2:4 gegen Egg: ein Sonntag zum Vergessen für die 1. Mannschaft

Die Zolliker 3.-Liga-Mannschaft verliert ihr zweites Saisonspiel gegen den FC Egg nach schwacher Leistung und drei Gegentoren innert sechs Minuten 2:4. Winkler und Girod treffen erst in den Schlussminuten.

Von Dennis Bühler

In der ersten Halbzeit lief bei der 1. Mannschaft des Sportclubs Zollikon überhaupt nichts zusammen. Es war viel zu wenig Bewegung im Team, keiner lief sich frei, die Gäste aus Egg wurden nur halbpatzig angegriffen. Zu viele Zolliker Schlüsselspieler wie etwa die im Spielzentrum nominierten Tomás Hermida, Oliver Aeschimann oder Andrea Schärer präsentierten sich alles andere als in Normalform.

Während die Zolliker den Tritt nicht fanden, machten die Egger die Räume geschickt eng – und vor allem zeigten sie sich äusserst effizient. Aus vier Torchancen bis zum Seitenwechsel erzielten sie drei Treffer. In der 23. Minute hatte SCZ-Goalie Guy Rämi gegen einen freistehenden Egger noch glänzend pariert, eine Minute später aber unterlief er einen Eckball. Verteidiger Christian Stengele verlor das Kopfballduell, und schon führte Egg 1:0. In der 28. Minute erhöhten die Gäste mit einem abgefälschten Distanzschuss auf 2:0. Kurios war der dritte Gegentreffer: Gleich nach dem Anstoss verloren die Zolliker den Ball, mit einem Pass spielten sich die Egger durch die Zolliker Abwehr, ein Stürmer umlief Goalie Rämi und schob zum 3:0 ein.

Bis zum Halbzeitpfiff des bis dahin fehlerlosen Schiedsrichters verpasste der SCZ seinen ersten Treffer zwei Mal nur knapp. In der 36. Minute passte Michael Hugentobler zur Mitte, Sean Winkler legte mit der Hacke ab, und Marco Schärer traf mit einem satten Schuss die Torlatte. Fünf Minuten später war es erneut der ältere der beiden Schärer-Brüder, der seinen Schlenzer vom gegnerischen Goalie an die Torumrandung gelenkt sah.

Zolliker Aufbäumen erst in den Schlussminuten

Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Zolliker verbessert, aber weiterhin bei weitem nicht so dominant wie noch beim 6:0 im letzten Duell der beiden Vereine im April dieses Jahres. Wenigstens aber konnten sie das Geschehen nun ausgeglichen gestalten. Bald aber sorgten die Gäste für die definitive Entscheidung: In der 55. Minute schlug ein Egger Verteidiger den Ball hoch nach vorne, Aeschimann verpasste den Ball, auch Stengele konnte nicht klären, und ein Angreifer köpfte an Rämi vorbei zum 4:0 ein. Zehn Minuten später missglückte dem Heimteam eine Freistossvariante, und Egg lancierte den schnellen Gegenangriff: SCZ-Verteidiger Asdin Azarnait konnte seinen einschussbereiten Gegenspieler nur noch mit einem rüden Foul an der Strafraumgrenze hindern. Mit der gelben Karte war Azarnait gut bedient. Den fälligen Freistoss lenkte Rämi an die Torlatte.

Erst in den letzten zehn Minuten bäumte sich der SCZ energischer gegen die drohende hohe Heimniederlage auf. Nach einem Distanzschuss Stengeles traf Winkler im Nachschuss zum 1:4. Und in der Nachspielzeit wurde Andrea Schärer nach einem Sololauf im Strafraum zu Fall gebracht, und SCZ-Captain Nicolas Girod verwandelte den Elfmeter zum 2:4. Für eine richtige Aufholjagd war es allerdings längst zu spät.

Schon am Donnerstag Chance zur Wiedergutmachung

Die Zolliker sollten dieses Spiel so rasch wie möglich abhaken – an diesem Sonntag passte einfach nichts zusammen. Noch ist nicht wirklich abzuschätzen, welche Richtung die 1. Mannschaft des SCZ in dieser Saison einschlagen wird. Bis anhin war es ein einziges Auf und Ab: Nach dem Out in der ersten Cuprunde in Seebach und dem knappen 2:1-Sieg zum Meisterschaftsauftakt gegen den FC Meilen folgte gegen den FC Egg nun erneut ein Rückschlag.

Schon am Donnerstag haben die Zolliker die Chance zur Wiedergutmachung. Um 20 Uhr empfangen sie den FC Morava auf dem Fussballplatz Riet. Der Stadtzürcher Verein, der im Sommer aus der 4. Liga aufgestiegen war, blieb in den ersten beiden Partien punktelos: Erst unterlag er Racing Club Zürich 1:5, dann Meilen 1:4 (Matchbericht hier). Heute Sonntag erreichte er zuhause gegen den FC Witikon ein 1:1.

 

Telegramm

SC Zollikon I – FC Egg I 2:4 (0:3).

Fussballplatz Riet, 70 Zuschauer.

Tore: 24. 0:1. 28. 0:2. 29. 0:3. 55. 0:4. 84. Winkler 1:4. 92. Girod (Penalty) 2:4.

SCZ: G. Rämi; Azarnait, T. Hermida (46. Gubler), Girod, Stengele; Aeschimann, F. Bühlmann (69. Weber); Winkler, A. Schärer, Hugentobler; M. Schärer (60. F. Hermida).

Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Azarnait und Aeschimann (beide wegen Foulspiels). In der 2. Halbzeit Aeschimann Innenverteidiger, Gubler zweiter Stürmer. Beim SCZ nicht eingesetzt: C. Bühlmann, Eichin, Lang.

Dank grossem Kampfgeist siegt die 2. Mannschaft in Herrliberg 1:0

Chris Musa Muhammed erzielt den einzigen Treffer beim Seederby zwischen den beiden zweiten Mannschaften von Herrliberg und Zollikon und sichert dem Team von Trainer Ben Crawshaw die ersten drei Punkte nach dem Aufstieg in die 4. Liga.

Von Dennis Bühler

Der Saisonauftakt war der 2. Mannschaft des Sportclubs Zollikon misslungen: Gegen den Gruppenfavoriten aus Pfäffikon hatte sie nach durchschnittlicher Leistung 0:2 verloren. Im zweiten Saisonspiel wollten es die Zolliker, die sich nach der Aufstiegssaison kaum mehr an Niederlagen gewohnt waren, besser machen. „Für mich zählt heute nur der Sieg“, sagte Trainer Ben Crawshaw in seiner Ansprache vor dem Spiel. Der 27-jährige Engländer konnte auf eine gut besetzte Mannschaft zurückgreifen, auch wenn mit Kevin Spalinger, Rolf Oberhänsli oder Michael Kuhn noch immer einige wichtige Stammspieler fehlten.

