Präsidiale Gedanken zu Beginn des Jahres 2013: „Hey Schiri!“

Das meistgehörte Wörterduo auf dem Fussballplatz gehört immer der meistgehörnten Person auf dem Fussballplatz – dem Schiri!
Doch welche Rolle kommt dem Schiedsrichter zu?

Laut Definition ist er der ranghöchste Richter bei einer Sportveranstaltung. Er ist eine unparteiische Person, die das Spiel leitet und überwacht.

Und was ist der Schiri auch noch?

  1. Er ist der einzige Mensch auf der Welt, der keinen Fehler machen darf. Diese Aufgabe verkompliziert sich insofern für ihn, da der Fehler durch jeden einzelnen Zuschauer, Spieler und Trainer definiert wird und diese Personen sehr subjektive Fehlerdefinitionen vornehmen.
  2. Er ist der einzige Richter auf der Welt, über den mehr gerichtet wird als er während eines Spiels richtet.
  3. Er ist der einzige Mensch auf dieser Welt, der sich dies noch alles ehrenhalber „antut“.
  4. Er ist die einzige Person auf dem Fussballplatz, ohne die das Spiel nicht stattfinden könnte.
  5. Er ist die einzige Person auf dem Feld, bei dem sich alle, nämlich Spieler, Trainer und Zuschauer einig sind, dass ein Spiel ohne Schiri nie so gesittet über die Bühne geht wie ein Spiel mit Schiri.
  6. Er ist die einzige Person auf dem Sportplatz, welche sich jede Entscheidung kommentieren lassen muss.
  7. Er ist die einzige Person, die nach dem Schlusspfiff einsam ist und womöglich noch ausgepfiffen wird.

Nehmen wir den Schiri in unsere Familie auf!

Das Hauptproblem des Schiris ist, dass er ein Unbekannter ohne Lobby auf dem Fussballplatz ist. Denn angenommen es gäbe keine Schiris mehr, dann würden wir einen Kollegen fragen, ob er bereit wäre, das Spiel zu leiten. Wenn sich dann ein Bekannter ohne Schiriqualifikation „opfern“ würde, wären wir (Spieler, Trainer, Zuschauer, auch unter dem Namen SCZ-Familia bekannt) voller Dankbarkeit und glücklich, dass wir das Spiel beginnen können. Dementsprechend würden wir seine Entscheide akzeptieren und obige Punkte 1-7 wären kein Thema, im Gegenteil, wir würden ihm alle (oder sagen wir mal die meisten) Fehler verzeihen, uns am Schluss bei ihm bedanken und ihn zu einem Bierchen einladen.

Warum sollten wir den uns unbekannten Schiri während und nach dem Spiel nicht in unsere SCZ-Familie aufnehmen und  ihn als Familienmitglied behandeln? Ich weiss nicht, was dagegen spricht. Gut, übertreiben muss man ja nicht – aber mindestens einen Hauch von Menschlichkeit darf man der Person, welche ja anscheinend so einzigartig (oder alleine?) ist, schon entgegenbringen!

Ich wünsche Euch allen ein erfolgreiches, erfülltes 2013!

Euer Präsi

Tresi Roca