund, dass Trainer Ben Crawshaw etliche Stammspieler fehlten oder Spieler eingesetzt werden mussten, die zuletzt selten trainiert hatten. Nach vier Spielen in der 4. Liga ist klarer denn je: Das Kader ist qualitativ gut besetzt und so breit, dass es im Zwei keine Stammplatzgarantien mehr gibt. Oder etwas positiver formuliert: Wer spielen will, der muss arbeiten!

Telegramm

SC Zollikon II – FC Gossau III 5:1 (2:0).

SR: Oberholzer. Sportplatz Riet, 20 Zuschauer.

Tore: 15. Kevin Spalinger 1:0. 25. Ruben Fernandes 2:0. 62. 2:1. 67. Luis Salinas 3:1. 74. Renato Lionzo 4:1. 78. Renato Lionzo 5:1.

SCZ: Daniel Erne; Florian Rohrer, René Kaiser, Jakub Vanek, Dennis Bühler; Christopher Musa Muhammed, Kevin Spalinger, Florian Weber, Ruben Fernandes; Renato Lionzo, Michael Kuhn.

Im Laufe der Partie eingewechselt: Philip Lang, Fabian von Rechenberg, Johan Weiss, Luis Salinas, Davide Guido, Elias Grisoni.

Die 2. Mannschaft spielt 1:1 gegen Italia Zurigo und legt Protest ein

Die 2. Mannschaft spielte am Donnerstagabend auswärts gegen den FC Italia Zurigo 1:1. Mit diesem Punktgewinn muss sie nach einer schlechten Leistung und einer turbulenten Schlussphase zufrieden sein – auch, weil sie vom Schiedsrichter krass benachteiligt wurde.

Von Dennis Bühler

Die Anfangsphase des Spiels zwischen dem FC Italia Zurigo und dem SC Zollikon in Zürich-Oerlikon war geprägt von Nervosität, Abspielfehlern und Unkonzentriertheit. Der Gastgeber präsentierte sich behäbig, die Gäste hatten trotz drei Trainingseinheiten auf Naturrasen offensichtlich Mühe, sich an die ungewohnte und überdies äusserst holprige Unterlage zu gewöhnen. Das Niveau und Tempo beider Mannschaften war einer 4.-Liga-Partie nicht angemessen. Nach einer Viertelstunde erzielte Italia Zurigo das 1:0: SCZ-Innenverteidiger Jakub Vanek hatte zu wenig energisch eingegriffen und der Stürmer Goalie Mauro Eichin keine Abwehrchance gelassen.

Von den 17 Zollikern, die Trainer Ben Crawshaw an diesem Donnerstagabend in seinen Kader berufen hatte, konnte keiner seine Bestleistung abrufen. Die Abwehr hatte Schwierigkeiten mit der Abstimmung und der plötzlichen Devise, stets bis zur Mittellinie aufzurücken. Den zentralen Mittelfeldspielern Ismail Seven und Renato Lionzo fehlten oft die Anspielstationen, da weder die Flügelläufer Chris Musa Muhammed und Marc Schöpfer noch die Angreifer Jan Burkhalter und Michael Kuhn richtig ins Spiel fanden. So versuchte es der SCZ immer wieder mit Distanzschüssen, die das gegnerische Tor aber allesamt deutlich verfehlten.

Der Schiedsrichter rückt immer stärker ins Zentrum

Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff trat der kurz zuvor eingewechselte Ruben Fernandes, der neuen Schwung ins lethargische Zolliker Spiel brachte, einen stehenden Ball aus rund zwanzig Metern über die Freistossmauer zum 1:1-Ausgleich. Mit dem Unentschieden zur Pause war der SCZ gut bedient, Crawshaw kritisierte seine Spieler in seiner Ansprache folgerichtig harsch.

In der zweiten Halbzeit rückte der Schiedsrichter, der schon zuvor einige fragwürdige Entscheidungen getroffen hatte, immer stärker ins Zentrum. Jedes Zolliker Foulspiel bestrafte er mit einer gelben Karte, mit den Spielern Italia Zurigos besprach er sich immer wieder in einer fremden, für die Zolliker unverständlichen Sprache. Den grössten, spielentscheidenden Fehlentscheid traf der Schiedsrichter, als er den enteilten Renato Lionzo aus einer vermeintlichen Abseitsposition zurückpfiff. Der Zolliker aber war – nicht übertrieben – fünf Meter hinter seinen zwei Gegenspielern gestartet. Lionzo erzielte das 2:1, dem Treffer jedoch verweigerte der Schiedsrichter die Anerkennung.