In der ersten Halbzeit war das Spielgeschehen ausgeglichen. Beide Mannschaften standen auf dem sehr engen Herrliberger Kunstrasenspielfeld in der Defensive gut und liessen die gegnerischen Angriffsreihen nicht agieren. Die Zolliker Abwehr, erstmals seit längerer Zeit wieder organisiert von Captain René Kaiser, wurde von den Mitspielern der beiden vorderen Reihen ausgezeichnet unterstützt. Keiner war sich zu schade für die defensive Arbeit. Insbesondere die beiden zentralen Mittelfeldspieler Oliver Aeschimann und Ismail Seven verloren kaum einen Zweikampf.

Nach gut zwanzig Minuten erzielte der SCZ mit seiner einzigen guten Torchance des ersten Durchgangs den Führungstreffer. Martin Schmitz hatte sich auf dem rechten Flügel durchgesetzt und perfekt in die Mitte geflankt, wo Chris Musa Muhammed den Ball ohne grosse Gegenwehr ins Tor ablenken konnte. Herrliberg kam danach etwas besser ins Spiel, konnte bis zum Halbzeitpfiff von Schiedsrichterin Gaby Schallenberg aber keine eindeutige Torchance verzeichnen.

Die Zolliker bildeten eine echte, solidarische Mannschaft

In der zweiten Hälfte zog die Schiedsrichterin durch einige höchst zweifelhafte Entscheidungen den Unmut beider Mannschaften auf sich. Leider verzichtete sie konsequent darauf, bei Freistössen oder Einwürfen die Richtung anzuzeigen, was dazu führte, dass sich jeweils Spieler beider Teams auf den Ball stürzten. Auch pfiff sie während neunzig Minuten kaum einmal Offside. Die seltsamste Entscheidung aber traf sie nach rund 70 Minuten, als sie einen Herrliberger Stürmer für ein angebliches Foul mit der gelb-roten Karte bestrafte. Dumm nur, dass dieser Spieler in diesem Moment etwa zwanzig Meter vom Spielgeschehen entfernt gestanden hatte. Nach lautstarken Protesten der Herrliberger nahm die Spielleiterin den offensichtlichen Fehlentscheid zurück.

Die Zolliker verpassten es in der zweiten Halbzeit, aus mehreren guten Konterchancen das 2:0 zu erzielen. So waren die Gastgeber dem Ausgleich stets näher. Einmal trafen sie nur die Querlatte, mehrmals rettete SCZ-Goalie Guy Rämi gekonnt, immer wieder konnte die Zolliker Hintermannschaft die Gastgeber im letzten Moment am Torschuss hindern. Einmal hätte die Schiedsrichterin nach einem Gewühl im Zolliker Strafraum durchaus auf Strafstoss entscheiden können. So war der Zolliker Sieg letztendlich etwas glücklich, trotz allem aber keineswegs unverdient. Die Gäste spielten clever, sie kämpften solidarisch, sie bildeten eine echte Mannschaft. Und sie hatten mit sechs Spielern auf der Ersatzbank die nötige Breite und Qualität im Kader, um die wegen längerer Ferienabwesenheiten teilweise noch ungenügende Kondition zu kompensieren.

Telegramm

FC Herrliberg II – SC Zollikon II 0:1 (0:1).

Fussballplatz Langacker, 50 Zuschauer. SR: Schallenberg.

Tore: 20. Musa Muhammed 0:1.

SCZ: Guy Rämi; Fabian von Rechenberg, Jakub Vanek, René Kaiser, Dennis Bühler; Martin Schmitz, Ismail Seven, Oliver Aeschimann, Musa Muhammed; Christian Stengele, Jan Burkhalter. Im Laufe der Partie eingewechselt: Florian Rohrer, Luis Salinas, Philip Lang, Ruben Fernandes, Severin Winkler, Elias Grisoni.

Die 1. Mannschaft in Fällanden: „Dies wird kein normales Spiel“

Übermorgen Sonntag tritt die 1. Mannschaft zu ihrem zweiten Saisonspiel an. Auswärts trifft das Team der beiden Trainer Alain Merkli und Werner Kienle auf den FC Fällanden (14 Uhr, Neue Glattwis). „Dieses Duell wird auf keinen Fall ein normales Spiel“, sagt Yves Rämi im Interview. „Die Fällandner Spieler haben mit uns noch eine Rechnung offen, da wir uns vor einem Jahr vor ihnen klassieren und den Aufstieg in die 3. Liga feiern konnten.“ Eine Saison später – ohne die Konkurrenz aus Zollikon – gelang auch dem FC Fällanden die Promotion. In ihren ersten beiden Spielen dieser Spielzeit schlug sich die Mannschaft, die mit drei Heimspielen in die Saison startet, passabel: Zuerst verlor sie gegen den Gruppenfavoriten Männedorf 2:3, am vergangenen Samstag gewann sie gegen den SV Höngg 2:1 (Matchberichte auf der Homepage des FC Fällanden).

Vor dem Duell der beiden Rivalen lohnt sich ein Blick zurück. Wir publizieren hier deshalb den Anfang Mai 2010 im Zolliker Boten erschienenen Bericht über das letzte Aufeinandertreffen der zwei Vereine. Das damalige Telegramm zeigt: Alle eingesetzten Spieler sind noch immer Teil des Kaders der 1. Mannschaft des SCZ. Am Sonntag fehlen werden allerdings die nach wie vor verletzten Benjamin Niederhauser, Alessandro und Matteo Felder sowie der nach seiner gelb-roten Karte im Startspiel gegen Meilen für eine Partie gesperrte Yves Rämi. (dbü)

 

***

Den Tabellenführer zur Verzweiflung getrieben

Die 1. Mannschaft des SC Zollikon gewinnt den Spitzenkampf beim FC Fällanden 3:0. Mitgereiste Zolliker Zuschauer machen aus der Partie beinahe ein Heimspiel.

Von Oliver Aeschimann und Dennis Bühler

Nach der Partie durfte sich der Sportclub bei den vielen mitgereisten Zuschauern aus Zollikon bedanken, welche die erste Mannschaft regelrecht zum Sieg getrieben hatten. Mehr als fünfzig Anhänger hatten die Zolliker Fussballer zum wegweisenden Direktduell mit dem Ranglistenersten Fällanden begleitet und mit Fahnen und Feuerwerk unterstützt. Eine solch ausgelassene Stimmung hatte man selten zuvor bei einer Partie der 4. Liga erlebt. Ein Aussenstehender hätte sich wohl in Zollikon gewähnt. Die Glut der Zuschauer sprang sodann auch regelrecht auf die Mannschaft über.

Das Spiel war zu Beginn hart umkämpft, klare Chancen waren in den ersten dreissig Minuten auf beiden Seiten Mangelware. Geprägt war die Partie zunächst von vielen Zweikämpfen, die wegen des kleinlich pfeifenden Unparteiischen zu einigen vielversprechenden Freistössen für den FC Fällanden führten. Diese konnten die Seebuben aber allesamt souverän klären. Und auch die vielumjubelte Führung für den SCZ in der 31. Minute entsprang keinem Spielzug: Flügelstürmer Sean Winkler schaltete nach einem

Gewühl im Strafraum des FC Fällanden am schnellsten und bezwang den gegnerischen Torhüter mit einem Flachschuss.

Die Reaktion der Heimmannschaft folgte unmittelbar und heftig. Nur eine Minute nach dem Treffer flog ein Freistossgeschoss auf das Gehäuse des Sportclubs, doch Keeper Benjamin Niederhauser konnte den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenken. Dies war die einzig nennenswerte Möglichkeit des FC Fällanden im ersten Durchgang, im Gegensatz zum SC Zollikon, welcher seine Führung durchaus hätte ausbauen können.

Herausragender Torwart

Zu Beginn der zweiten Hälfte wäre der SCZ für seine mangelnde Chancenauswertung beinahe bestraft worden, aber wiederum rettete Niederhauser, indem er einen Kopfball aus kürzester Distanz abwehrte. Diese Chance diente den Zollikern als Weckruf. Fortan kontrollierten sie das Geschehen und liessen das Heimteam nicht mehr ins Spiel kommen. In der 66. Minute doppelte Winkler nach. Nach Vorlage von Fernando Hermida konnte der 22-Jährige zum 2:0 einschiessen.

Dass der Sportclub das Spiel ohne Gegentreffer beenden konnte, verdankte er seinem Schlussmann, welcher in der 69. Minute die letzte Chance der Fällandener mit einer ausgezeichneten Parade

zunichtemachte. Diese war wiederum durch einen Freistoss entstanden. Standards waren an diesem Sonntag das einzige Mittel der Gastgeber, um vor Niederhausers Tor für Gefahr zu sorgen. Der 23-jährige Torhüter trieb mit seiner Leistung die Stürmer des Heimteams zur Verzweiflung. Und so kam es, dass der SCZ noch auf 3:0 erhöhen konnte. Der eingewechselte Michael Hugentobler überforderte die Defensive des Tabellenführers in der 83. Minute mit seiner Schnelligkeit und konnte nur noch mit einem Foulspiel gestoppt werden. Den fälligen Elfmeter verwandelte Tomás Hermida mit stoischer Ruhe zum Endresultat.

Seit acht Spielen ungeschlagen

Bemerkenswert an diesem Sonntag war die Souveränität und Gelassenheit, mit welcher das Zolliker Team den Leader auf dessen eigenen Platz dominierte. Am Sieg musste kaum einmal gezweifelt werden. „Meine Spieler waren sehr konzentriert“, zeigte sich Trainer Alain Merkli zufrieden. Kritik könne er höchstens auf hohem Niveau anbringen. „Zu Beginn waren wir etwas zu nervös und zu wenig spielerisch.“ Ähnliches stellte auch Captain Alessandro Felder fest: „Anfangs waren wir ein bisschen unsicher und haben uns zu wenig zugetraut.“

Die erste Mannschaft des SCZ ist seit nunmehr acht Spielen ungeschlagen und in der Rückrunde sogar noch ohne Punktverlust. Beachtlich ist, wie die unerfahrene Zolliker Mannschaft (am Ende der Begegnung mit Fällanden betrug das Durchschnittsalter der Spieler auf dem Platz gerade mal 21 Jahre) in den vergangenen Monaten zu einer Konstanz gefunden hat, die in früheren Saisons noch vermisst worden war. In der Tabelle ist sie nun auf Rang 2 klassiert, wobei sie nach Verlustpunkten an der Spitze steht. Sie ist auf dem besten Weg, das grosse Ziel – den Aufstieg in die 3. Liga – bereits in dieser Spielzeit zu erreichen.

„Bis zum Saisonende müssen wir unsere Leistung noch in sieben Partien bestätigen“, sagt Nicolas Fürer, der zweite Trainer neben Merkli. 16 Punkte müsse seine Mannschaft holen, denkt der 30-Jährige. Auch Mittelfeldspieler Alessandro Felder weiss: „Wir dürfen nicht abheben und müssen konzentriert bleiben.“ Merkli schliesslich sagt sogar: „Noch haben wir überhaupt nichts erreicht. Der Aufstieg ist momentan so nahe, wie es Träume der Realität sind.“

Das Telegramm

FC Fällanden – SC Zollikon 0:3 (0:1) Neue Glattwis, 100 Zuschauer. Tore: 31. Winkler 0:1. 66. Winkler 0:2. 83. T. Hermida (Elfmeter).

SCZ: Niederhauser; Einstein (80. Dugandzic), Girod, T. Hermida, Bühlmann; M. Felder (38. Burger), A. Felder; Camichel (85. Martin), F. Hermida (75. Y. Rämi), Winkler; Schärer (70. Hugentobler). Bemerkungen: 32. Pfostenschuss Fällanden. SCZ ohne Aeschimann, G. Rämi (beide verletzt), Bühler (Ausland), Saliji (Urlaub), Gubler (abwesend), Leumann, Bircher und Orlando (alle nicht im Aufgebot).

Die 2. Mannschaft unterliegt dem FC Pfäffikon diskussionslos 0:2

Die 2. Mannschaft vermochte einem starken FC Pfäffikon gestern Sonntag nicht viel entgegen zu setzen und verlor ihr Auftaktspiel in die neue Saison 0:2.

 

von Fabian von Rechenberg

Die Gäste aus Pfäffikon waren im ersten Durchgang drückend überlegen, und so gelang es dem Heimteam kaum einmal sich aus der eigenen Hälfte zu lösen und selber einen Angriff auf das gegnerische Tor zu lancieren. Folgerichtig erzielten die Pfäffiker nach einer Viertelstunde das erste Tor: Eine missglückter Flankenversuch erwischte Torwart Ferry Hermida aus spitzem Winkel in der nahen Ecke.

Jakub Vanek, der stellvertretende Captain und Leader in der Zolliker Defensive, versuchte nach dem frühen Gegentreffer sein Team neu zu motivieren. Kurz darauf war es aber ausgerechnet er, der bei einem kurz getretenen Corner zu spät kam, so dass die Gäste auf 2:0 erhöhen können.