Fast ein Dutzend Karten trotz freundschaftlichen Spiels

Nach 75 Minuten verwies der „Unparteiische“ SCZ-Mittelfeldspieler Ismail Seven wegen Ballwegschlagens des Feldes. Trainer Ben Crawshaw monierte einen technischen Fehler – Ballwegschlagen kann laut Reglement nur mit einer gelben Karte bestraft werden –, weshalb er seinen Captain Jakub Vanek (René Kaiser war bereits ausgewechselt worden) anwies, beim Schiedsrichter Protest einzulegen. Letzterer reagierte mit einem Sprint zur Zolliker Coachingzone, wo Crawshaw in ruhigem Ton wiederholte, ab sofort unter Protest zu spielen. Der Schiedsrichter zeigte ihm die rote Karte und brüllte wutentbrannt, er habe ihn beleidigt und solle sofort von der Sportanlage verschwinden.

Crawshaw folge der Anweisung des Schiedsrichters, und Chris Johnson, der Crawshaw schon im Frühjahr während dessen Ferienabwesenheit ersetzt hatte, übernahm für die Schlussviertelstunde das Coaching. Der SCZ erspielte sich in Unterzahl noch einige Torchancen, Italia Zurigo aber war dem Sieg näher. Mehrmals rettete SCZ-Goalie Eichin mit starken Paraden, einmal stand der Pfosten dem Glück der Gastgeber im Wege.

Nach Spielschluss bekräftigte SCZ-Captain René Kaiser den Protest, der nun insbesondere auch der roten Karte gegen Trainer Ben Crawshaw galt. Ob der Fussballverband den SCZ mit Strafpunkten in der Fairnesstabelle sowie einer Geldbusse ein zweites Mal bestraft, nachdem die Mannschaft bereits vom Schiedsrichter benachteiligt wurde und das Spiel ungerechtfertigterweise in Unterzahl und ohne Cheftrainer beenden musste, bleibt abzuwarten. Festzuhalten bleibt, dass das Einverständnis mit dem Heimklub gut war und die Partie zu keinem Zeitpunkt gehässig gewesen war. Dass der Schiedsrichter dennoch eine fast zweistellige Anzahl gelbe sowie zwei rote Karten zeigte, beweist: An diesem Donnerstagabend hätten sich Italia Zurigo und der SC Zollikon besser ohne Schiedsrichter zum Fussball getroffen.

Telegramm

4. Liga: FC Italia Zurigo I – SC Zollikon II 1:1 (1:1). Sportanlage Neudorf, 30 Zuschauer.

Tore: 15. 1:0. 44. Fernandes 1:1.

SCZ: Mauro Eichin; Johann Weiss, Jakub Vanek, René Kaiser, Dennis Bühler; Chris Musa Muhammed, Ismail Seven, Renato Lionzo, Marc Schöpfer; Jan Burkhalter, Michael Kuhn.

Im Laufe der Partie eingewechselt: Ruben Fernandes, Nicky Crawshaw, Fabian von Rechenberg, Davide Guido, Elias Grisoni, Vitor Soares.

Spektakulärer 6:3-Sieg für die 1. Mannschaft in fehlerhafter Partie

Die 1. Mannschaft des SC Zollikon reagiert auf die dürftige Leistung gegen den FC Egg mit dem zweiten Saisonsieg: Sie besiegt den FC Morava 6:3 und hält mit sechs Punkten Anschluss an die Tabellenspitze. Sean Winkler und Albert Gubler erzielen jeweils einen Doppelpack.

Von Oliver Aeschimann

Die Zolliker Zuschauer waren nach Spielende sichtlich erleichtert. Sie hatten bei ihrer Mannschaft Kampf und phasenweise Offensivspektakel, aber auch haarsträubende Zuspiele und Stellungsfehler beobachten müssen. Nach ausgeglichenem Beginn konnte die Gastequipe durch einen schnell vorgetragenen Angriff in Führung gehen. Auch im dritten Meisterschaftsspiel lag der Sportclub also im Rückstand. Die junge Mannschaft reagierte jedoch schnell. Auf mehrere gute Angriffe folgte in der 20. Minute ein Hand-Elfmeter, den Tomas Hermida sicher verwandelte.