Mangelnde Ideen nach vorne und viele Unsicherheiten

Der abwesende Kevin Spalinger fehlte dem Heimteam im Zentrum als Ballverteiler an allen Ecken und Enden. Luis Salinas, welcher eine hervorragende Saisonvorbereitung auf dem Flügel gespielt hatte und ersteren nun im Zentrum ersetzen musste, konnte sich auf seiner neuen Position nicht entfalten.

Auch die Flügelzangen Christopher Musa Muhammed und Jan Burkhalter, welche ein Spiel schon oft alleine entschieden hatten, blieben an diesem Sonntag im ersten Durchgang blass. Es war eine grosse Unsicherheit in den Reihen der Zolliker spürbar, was auch Trainer Ben Crawshaw des Öfteren erzürnte.

Im 2. Durchgang leichte Vorteile für die Zolliker

In der Halbzeitpause schien der Trainer Ben Crawshaw die richtigen Worte gefunden zu haben. Die 2. Mannschaft des SC Zollikon kam besser in die Partie und konnte die Geschehnisse ausgeglichen gestalten. Der eingewechselte Ruben Fernandez, der etwas frischen Wind in das Heimteam brachte, tauchte nach 75 Minuten alleine vor dem gegnerischen Torwart auf. Dieser verkürzte allerdings den Winkel geschickt, so dass er seinen Kasten sauber halten konnte.

Ansonsten gab es keine Aufreger mehr in dieser Partie, bis der Schiedsrichter kurz vor Schluss einen Pfäffiker mit einer gelb-roten Karte des Feldes verwies. Leider konnten die Zolliker daraus kein Kapital schlagen. Nicht zuletzt weil der Unparteiische keine einzige Minute nachspielen liess.

Abhaken und weiter machen

Muss man sich nun um die 2. Mannschaft des SC Zollikon Sorgen machen? Ganz sicher nicht! Zum einen spielte man gegen den Favoriten dieser 4.-Liga-Gruppe. Zum anderen fehlten einige Stammkräfte wie René Kaiser, Kevin Spalinger, Michael Kuhn, Elias Grisoni oder Flavio Moccetti. Auch waren mit Jan Burkhalter und Rolf Oberhänsli zwei Spieler noch immer stark angeschlagen, weshalb sie nicht das ganze Spiel bestreiten konnten. Dazu kommt, dass man sich als Aufsteiger in der 4. Liga erst noch finden muss.

Der Überzeugung, dass das Team das Potenzial aufweist, um sich rasch in dieser Liga zu etablieren, tut diese Niederlage im ersten Saisonspiel keinen Abbruch. Schon am kommenden Sonntag hat die Mannschaft die Gelegenheit, auswärts beim FC Herrliberg den ersten Sieg einzufahren.

Telegramm

SC Zollikon II – FC Pfäffikon II 0:2 (0:2). Riet, 20 Zuschauer.

Tore: 15. 0:1. 25. 0:2.

SCZ: F. Hermida; Schmitz, Vanek, Bühler, Rohrer; Burkhalter, Seven, Salinas, Muhammed; Oberhänsli, Kajan. Im Verlauf der Partie eingewechselt: Fernandes, Weber, von Rechenberg, Crawshaw, Guido.

Vom 0:1 zum 2:1 – das „Eis“ dreht das Seederby gegen den FC Meilen

Die 1. Mannschaft überzeugte in ihrem ersten Saisonspiel gegen 3.-Liga-Aufsteiger Meilen über weite Strecken und feierte einen aufgrund des Spielverlaufs etwas glücklichen, aber insgesamt verdienten 2:1-Heimsieg. Vor knapp hundert Zuschauern schossen Andrea Schärer und Sean Winkler die Tore.

Von Dennis Bühler

In der ersten Halbzeit des 3.-Liga-Duells zwischen der 1. Mannschaft des Sportclubs Zollikon und dem FC Meilen dominierten die Gastgeber, versagten aber mehrfach im Abschluss. Die beste Chance vergab Flügelspieler Sean Winkler bereits nach fünf Minuten. Von Spielmacher Andrea Schärer mittels Rückpass von der Grundlinie freigespielt, scheiterte er am glänzend reagierenden Meilemer Goalie Marcel Klarer. Die Gäste versuchten es in der Folge mit einigen Distanzschüssen, SCZ-Goalie Guy Rämi aber parierte jeweils ohne Probleme. Nach zwanzig Minuten verzog Andrea Schärer, der in dieser Szene auch auf seinen mitgelaufenen Bruder Marco hätte abspielen können, aus aussichtsreicher Position.

Die Meilemer starteten besser in den zweiten Durchgang, sie gestalteten das Spiel nun zumindest ausgeglichen und hatten durch Sven Friedli ihre erste gute Chance. Sein Schuss von der Strafraumgrenze verfehlte das Zolliker Tor nur ganz knapp. Nach einer knappen Stunde gingen die Gäste in Führung: Yves Rämi hatte den Ball nach einem weiten Einwurf ins eigene Tor abgefälscht.

Ein später Platzverweis wegen Reklamierens trübte den Sieg

Doch wie schon in ihrem Auftaktspiel gegen Höngg, als sie ebenfalls 1:0 geführt aber letztlich 3:4 verloren hatten, gelang es den Meilemern nicht den Vorsprung bis zum Spielende zu verteidigen. Mit zwei Toren innert drei Minuten drehte der SCZ die Partie: Andrea Schärer erzielte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze den Ausgleich, Sean Winkler traf im Nachschuss, nachdem Goalie Klarer seinen ersten Versuch nach vorne hatte abprallen lassen müssen.

Meilen kam in der Schlussphase noch zu einigen Abschlüssen, ernsthaft in Gefahr aber geriet der Sieg der Zolliker in ihrem ersten Saisonspiel nicht mehr. Mit einigen rasch vorgetragenen Kontern hätten die Gastgeber vielmehr noch ein drittes oder viertes Tor erzielen müssen. Nach einem Pass von Albert Gubler scheiterte Andrea Schärer aber an Goalie Klarer, der erneut mit einer Fussabwehr brillierte. In der Nachspielzeit verwehrte der äusserst schwach und inkonsequent pfeifende Schiedsrichter dem SCZ einen Elfmeter. Andrea Schärer war gefoult und am Torschuss gehindert worden. Die Proteste der Zolliker waren laut und energisch – wenig clever angesichts der Tatsache, dass der Schlusspfiff ohnehin unmittelbar bevorstand. Yves Rämi wurde wegen Reklamierens mit der zweiten gelben Karte des Feldes verwiesen und fehlt am kommenden Sonntag im zweiten Saisonspiel gegen den FC Fällanden.

Rämi, Aeschimann und Hermida beste Zolliker

Bei kämpferisch vorzüglich und spielerisch durchschnittlichen Zollikern ragte Yves Rämi heraus – trotz Eigentor und Platzverweis. Der Mittelfeldspieler, wie sein Nebenmann Oliver Aeschimann an diesem Sonntag sehr zweikampfstark, verzeichnete viele Ballgewinne und leitete zahlreiche Angriffe ein. In der Abwehr gelang insbesondere Tomás Hermida eine gute Leistung. In der Offensive hingegen hat der SCZ noch Verbesserungspotenzial: Wenn die Stürmer mal in den Abschluss kamen, zielten sie entweder zu ungenau oder scheiterten am gegnerischen Torhüter. Insgesamt jedoch darf von einem gelungenen Zolliker Auftritt berichtet werden, der dem Team nach der missglückten Vorbereitung mit dem frühen Cup-Out nicht unbedingt zugetraut worden war.

Auch wenn bestimmt noch stärkere Gegner auf den SCZ zukommen werden, darf aber auch der FC Meilen den kommenden Aufgaben mit Zuversicht entgegenblicken – trotz des resultatmässig missglückten Auftakts mit null Punkten aus den ersten beiden Spielen: Die Qualität des Kaders der beiden Trainer Ivo Orgiu und Rémy Baumann sollte zum Klassenerhalt reichen. Und mit Marcel Klarer verfügt der Aufsteiger über einen wahren Altmeister im Tor – der mittlerweile 38-Jährige, der zwischenzeitlich schon bei den Senioren gespielt hatte und vor zwei Jahren am Wurststand am Meilemer Grümpi reaktiviert wurde, liess die Zolliker Offensivspieler vorab in der ersten Halbzeit reihenweise verzweifeln.

Telegramm

SC Zollikon – FC Meilen 2:1 (0:0). Fussballplatz Riet, 100 Zuschauer. SR: Schmid.

Tore: 57. Y. Rämi (Eigentor) 0:1. 76. A. Schärer 1:1. 78. Winkler 2:1.

SCZ: G. Rämi; Bühlmann, T. Hermida, Girod, Stengele; Y. Rämi, Aeschimann (70. Lang); Camichel (63. Hugentobler), A. Schärer, Winkler; M. Schärer (61. Gubler).

FCM: Klarer; Iten, Sylejmani, Hedzic, Heusser; Aebi (55. Zindel), Zürcher, Kneschaurek, It (74. Langenbacher); Zulbeari, Friedli (63. Böni).

Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Camichel (37., Reklamieren), M. Schärer (54., Reklamieren), Winkler (72., Reklamieren), Y. Rämi (82., Foul). Gelb-rote Karte gegen Y. Rämi (92., Reklamieren). Keine Karten gegen den FCM.

SCZ ohne A. und M. Felder, Niederhauser, Saliji (alle verletzt), Azarnait, Martin (beide abwesend) sowie F. Hermida, Kajan und Weber (alle 2. Mannschaft). Ab der 70. Minute Stengele im zentralen Mittelfeld und Lang als Aussenverteidiger eingesetzt. FCM ohne Bucher (verletzt), Greiner (nicht im Aufgebot), Dändliker (3. Mannschaft), Schiesser, Jemric und Brennwald (alle Ferien).

Am Sonntag geht´s los – was ist den drei Aktivteams zuzutrauen?

Übermorgen Sonntag, 26. August, starten die drei Zolliker Aktivmannschaften in die Saison 2012/13. Welches sind ihre Perspektiven?

Von Dennis Bühler

Beginnen wir mit der neu formierten 3. Mannschaft. Für sie geht es mit dem Trainerduo Maroin Lahyani und Tarik Azarnait in der 5. Liga primär darum, mit viel Freude am Fussball den einen oder anderen Punkt zu gewinnen. Auch wenn es noch an Abstimmung fehlt, lässt der Elan der vergangenen Trainingswochen auf eine positive Saison hoffen. Weiterhin sind neue Spieler oder solche, die nach längerer Pause wieder Lust auf Fussball verspüren, willkommen.

Die 2. Mannschaft von Trainer Ben Crawshaw blickt auf eine insgesamt gelungene Saisonvorbereitung zurück, während der sie drei ihrer vier Testspiele gegen gleichklassige Gegner gewinnen konnte. Die hohe 1:6-Niederlage gegen den FC Hausen am Albis freilich zeigte dem Team die Limiten auf. Dennoch: Bleibt die Trainingspräsenz so hoch wie in den vergangenen Wochen, dürfte das Team keine Probleme haben, nach dem Aufstieg in die 4. Liga die Klasse zu halten. Crawshaw freilich würde sich damit nicht zufrieden geben. „Mein Ziel ist es, jedes Spiel zu gewinnen und am Schluss der Saison mehr Punkte auf dem Konto zu haben als alle anderen Vereine unserer Gruppe“, sagt er im Interview.

Das Fanionteam will die Tabellenspitze angreifen

Die 1. Mannschaft hingegen vermochte in der Vorbereitung nicht an die Leistungen der vergangenen Saison anzuknüpfen. Sie verlor im Cup in der 1. Runde gegen den Viertligisten SV Seebach (2:3) genauso wie in zwei Testspielen. Die Spieler scheinen trotz rund fünfwöchiger Sommerpause die Müdigkeit ihrer ersten 3.-Liga-Spielzeit noch nicht richtig überwunden zu haben. Eine Prognose, was die kommende Saison für das Zolliker Fanionteam bereithält, ist schwierig. Dies zeigen auch die Einschätzungen der Spieler, die im Interview Zielsetzungen zwischen „Klassenerhalt“ und „Aufstieg in die 2. Liga“ nennen. Das Kader hat im Vergleich zur Vorsaison kaum Änderungen erfahren: Einzig einige vormalige A-Junioren sind dazu gestossen.

Am Sonntag werden die Zolliker gleich gefordert sein, wenn sie den FC Meilen auf dem Fussballplatz Riet empfangen. Der Aufsteiger hat sein erstes Saisonspiel bereits am vergangenen Wochenende absolviert und gegen den SV Höngg nur knapp 3:4 verloren (Spielbericht auf der Homepage des FC Meilen). Die beiden Zolliker Trainer Alain Merkli und Werner Kienle geben sich trotz mässiger Vorbereitung optimistisch: „Wir wollen die Tabellenspitze angreifen“, sagen sie im grossen Dribbling-Interview. Das SCZ-Vereinsheft wird nächste Woche verschickt.