Und nur wenige Minuten später führte der Sportclub mit 2:1. In Entstehung und Vollendung war der Treffer eine Augenweide: Ein langer Ball aus der Zentrale fand seinen Weg über Sean Winkler und Christian Stengele zum kurzen Pfosten, wo Albert Gubler übernahm und eiskalt den Gästetorwart bezwang. Der SCZ blieb fortan spielbestimmend, Winkler sowie Gubler erzielten zwei weitere Tore. Durch Eigenfehler hielt der Sportclub die Stadtzürcher jedoch im Spiel, was diese zum zwischenzeitlichen 3:2 ausnützten.

Viel Arbeit wartet auf Trainerduo und Team

Unverständlich bleibt, warum die Heimmannschaft dem FC Morava nach dem Seitenwechsel das Spieldiktat überliess und ihm den Anschlusstreffer gewährte. Nur der herausragende Guy Rämi zwischen den Pfosten der Seebuben verhinderte mit unzähligen Paraden Schlimmeres. So konnten Andrea Schärer und Sean Winkler mit einem herrlichen Lob aus grosser Distanz zum 6:3-Endresultat einschiessen.

Der SC Zollikon hatte sich mit einer kämpferisch starken Leistung und verbessertem Offensivspiel den Sieg verdient. Allerdings lassen die drei Gegentreffer keinen Zweifel daran, dass viel Arbeit auf das Trainergespann und seine Mannschaft wartet, will man die nächsten Spiele gegen die Aufsteiger Unterstrass sowie Fällanden gewinnen und wie angekündigt die Tabellenspitze angreifen.

Das Telegramm

3. Liga, Gruppe 3: SC Zollikon – FC Morava 6:3 (4:2). Fussballplatz Riet, 60 Zuschauer. Tore: 10. 0:1. 20. T. Hermida 1:1 (Handspenalty). 25. Gubler 2:1. 32. Winkler 3:1. 34. 3:2. 43. Gubler 4:2. 47. 4:3. 73. A. Schärer 5:3. 92. Winkler 6:3.

SCZ: G. Rämi; Bühlmann, Girod, T. Hermida (84. Azarnait), Stengele; Winkler, Aeschimann (79. Weber), Y. Rämi, A. Schärer; Gubler, M. Schärer (58. Hugentobler). Bemerkungen: SCZ ohne M. Felder, Kälin, Niederhauser, Saliji (verletzt), A. Felder (rekonvaleszent), Camichel, Martin (abwesend). 76. Gelb-Rote Karte gegen Morava wegen Reklamierens. Verwarnungen: 55. Stengele.

Die 3. Mannschaft gewinnt nach 0:2-Rückstand 4:2 gegen Stäfa

Auch in ihrem dritten Saisonspiel blieb die dritte Mannschaft des SC Zollikon ungeschlagen. Nach zwei unglücklichen Kontergegentoren erzielten Renato Lionzo und Elias Grisoni je zwei Treffer zum letztlich souveränen 4:2-Sieg gegen den FC Stäfa. Mit sieben Punkten aus drei Spielen steht das neu formierte Team an der Tabellenspitze der 5. Liga.

 

Von Cédric Hofstetter

Die 3. Mannschaft des Sportclubs Zollikon startete sehr motiviert in die Partie gegen die dritte Stäfner Mannschaft. Sofort konnten die Gäste durch deutlich mehr Ballbesitz den Gegner unter Druck setzen und die eine oder andere Halbchance verzeichnen, etwa durch einen Kopfball von Cédric Hofstetter oder einen Schuss von Elias Grisoni. Doch die Bemühungen der Zolliker sollten vorerst nicht belohnt werden.

In der 10. Minute ging der FC Stäfa durch einen gut gefahrenen Konter unerwartet 1:0 in Führung. Der SCZ war zu weit aufgerückt und hatte seine rechte Aussenbahn völlig entblösst, was das Heimteam kaltblütig ausnutzte. Zollikon verstärkte daraufhin den Druck und kam zu nennenswerten Abschlüssen durch Renato Lionzo, Elias Grisoni und Matthias Stettler, allerdings noch ohne Erfolg. Als der SCZ vehement den Weg zum Tor suchte und die Defensive wieder weit vorgerückt war, konnte erneut der FC Stäfa seine Stärke ausspielen: Wieder konterte der Gastgeber erfolgreich über die rechte Flanke, und so stand es nach 17 Minuten und zwei Stäfner Torschüssen 2:0 für das Heimteam.