 

Die Spiele vom kommenden Sonntag

1. Mannschaft (3. Liga): SCZ – FC Meilen I, 13.30 Uhr, Riet.

2. Mannschaft (4. Liga): SCZ – FC Pfäffikon II, 10.30 Uhr, Riet.

3. Mannschaft (5. Liga): FC Wallisellen III – SCZ, 10 Uhr, auswärts.

2. Mannschaft rehabilitiert sich mit 7:1-Sieg für hohe Niederlage

Diametral verschieden waren die Resultate der 2. Mannschaft in den vergangenen beiden Testspielen: einer 1:6-Niederlage gegen Hausen am Albis liess sie einen 7:1-Sieg gegen den FC Witikon folgen.

Von Dennis Bühler

Unterschiedlicher hätte die Gemütslage bei Trainer Ben Crawshaw und seinen Spielern nach den Partien gegen die beiden Viertligisten Hausen am Albis und Witikon nicht sein können. Am vergangenen Mittwoch verlor die 2. Mannschaft des Sportclubs Zollikon gegen Hausen am Albis 1:6. Die Gäste waren von Beginn an besser, bei den Zollikern lief wenig zusammen. Nachdem Ismail Seven kurz nach der Pause mit einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt worden war, fiel Gegentor um Gegentor. Die gute Form stellte Hausen am Albis vier Tage später in der ersten Cuprunde erneut unter Beweis: im Duell zweier Viertligisten besiegte es den FC Oberrieden gleich 7:0.

Nach den beiden überzeugenden Zolliker Siegen in den ersten beiden Testspielen kam die hohe Niederlage wohl gerade zum rechten Zeitpunkt. Die Zolliker merkten, dass keinerlei Grund für Überheblichkeit besteht und der Weg, sich nach dem Aufstieg in der 4. Liga auch zu etablieren, noch weit ist und harte Arbeit bedingt.

Vier Mal Oberhänsli, drei Mal Lahyani

Gestern Montag zeigte die 2. Mannschaft eine starke Reaktion. Obwohl sie auf zahlreiche Spieler wegen Ferienabwesenheiten verzichten musste, liess sie dem FC Witikon II keine Chancen und gewann ungefährdet und auch in dieser Höhe verdient 7:1. Einzig in der ersten Viertelstunde konnten die Gäste mithalten, ansonsten hatte Goalie Guy Rämi kaum etwas abzuwehren und war durch Rückpässe seiner Mitspieler fast mehr gefordert als durch Angriffe der gegnerischen Equipe. Für den SCZ trafen Stürmer Rolf Oberhänsli vier Mal und der erst kurz vor der Pause eingewechselte Maroin Lahyani drei Mal, Jan Burkhalter steuerte vier Assists bei.

Dem „Zwei“ gelang eine gute Leistung, nichtsdestotrotz aber sollte es sich auf diesem Sieg überhaupt nichts einbilden – der Gegner war an diesem Abend derart inferior. Am Sonntag 26. August beginnt für die 2. Mannschaft das Abenteuer 4. Liga: Im Startspiel trifft sie gleich auf einen der wohl stärksten Gruppengegner, den FC Pfäffikon II, der den Aufstieg in die 3. Liga in den vergangenen beiden Saisons jeweils nur knapp verpasste.

Telegramm

SC Zollikon II – FC Witikon II 7:1 (3:0). Tore: 4x Oberhänsli, 3x Lahyani.

SCZ: Guy Rämi; Fabian von Rechenberg, Nicholas Crawshaw, Dennis Bühler, Florian Rohrer; Martin Schmitz, Davide Guido, Kevin Spalinger, Michael Bruderer; Rolf Oberhänsli, Michael Kuhn. Im Verlauf der Partie eingewechselt: Jan Burkhalter, Maroin Lahyani.

Eine müde 1. Mannschaft scheitert gegen Seebach in erster Cuprunde

Eine junge und ersatzgeschwächte Zolliker Mannschaft verlor gegen den Viertligisten Seebach nach durchzogener Leistung. Bis zum Meisterschaftsstart in der 3. Liga in zwei Wochen bleibt viel zu tun.

Von Dennis Bühler

In der Anfangsphase des Spiels der ersten Pokalrunde waren die Zolliker Gäste auf der Sportanlage Eichrain die aktivere und bessere Mannschaft, die einige Torchancen verzeichnete: Ein Schuss von Marco Schärer traf nach elf Minuten den Aussenpfosten, acht Minuten später liess Sandro Camichel mehrere Gegner stehen. Der Goalie des SV Seebach liess den scharfen Schuss des Zolliker Flügelspielers nach vorne abprallen, doch verpassten es die Gäste entschieden nachzusetzen. In der 22. Minute passte Camichel ins Sturmzentrum zu Fernando Hermida. Der 33-jährige Spanier, der erstmals seit bald einem Jahr wieder in einem Ernstkampf eingesetzt wurde, leitete „blind“ in den freien Raum weiter, Michael Hugentobler war schneller am Ball als sein Gegenspieler und überlistete den Seebacher Goalie mit einem schönen Heber zum 1:0.

Der Ausgleichtreffer vier Minuten später war aus Zolliker Sicht alles andere als zwingend: Tomás Hermida liess seinem Gegenspieler nach einem Eckball viel zu viel Platz, Murat Saliji war mit seinen Händen zwar noch am Ball, musste den Kopfball aus kurzer Distanz aber passieren lassen. Danach hätte die Partie auf beide Seiten kippen können, Seebach aber hatte in seinen Aktionen mehr Glück. Ein Distanzschuss von Rico Bühlmann aus rund dreissig Metern über den zu weit vor dem Tor postierten Schlussmann hinweg prallte vom Pfosten ins Feld zurück, drei Minuten später erzielten die Gastgeber das 2:1. Nach einem Pass in die Spitze hatten die Innenverteidiger zu zögerlich reagiert, auch Saliji war einen Schritt zu spät gekommen.

Nach hartem Training waren die Kraftreserven zu gering

Nach der Pause wurden die beiden angeschlagenen Fernando und Tomás Hermida durch Valentin Kälin und Severin Oechslin ersetzt. Die neu formierte zentrale Abwehr um Ivo Dugandzic und Oechslin war zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff noch nicht auf der Höhe: Ein gegnerischer Stürmer dribbelte sich durch die Zolliker Hintermannschaft, wurde nicht angegriffen und bezwang Saliji ohne Mühe zum 3:1.