Lionzo kann 0:2-Rückstand noch vor der Pause ausgleichen

Die Zolliker, nun sichtlich genervt, verloren nicht den Mut und griffen unnachgiebig weiter an. Die Angriffe waren beherzt, fanden aber immer ein unglückliches Ende, bis Renato Lionzo in der 28. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Der Angreifer setzte sich auf der linken Seite gegen einen Verteidiger durch und schloss erfolgreich mit einem präzisen Schuss in die nahe Ecke ab. Schon ein paar Minuten zuvor hatte Lionzo die halbe Verteidigung stehengelassen, war aber am Stäfner Torwart gescheitert.

Der SC Zollikon liess weiterhin nicht locker und gönnte dem Gegner kaum eine Verschnaufpause. Nach der Einwechslung der beiden Offensivkräfte Kevin Rocha und Luca Mazzola (für Elias Grisoni und Nagip Hakimi) konnte der Druck abermals erhöht werden. Leider fand der Einsatz von Mazzola nach einem unglücklichen Zweikampf ein jähes Ende. Er musste mit einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden. Zehn Minuten vor der Pause bediente Rocha den in die Mitte gestürmten Lionzo, der dem Torwart abermals keine Abwehrchance liess und das 2:2 erzielte.

In der zweiten Halbzeit hielt Zollikon an seinem Konzept fest und konnte mit seinem Passspiel und erfolgreichen Einzelaktionen immer wieder für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Der in der ersten Halbzeit eingewechselte Sebastian Oettli stach dabei besonders positiv hervor. Der Mittelfeldspieler schlenzte den Ball um Haaresbreite am weiten Pfosten vorbei, nachdem er zwei Gegner mühelos stehen gelassen hatte.

Grisoni trifft, fällt, fällt ein zweites Mal – und trifft dann erneut

Eine bizarre Situation ereignete sich in der 55. Minute. Der ebenfalls bereits in der ersten Halbzeit eingewechselte Ivo Dugandzic eilte vom Spielfeld in Richtung Kabine. Nach einigen Minuten war er zurück auf seiner Position. Offensichtlich hatte er seine Fussballshorts gewechselt. Dugandzic wollte keinen Kommentar zu dieser Szene abgeben. Abgesehen davon spielte er eine souveräne Partie.

Der Höhepunkt der Partie ereignete sich in der 60. Minute, als Nicky Crawshaw sein Können mit einem herrlichen Pass aufblitzen liess. Der gebürtige Engländer lancierte von der Mittellinie aus den wieder eingewechselten Elias Grisoni, der den Ball durch die Beine des Torwarts zum 3:2 ins Netz schob. Es war der gleiche Grisoni, der zehn Minuten später nach einer Showeinlage einen Elfmeter forderte. Der Schiedsrichter liess weiterspielen – und dies völlig zu Recht.

Der unermüdliche Einsatz des Auswärtsteams und die spielerische Überlegenheit führten den FC Stäfa langsam aber sicher arg in Bedrängnis. Die Zolliker konnten die Offensivaktionen der Gastgeber beinahe vollständig neutralisieren. In der 77. Minute fiel Grisoni erneut im Strafraum, und dieses Mal entschied der Schiedsrichter auf Elfmeter. Auch dies wiederum ein korrekter Entscheid. Grisoni lief gleich selber an und verwandelte den Strafstoss mit viel Glück zum 4:2 – der Torhüter war in der Mitte stehen geblieben und Grisoni hatte den Ball tief in die Mitte geschossen. Trotzdem vermochte der Goalie diesen schwach getretenen Elfmeter nicht zu halten.

Ein rundum positives Fazit, auch wenn Hofstetter kläglich vergibt

Co-Trainer Tarik Azarnait Oumouloud, der in Abwesenheit von Cheftrainer Maroin Lahyani das Team von der Seitenlinie aus dirigierte, gab nun Anweisungen, um das Spiel zu beruhigen. Der SCZ liess den Ball gefahrlos in den eigenen Reihen zirkulieren. Cédric Hofstetter hatte die letzte grosse Chance des Spiels: Nach einem Abwehrfehler konnte der Brüttiseller alleine auf das gegnerische Tor zustürmen, vergab aber kläglich. Kurz darauf pfiff der Unparteiische nach zwei Nachspielminuten ab.

Das Fazit dieses dritten Saisonspiels fällt rundum positiv aus: Die 3. Zolliker Mannschaft zeigte nach ein paar Fehlern zu Beginn des Spiels eine souveräne und abgeklärte Leistung, der Sieg war trotz zeitweiligem Zwei-Tore-Rückstand mehr als verdient. Mit sieben Punkten aus drei Partien steht das im Sommer neu gegründete „Drü“ an der Spitze der Tabelle der 5. Liga.