Seebach dominierte das Spielgeschehen nun, die Zolliker hatten den Angriffen der Gastgeber wenig entgegenzusetzen. Das harte Programm, mit dem die beiden Trainer Alain Merkli und Werner Kienle die Mannschaft in den vergangenen Tagen bedacht hatten, hatte sichtbare Spuren hinterlassen: Am Donnerstagabend baten sie die Spieler zu einer normalen Trainingseinheit, am Freitag bestritt der SCZ ein Testspiel (und verlor gegen den Viertligisten Rümlang nach schwacher Leistung 2:3), am Samstagvormittag war intensives Jogging angesagt, am Nachmittag eine zweite Einheit auf dem Fussballplatz.

Entgegen dem Spielverlauf gelang den Zollikern in der 65. Minute der Anschlusstreffer. Ein missglückter Schussversuch von Dugandzic war zur idealen Vorlage für Camichel geworden, der mit etwas Glück durch die Beine des Goalies hindurch ins Tor traf. Als ein Stürmer der Gastgeber wegen Ballwegschlagens mit einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt wurde, schöpften die Zolliker noch einmal Hoffnung. Die Kraftreserven aber waren zu gering, und so war Seebach dem 4:2 stets näher als der SCZ dem Ausgleichtreffer. Einzig Marco Schärer kam in der 87. Minute aus guter Position noch zum Abschluss, scheiterte aber erst per Kopf und nach einem Querpass von Hugentobler erneut, da er den Ball nicht richtig traf. Zu Beginn der fünfminütigen Nachspielzeit klärte Dugandzic in extremis auf der eigenen Torlinie, nachdem ein Seebacher Spieler nach einem Eckball freistehend zum Kopfball gekommen war.

Cup-Aus in der ersten Runde – wie immer in diesem Jahrtausend

Wenigstens hatten die Zolliker gekämpft und sich nach Kräften gegen die Niederlage gewehrt; ihre Leistung aber war nicht gut gewesen. Die zahlreichen Absenzen wogen zu schwer, die erfahrenen Alessandro Felder, Nicolas Girod, Andrea Schärer, Christian Stengele oder Sean Winkler wurden schmerzlich vermisst. Junge Spieler wie Conan O´Brien (Jahrgang 1994), Rico Bühlmann (1993) oder vor allem Valentin Kälin (1992) zeigten gute Ansätze, konnten die arrivierten Spieler aber verständlicherweise noch nicht adäquat ersetzen. Kein Zolliker vermochte über sich hinauszuwachsen, die Seebacher investierten mehr und verdienten sich die Qualifikation für die zweite Pokalrunde. Bis zum Meisterschaftsstart in zwei Wochen gegen den 3.-Liga-Aufsteiger Meilen (Sonntag, 26. August) bleibt für die 1. Mannschaft des SCZ viel zu tun. Am kommenden Samstag testet das Team gegen den Drittligisten FC Affoltern am Albis.

Die Zolliker Trainer Alain Merkli und Werner Kienle hatten das Cupspiel gegen den SV Seebach schon im Vorhinein zum Testspiel ohne grosse Bedeutung erklärt und die Priorität auf die primär der Kondition dienlichen Trainingseinheiten gelegt. Das Zolliker Ausscheiden – wie immer in diesem nun bereits zwölf Jahre alten Jahrtausend in der ersten Runde – war folgerichtig. Schade eigentlich.

Telegramm

SV Seebach – SC Zollikon 3:2 (2:1). Sportplatz Eichrain, 30 Zuschauer. SR: Lozic.

Tore: 22. Hugentobler 0:1. 26. 1:1. 32. 2:1. 47. 3:1. 65. Camichel 3:2.

SCZ: Saliji; O´Brien (56. Oettli), T. Hermida (46. Oechslin), I. Dugandzic, Martin; Camichel, Y. Rämi, R. Bühlmann, Hugentobler; F. Hermida (46. Kälin), M. Schärer.

Bemerkungen: 80. gelb-rote Karte gegen einen Seebach-Stürmer. Gelbe Karten gegen die Zolliker Martin und Dugandzic (beide wegen Fouls) und Oechslin (wegen Reklamierens). In der zweiten Halbzeit agierten Kälin als Flügelspieler und Hugentobler als Stürmer. Ab der 56. Minute spielte I. Dugandzic als Aussenverteidiger, Oechslin und Oettli bildeten die Innenverteidigung. SCZ unter anderem ohne Einstein, A. Felder, M. Felder und Niederhauser (alle verletzt) sowie Aeschimann, Azarnait, C. Bühlmann, Burger, Girod,  Gubler,  Kajan, Leumann, A. Schärer und Winkler (alle abwesend).

Erster Ernstkampf: 1. Mannschaft startet mit Cupspiel in die Saison

Übermorgen Sonntag absolviert das Fanionteam des Sportclubs Zollikon seinen ersten Ernstkampf nach zweimonatiger Sommerpause. Um 10 Uhr trifft die 3.-Liga-Equipe im Cupwettbewerb auswärts auf den Viertligisten SV Seebach.

Von Dennis Bühler

Als Assistenztrainer neben Alain Merkli, der dem SCZ im Gegensatz zu seinem bisherigen Co-Trainer Nicolas Fürer erhalten bleibt, fungiert neu der vormalige Juniorentrainer Werner Kienle. Der 47-Jährige, der auch Präsident des Tennisclubs Zumikon ist, trainiert erstmals ein Erwachsenenteam. Mit den Da-Junioren des SCZ gelang ihm im Frühjahr der Aufstieg in die Promotionsklasse. Das Kader der 1. Mannschaft hat im Vergleich zur vergangenen Saison nur wenige Änderungen erfahren. Alle bisherigen Spieler blieben dem Verein treu, hinzugekommen sind acht A-Junioren, die altershalber nicht mehr im Nachwuchsbereich eingesetzt werden dürfen.

Erstmals seit sehr langer Zeit tritt der SCZ wieder mal als favorisierter Oberklassiger zu einem Cupspiel an. Die beiden Trainer Merkli und Kienle werden auf einige Stammkräfte verzichten müssen, da einige Spieler noch in den Ferien weilen oder wie die beiden zentralen Mittelfeldspieler Alessandro und Matteo Felder oder auch Goalie Benjamin Niederhauser verletzt sind.

Letztes Jahr verloren beide in erster Cuprunde

Der Sportverein Seebach klassierte sich in der vergangenen Spielzeit in der Gruppe 4 der 4. Liga auf dem 3. Tabellenrang. Mit 36 Punkten aus 18 Spielen lag er Ende Saison zehn Zähler hinter dem unangefochtenen Leader Unterstrass II zurück. Im Jahr zuvor hatte Seebach, einst Dauergast in der 2. Liga, den Abstieg in die unterste Liga nur knapp verhindern können. Die Saison 2010/11 schloss es auf der zweitletzten Position ab.

Auch im Cupwettbewerb verriss der Stadtklub vor einem Jahr keine grossen Stricke: In der ersten Runde unterlag er Drittligist Räterschen 1:4. Nicht viel besser erging es damals allerdings auch dem SC Zollikon. Gegen Wädenswil verlor er in der Startrunde knapp 3:4.

Cupspiel als Höhepunkt des Trainingwochenendes

Die 1. Zolliker Mannschaft bereitet sich mit einem Trainingswochenende auf das Pokalspiel und die zweite Saison in der 3. Liga vor. Heute Freitagabend spielt sie auswärts gegen den traditionellen Testspielgegner SV Rümlang, am Samstag stehen zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Am Sonntag folgt das Duell mit Seebach, das dem neu formierten Trainerduo erste Rückschlüsse für die kommende Spielzeit erlauben dürfte.

Das Ziel haben Merkli und Kienle hoch angesetzt: „Der Anspruch, sich von Halbsaison zu Halbsaison nicht nur spielerisch, sondern auch tabellenmässig  verbessern zu wollen, führt automatisch zu einem fantastischen Resultat im kommenden Sommer”, sagt Merkli. Die vergangene Spielzeit schloss das Team auf dem überraschend guten, aber verdienten dritten Tabellenrang ab.

Die 2. Mannschaft ist in Form: Den Test gegen Hinwil gewinnt sie 4:1

Die Zolliker Mannschaft konnte in ihrem zweiten Vorbereitungsspiel zum ersten Mal fast in Bestbesetzung antreten und besiegte den FC Hinwil 2b in überzeugender Manier 4:1.

von Fabian von Rechenberg

Viele Überraschungen gab es nicht in der Startaufstellung der zweiten Zolliker Mannschaft im gestrigen Test gegen den FC Hinwil 2b. Einzig auf der Position des Torwarts musste man wegen diversen Abwesenheiten auf Ivo Dugandzic zurückgreifen, den Feldspieler der 1. Mannschaft und Juniorentrainer. Dugandzic löste seine ungewohnte Aufgabe bestens. Im rechten Mittelfeld gab Martin Schmitz sein Debüt, der erst seit wenigen Monaten im „Zwei“ mittrainiert, sich durch gute Trainingsleistungen aber rasch aufzudrängen wusste.

Guter Start schlecht belohnt

Das Heimteam startete besser in die Partie als die Gäste aus Hinwil und erarbeitete sich einige gute Torchancen. So traf beispielsweise Christopher Musa Muhamed mit einem herrlichen Weitschuss nach 20 Minuten den Aussenpfosten. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis der SCZ den Führungstreffer würde erzielen können. Nach einer knappen halben Stunde aber kamen die Hinwiler zu einem Freistoss von der Seite. In der Zolliker Defensive stimmte in dieser Situation weder die Organisation, noch war der unbedingte Wille spürbar, den Ball zu klären. Die Gäste gingen entgegen dem Spielverlauf mit 1:0 in Führung.

Der überraschende Rückstand schien die Mannschaft von Trainer Ben Crawshaw wenig zu beeindrucken, und nach ein paar wenigen tschechischen Kraftausdrücken von Innenverteidiger Jakub Vanek spielten die Zolliker wieder munter nach vorne. Nach 40 Minuten setzte sich Martin Schmitz am rechten Flügel durch und passte zentimetergenau auf Michael Kuhn, der ohne Probleme zum verdienten Ausgleich einschob.

Schlechte Zolliker Chancenauswertung

Auch in der zweiten Halbzeit waren die Gastgeber überlegen. Im Unterschied zur ersten Hälfte nutzten sie diesmal eine ihrer ersten Gelegenheiten: Rolf Oberhänsli wurde im Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Elfmeter verwandelte Fabian von Rechenberg sicher zum 2:1.

In der Folge sündigten die Zolliker mehrmals im Abschluss, teilweise liessen sie hundertprozentige Chancen aus. Luis Salinas beispielsweise hatte nach schönem Solo von Christopher Musa Muhammed den Ball fünf Meter vor dem Tor herrlich mit der Brust angenommen, sein anschliessender Volley-Hammer aber prallte von der Querlatte ins Feld zurück. Der laute Knall wurde von einem Raunen der Zuschauer begleitet. Kurz darauf fand sich Rolf Oberhänsli alleine vor dem gegnerischen Torwart wieder, doch auch er scheiterte kläglich – es war zum Haare raufen.

Schliesslich die Erlösung: Bei seiner zweiten grossen Chance innert weniger Minuten machte es Rolf Oberhänsli besser. Herrlich liess er den Torwart aussteigen und traf zur 3:1-Vorentscheidung.

In Überzahl zum 4:1-Endstand

In der 75. Minute musste ein angeschlagener Hinwiler vom Feld. Da die Gäste keinen Auswechselspieler mehr hatten, der noch bei Kräften war, beendeten sie die Partie mit zehn Spielern. Dies hing auch damit zusammen, dass der Torwart der Gäste sich Sekunden vor dem Halbzeitpfiff ohne gegnerische Einwirkung am Knie verletzt hatte und das Spital aufsuchen musste. Der Sportclub Zollikon wünscht ihm auf diesem Weg gute Besserung, damit er bald wieder das Tor für Hinwil hüten kann.

In Überzahl setzte Rolf Oberhänsli mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 4:1-Endstand. Die Zolliker durften mit ihrer Leistung beim zweiten Sieg im zweiten Testspiel rundum zufrieden sein. In einer hart, aber fair geführten Partie zweier Aufsteiger in die 4. Liga hatten sie das bessere Ende verdientermassen für sich behielt. Einzig in der Chancenauswertung sollten sie sich hinsichtlich Saisonbeginns von Ende August unbedingt steigern.

Telegramm

SC Zollikon 2 – Hinwil 2b 4:1 (1:1). Riet, 10 Zuschauer.

Tore: 25. 0:1. 40. Michael Kuhn 1:1. 52. Fabian von Rechenberg (Penalty) 2:1. 68. Rolf Oberhänsli 3:1. 73. Rolf Oberhänsli 4:1.

SCZ: Ivo Dugandzic; Florian Rohrer (45. Davide Guido), Jakub Vanek (77. Fabian von Rechenberg), Dennis Bühler (77. Florian Rohrer), Fabian von Rechenberg (55. Nicolas Crashaw); Martin Schmitz (35. Rolf Oberhänsli),  Kevin Spalinger (70. Martin Schmitz), Ismael Seven (77. Kevin Spalinger), Luis Salinas; Michael Kuhn (50. Michael Bruderer), Christopher Musa Muhamed (77. Michael Kuhn).